Peru plant massive Steuererhöhung für Online-Glücksspiel auf fünf Prozent
KI-GENERIERTEin neuer Gesetzesentwurf in Peru sieht vor, die selektive Verbrauchssteuer (ISC) für Online-Wetten von 1% auf 5% zu erhöhen, um Mehreinnahmen von bis zu 336 Millionen Euro zu erzielen.
In Peru braut sich ein steuerpolitischer Sturm für die Online-Glücksspielbranche zusammen. Der Kongressabgeordnete Luis Aurelio Masco Cáceres aus Arequipa hat offiziell den Gesetzesentwurf 00519-2026 und 2031-CD vorgelegt, der eine drastische Erhöhung der selektiven Verbrauchssteuer (ISC) vorsieht. Statt der aktuell geltenden 1 Prozent sollen die Betreiber von Remote-Glücksspielen und Sportwetten künftig 5 Prozent auf jeden steuerpflichtigen Einsatz abführen. Dieser Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche in Südamerika ohnehin unter verstärkter Beobachtung steht.
Die Initiative wird von Mitgliedern der Partido Cívico Obras unterstützt und begründet die Notwendigkeit der Erhöhung mit der rasanten Ausbreitung des Glücksspiels über Smartphones und mobile Endgeräte. Die Autoren des Entwurfs argumentieren, dass die zusätzlichen Mittel dringend für die Prävention von Spielsucht sowie für den Schutz von Jugendlichen und jungen Erwachsenen benötigt werden. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, tritt der neue Steuersatz bereits am ersten Tag des Kalendermonats nach der Verkündung in Kraft, was den Anbietern nur wenig Zeit zur Umstellung ließe.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Vorschlags sind massiv. Die Autoren schätzen, dass die jährlichen ISC-Einnahmen von derzeit 324 Millionen Sol (ca. 84 Millionen Euro) auf 1,62 Milliarden Sol (ca. 420 Millionen Euro) ansteigen könnten. Das entspricht einem Plus von 1,296 Milliarden Sol, was etwa 336 Millionen Euro nach aktuellem Kurs ausmacht. Diese Prognosen hängen jedoch stark von der tatsächlichen Umsetzung und dem künftigen Wettverhalten der Peruaner ab. Wichtig ist hierbei die Unterscheidung der Steuerarten: Die ISC ist eine Verbrauchssteuer, die auf den Wert jeder Wette erhoben wird. Sie existiert parallel zur separaten Glücksspielsteuer für Online-Anbieter, die durch das Gesetz 31557 geregelt ist.
Diese separate Betreibersteuer liegt laut den Richtlinien der Steuerbehörde Sunat bei 12 Prozent der monatlichen Bemessungsgrundlage. Diese Basis errechnet sich nach Abzug von Gewinnauszahlungen, Rückerstattungen und einer Pauschale für die Plattformwartung. Da beide Steuern unterschiedliche Grundlagen haben, können die Prozentsätze nicht einfach addiert werden. Dennoch stellt die geplante ISC-Erhöhung eine erhebliche Mehrbelastung dar, da sie direkt beim Wetteinsatz ansetzt. Die Steuerpflicht entsteht in dem Moment, in dem Gelder oder Boni mit Geldwert für eine Wette vom Konto des Spielers abgebucht werden.
Hintergrund
Der steuerliche Rahmen für Online-Glücksspiele in Peru hat eine bewegte Geschichte. Unter der Regierung von Dina Boluarte wurden im Dezember 2024 Regelungen veröffentlicht, die die ISC sowohl für inländische als auch für ausländische Plattformen vorschreiben. Zunächst galt ein vorübergehender Satz von lediglich 0,3 Prozent bis zum 30. Juni 2025. Seit dem 1. Juli 2025 wird der Regelsatz von 1 Prozent angewendet. Der nun vorliegende Entwurf signalisiert eine weitere Verschärfung des Regimes, nur wenige Monate nach der letzten Anpassung.
Besonders interessant ist die Rolle der Zahlungsdienstleister. Wenn ein ausländischer Anbieter seinen Steuerpflichten nicht nachkommt, kann die Sunat diesen auf eine schwarze Liste setzen. In diesem Fall müssen peruanische Finanzinstitute, wie die Nationalbank oder E-Geld-Emittenten, als steuerliche Einbehaltungsstellen fungieren.
„Der Entwurf sieht vor, den höheren Satz auf den Wert jeder steuerpflichtigen Wette anzuwenden. Dabei würden die bestehenden Regeln für die Steuerbasis, die Bewertung und die Prüfung beibehalten, einschließlich der rechtlichen Kriterien für ausländische Plattformen.“ - Luis Aurelio Masco Cáceres, Kongressabgeordneter
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat die Entwicklung in Peru keine direkten finanziellen Auswirkungen, da der deutsche Markt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng isoliert und reguliert ist. Dennoch zeigt das Beispiel Peru einen globalen Trend: Regierungen weltweit erkennen das fiskalische Potenzial des Online-Sektors. In Deutschland sind die Hürden jedoch bereits deutlich höher. Während Peru über 5 Prozent Einsatzsteuer diskutiert, unterliegen deutsche Spieler bereits strengen Limits, wie dem Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das zentrale LUGAS-System überwacht wird.
Zudem gilt in Deutschland ein Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Während peruanische Behörden versuchen, ausländische Plattformen über Zahlungsdienstleister zur Kasse zu bitten, setzt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Deutschland auf eine strikte Whitelist. Nur Anbieter auf dieser Liste dürfen legal ihre Dienste anbieten. Deutsche Spieler sollten daher immer prüfen, ob ein Casino eine deutsche Lizenz besitzt, um rechtlich abgesichert zu sein und vom hohen Niveau des Spielerschutzes zu profitieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer Lizenz der GGL operieren in einem der am stärksten regulierten Märkte der Welt. Die Debatte in Peru erinnert daran, dass steuerliche Stabilität ein rares Gut ist. GGL-lizenzierte Anbieter müssen in Deutschland bereits eine Rennwett- und Lotteriestandardsteuer von 5,3 Prozent auf Spieleinsätze abführen. Dieser Satz ist vergleichbar mit dem nun in Peru geforderten Niveau, allerdings ist das deutsche System durch die Koppelung an technische Überwachungssysteme wie LUGAS und Safe wesentlich transparenter und für den Fiskus sicherer. Für Betreiber bedeutet die Entwicklung in Peru, dass auch in vermeintlich liberaleren Märkten die steuerliche Daumenschraube jederzeit angezogen werden kann, was den Wert einer stabilen, wenn auch teuren, deutschen Lizenz unterstreicht.
Häufige Fragen
Wer hat den Vorschlag zur Steuererhöhung in Peru eingebracht?
Der Kongressabgeordnete Luis Aurelio Masco Cáceres aus Arequipa hat zusammen mit anderen Mitgliedern der Partido Cívico Obras den Gesetzesentwurf 00519-2026 und 2031-CD vorgelegt. Der Vorstoß zielt darauf ab, die Einnahmen aus dem Online-Glücksspiel für staatliche Zwecke zu maximieren.
Um wie viel Prozent soll die Steuer steigen?
Die selektive Verbrauchssteuer (ISC) für Online-Wetten und Sportwetten soll von derzeit 1 Prozent auf 5 Prozent erhöht werden. Dies entspräche einer Verfünffachung der bisherigen Steuerlast pro Wetteinsatz.
Welche Einnahmen erhofft sich der peruanische Staat?
Die Autoren des Entwurfs kalkulieren mit einer Steigerung der jährlichen Einnahmen auf etwa 1,62 Milliarden Sol, was rund 420 Millionen Euro entspricht. Dies wäre ein massiver Zuwachs gegenüber den derzeitigen 84 Millionen Euro.
Wie wird die Steuererhöhung begründet?
Die Initiatoren führen die starke Zunahme von Glücksspielen über mobile Endgeräte und Smartphones an. Die zusätzlichen Steuermittel sollen gezielt in die Spielsuchtprävention sowie in Schutzmaßnahmen für Jugendliche und junge Menschen fließen.
Gilt diese Steuererhöhung auch für deutsche Online-Casinos?
Nein, diese Regelung betrifft ausschließlich den peruanischen Markt und dort lizenzierte oder tätige Plattformen. In Deutschland tätige Spieler sind durch den GlüStV 2021 geschützt, der eigene Steuersätze von 5,3 Prozent auf Einsätze und strenge Spielerschutzregeln wie das 1.000-Euro-Limit vorschreibt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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