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Regulierung

Play’n GO tritt dem Deutschen Online Casinoverband bei

30. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Play’n GO tritt dem Deutschen Online Casinoverband beiKI-GENERIERT

Der Spielehersteller Play’n GO wird Mitglied im DOCV, um die Regulierung in Deutschland zu stärken. Die Branche schätzt die Kanalisierungsrate derzeit auf nur 30 bis 50 Prozent.

Der bekannte Spieleentwickler Play’n GO hat einen strategischen Schritt auf dem deutschen Glücksspielmarkt vollzogen. Das Unternehmen ist offiziell dem Deutschen Online Casinoverband (DOCV) beigetreten, nachdem die Mitgliedschaft einstimmig von den Verbandsmitgliedern bestätigt wurde. Dieser Beitritt erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für die Branche in Deutschland. Die Zusammenarbeit soll den Austausch zwischen privaten Anbietern, der Politik, den Medien und der Öffentlichkeit fördern, um die Nachhaltigkeit des regulierten Marktes zu sichern. Im Kern geht es darum, die Bedingungen für lizenzierte Betreiber so zu gestalten, dass sie gegen die illegale Konkurrenz bestehen können.

Play’n GO bringt in diesen Verbund seine umfassende Erfahrung aus zahlreichen regulierten Märkten weltweit ein. Melanie Hainzer, die als Market Owner DACH bei Play’n GO fungiert, wird das Unternehmen in der Verbandsarbeit repräsentieren. Damit besetzt der Anbieter eine wichtige Schnittstelle, um die Perspektive der Software-Zulieferer in die regulatorischen Debatten einzubringen. Der Fokus liegt dabei auf einem fairen Wettbewerb und einem hohen Standard beim Spielerschutz, was in Deutschland durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) streng überwacht wird.

Zahlen und Fakten

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die sogenannte Kanalisierungsrate. Während offizielle Stellen von deutlich höheren Werten ausgehen, zeichnet die Industrie ein düsteres Bild. Schätzungen aus der Branche beziffern die Kanalisierung auf lediglich 30 bis 50 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bis zu 70 Prozent der Spielaktivität außerhalb des legalen, deutschen Marktes stattfinden könnten. Magnus Olsson, Chief Commercial Officer bei Play’n GO, findet hierzu deutliche Worte. Er betont, dass Deutschland eigentlich einer der größten regulierten Märkte Europas sein sollte, die aktuelle kommerzielle Lage jedoch nicht zufriedenstellend sei.

„Lizensierte Betreiber werden aufgefordert, mit illegalen Unternehmen zu konkurrieren, die nicht die gleichen Steuern zahlen, nicht die gleichen Regeln befolgen und nicht die gleichen Standards beim Spielerschutz erfüllen. Es gibt zudem eine fundamentale Uneinigkeit über das wahre Ausmaß des Problems. Branchenschätzungen siedeln die Kanalisierung zwischen 30 und 50 Prozent an, während die offizielle Position signifikant höher liegt.“ - Magnus Olsson, Chief Commercial Officer bei Play’n GO

Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit harte wirtschaftliche Entscheidungen getroffen, um seine Integrität zu wahren. So hat Play’n GO nach eigenen Angaben auf erhebliches Geschäftsvolumen in unlizenzierten Märkten verzichtet. Dies unterstreicht die Philosophie, dass nachhaltiges Wachstum nur Hand in Hand mit einer starken Regulierung funktionieren kann. Auch der Verzicht auf sogenannte „Bonus Buy“-Spiele, die in Deutschland ohnehin verboten sind, gehört zu dieser konsequenten Linie.

Hintergrund

Der DOCV vertritt seine Mitglieder vor Behörden und gesetzgebenden Körperschaften. Zu den satzungsgemäßen Zielen gehören neben der Interessenvertretung auch die Erforschung von glücksspielbedingten Schäden sowie die Kooperation mit Organisationen zur Suchtprävention und zum Jugendschutz. Für Play’n GO ist der Beitritt mehr als eine bloße Formsache. Shawn Fluharty, Head of Government Affairs bei Play’n GO, erklärt, dass ein Fachverband nicht nur ein Logo auf einer Webseite sein dürfe. Es gehe darum, glaubwürdige Unternehmen um klare Ziele zu organisieren und den politischen Entscheidungsträgern praktische Lösungen anzubieten.

„Wir wollen am Tisch sitzen, unsere internationale Erfahrung einbringen, Ideen dort hinterfragen, wo es nötig ist, und konstruktiv mit anderen zusammenarbeiten, die sich dem Erfolg des regulierten Marktes verschrieben haben. Der Test für effektive Interessenvertretung ist nicht, ob die Branche gehört wird. Der Test ist, ob sie dazu beiträgt, bessere Ergebnisse zu erzielen.“ - Shawn Fluharty, Head of Government Affairs bei Play’n GO

Interessanterweise hat Play’n GO erst kürzlich im Mai 2025 klargestellt, dass das Unternehmen niemals Spiele für sogenannte „Sweepstakes Casinos“ liefern wird. Diese operieren oft außerhalb strenger regulatorischer Rahmenbedingungen, insbesondere in den USA. In Deutschland arbeitet der Provider bereits eng mit lizenzierten Schwergewichten wie Tipico zusammen. Tipico räumt den Spielen von Play’n GO sogar bevorzugte Werbeflächen ein, während Spiele von Anbietern, die gleichzeitig den Schwarzmarkt bedienen, konsequent aussortiert werden.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist diese Entwicklung ein positives Signal für die Sicherheit und Zuverlässigkeit ihres Spielerlebnisses. Da Play’n GO sich so stark für den regulierten Markt einsetzt, können sich Nutzer in Casinos mit GGL-Lizenz darauf verlassen, dass die Spiele den strengen Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 entsprechen. Dies beinhaltet unter anderem die Einhaltung des Einsatzlimits von maximal 1 Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Auch die Anbindung an das zentrale Sperrsystem OASIS und die Überwachung der Einzahlungslimits durch die LUGAS-Datenbank (Limitdatei) sind hierbei garantiert.

Spieler in Deutschland profitieren davon, dass ein großer Content-Lieferant den Druck auf die Politik erhöht, den legalen Markt attraktiver zu gestalten. Wenn die Regulierung das legale Angebot im Vergleich zu illegalen Anbietern materiell weniger attraktiv macht, riskieren die Behörden laut Olsson, die Kunden in die falsche Richtung zu drängen. Das Engagement im DOCV zielt also auch darauf ab, dass die Spielregeln in Deutschland zwar sicher, aber dennoch unterhaltsam bleiben, damit Spieler nicht zu ungeschützten Anbietern aus Übersee abwandern.

Was das für GGL-Casinos heißt

Betreiber von Online-Casinos mit deutscher Lizenz erhalten durch den DOCV-Beitritt von Play’n GO einen starken Verbündeten. Die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Betreibern ist essenziell, um sich gegen die Konkurrenz ohne deutsche Lizenz zu behaupten. Da Play’n GO Anbieter abstraft, die zweigleisig fahren (also sowohl den legalen als auch den grauen Markt bedienen), stärkt dies die Position derer, die sich strikt an die GGL-Vorgaben halten. Es entsteht ein geschlossenes Ökosystem aus seriösen Akteuren, das langfristig das Vertrauen der Kunden und der Regulierungsbehörden gewinnen möchte.

Häufige Fragen

Warum ist Play’n GO dem DOCV beigetreten?

Das Unternehmen möchte die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland aktiv mitgestalten und den Dialog mit der Politik stärken. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen für lizenzierte Anbieter zu schaffen und den Schwarzmarkt effektiver zu bekämpfen.

Wie hoch ist die Kanalisierungsrate in Deutschland aktuell?

Während offizielle Stellen von einem hohen Prozentsatz sprechen, schätzen Branchenexperten wie Play’n GO die Kanalisierung auf lediglich 30 bis 50 Prozent. Das bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Spieler noch immer bei illegalen Anbietern ohne deutsche Lizenz spielt.

Was sind die Forderungen von Play’n GO an die deutsche Politik?

Der Anbieter fordert eine attraktivere Gestaltung des legalen Marktes, damit Spieler nicht zu illegalen Anbietern abwandern. Zudem muss der Schwarzmarkt konsequenter bekämpft werden, da dieser keine Steuern zahlt und geringere Standards beim Spielerschutz bietet.

Welche Rolle spielt Melanie Hainzer beim DOCV?

Melanie Hainzer ist als Market Owner DACH bei Play’n GO die offizielle Vertreterin des Unternehmens innerhalb des Verbandes. Sie bringt die Perspektive des Spieleherstellers in die Arbeitsgruppen und Diskussionen des DOCV ein.

Was bedeutet die Mitgliedschaft für die Sicherheit der Spieler?

Spieler in Deutschland können sich darauf verlassen, dass Play’n GO Spiele nur in Casinos mit GGL-Lizenz anbietet, die den GlüStV 2021 erfüllen. Dies garantiert Schutzmaßnahmen wie das 1.000 Euro monatliche Einzahlungslimit und die Anbindung an die Sperrdatei OASIS.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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