Playstudios zahlt 3 Millionen Dollar: Vergleich im Streit um Social Casino Chips
KI-GENERIERTDer Spieleentwickler Playstudios legt eine Sammelklage in sechs US-Bundesstaaten bei. Mit einer Zahlung von 3 Millionen Dollar reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe illegalen Glücksspiels durch In-App-Käufe.
Das US-Unternehmen Playstudios hat sich bereit erklärt, eine millionenschwere Sammelklage beizulegen. Im Kern des Rechtsstreits stand die Frage, ob der Verkauf von virtuellen Chips in sogenannten Social Casinos als illegales Glücksspiel einzustufen ist. Die Einigung sieht vor, dass Playstudios insgesamt 3 Millionen Dollar bereitstellt, um Ansprüche von Spielern aus sechs US-Bundesstaaten abzugelten. Betroffen sind Nutzer aus Alabama, Ohio, New Jersey, Massachusetts, Tennessee und Kentucky, die innerhalb bestimmter Zeiträume echtes Geld für digitale Spielwährung ausgegeben haben.
Obwohl Playstudios den Vergleich akzeptiert hat, betont das Unternehmen ausdrücklich, dass dies kein Schuldeingeständnis darstellt. Die Verantwortlichen entschieden sich für die Zahlung, um langwierige und teure Gerichtsprozesse sowie die damit verbundenen Unwägbarkeiten zu vermeiden. In den USA wird die Grenze zwischen Unterhaltungs-Apps und reguliertem Glücksspiel immer häufiger vor Gericht thematisiert. Da die Chips in den Apps für Spiele genutzt werden, die echten Spielautomaten oder Tischspielen nachempfunden sind, sehen Kritiker darin ein illegales Angebot, selbst wenn keine echten Geldpreise gewonnen werden können.
Zahlen und Fakten
Der Vergleichsfonds in Höhe von 3 Millionen Dollar dient dazu, berechtigte Spieler zu entschädigen sowie Anwaltskosten und Verwaltungsgebühren zu decken. Die Klägervertreter können dabei sogenannte Service-Awards von bis zu 60.000 Dollar erhalten. Für die betroffenen Spieler gibt es zwei Optionen: Wer kein spezielles Formular einreicht, erhält automatisch eine Gutschrift in virtueller Währung, die 27 Prozent der qualifizierten Ausgaben entspricht. Wer hingegen eine Barauszahlung bevorzugt, muss bis zum 21. Oktober 2026 einen Antrag stellen. In diesem Fall winkt eine Entschädigung von bis zu 23 Prozent der getätigten Ausgaben.
Allerdings ist die Barauszahlung gedeckelt. Falls die Summe aller beantragten Cash-Zahlungen 17 Prozent des gesamten Vergleichsfonds übersteigt, werden die individuellen Beträge anteilig gekürzt und der Rest in virtueller Währung ausgezahlt. Die Zeiträume, in denen Käufe getätigt wurden, variieren je nach Bundesstaat stark. In Kentucky reicht die Spanne vom 5. Juli 2018 bis zum 29. Juni 2023, während sie in New Jersey erst am 2. Januar 2024 begann und für die meisten Staaten bis zum 30. Juni 2026 läuft.
Hintergrund
Die Klage mit dem Aktenzeichen White gegen Playstudios US LLC wurde ursprünglich vor einem Gericht in Alabama eingereicht. Sie umfasst prominente Titel wie myVEGAS Slots, Pop! Slots, myKONAMI Slots, MGM Slots Live sowie myVEGAS Blackjack und Bingo. Besonders pikant ist die Einbeziehung von MGM Slots Live, da MGM Resorts ein weltweit bekannter Casinobetreiber ist, der seit über einem Jahrzehnt seinen Markennamen an Playstudios lizenziert. Käufe, die über Plattformen wie Facebook, Apple, Google, Amazon und Microsoft getätigt wurden, sind Teil der Vereinbarung.
„Playstudios hat sich bereit erklärt, den Vergleich zu schließen, um die Unsicherheiten und Kosten zu vermeiden, die mit der Fortführung des Falles verbunden wären.“ - Offizielle Stellungnahme aus den Gerichtsunterlagen
Dieser Vergleich folgt kurz auf die Nachricht, dass Playstudios seine Sweepstakes-Plattform The Win Zone am 18. September geschlossen hat, was zu einer Abschreibung von etwa 3 bis 3,5 Millionen Dollar führte. Diese Ereignisse verdeutlichen den wachsenden Druck auf Anbieter von Social-Gaming-Produkten, die sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat dieser spezifische US-Vergleich keine direkten finanziellen Auswirkungen, da er strikt auf die genannten US-Bundesstaaten begrenzt ist. Dennoch ist die Thematik hochrelevant. In Deutschland wird das Online-Glücksspiel durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achtet penibel darauf, dass Anbieter eine Lizenz besitzen. Social Casinos, die In-App-Käufe anbieten, bewegen sich auch hierzulande oft am Rande der Legalität, wenn sie den Anschein von echtem Glücksspiel erwecken.
Spieler in Deutschland sollten darauf achten, nur in Casinos zu spielen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Nur dort sind Spielerschutzmaßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slots garantiert. Zudem erfolgt eine Anbindung an das Sperrsystem OASIS und das Kontrollsystem LUGAS. In-App-Käufe in nicht lizenzierten Social-Casino-Apps bieten keinerlei rechtliche Absicherung bei Streitigkeiten oder Suchtproblemen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entscheidung in den USA könnte Signalwirkung für den deutschen Markt haben. Lizenzierte deutsche Anbieter müssen sich strikt an die Trennung von Unterhaltung und Glücksspiel halten. Wenn Social-Casino-Elemente in lizenzierte Angebote integriert werden, müssen diese den strengen deutschen Jugendschutz- und Werberichtlinien entsprechen. Die GGL hat bereits angekündigt, auch gegen illegale Angebote im Bereich des Free-to-Play-Glücksspiels vorzugehen, wenn diese kommerzielle Ziele verfolgen und keine deutsche Erlaubnis vorliegt.
Häufige Fragen
Welche Spiele sind von dem Playstudios-Vergleich betroffen?
Der Vergleich umfasst beliebte Titel wie myVEGAS Slots, Pop! Slots, myKONAMI Slots, MGM Slots Live sowie myVEGAS Blackjack und myVEGAS Bingo. Auch Käufe über Facebook und die großen App-Stores von Apple, Google und Amazon sind abgedeckt.
Wie viel Geld erhalten die betroffenen Spieler zurück?
Spieler können bis zu 23 Prozent ihrer Ausgaben in bar zurückerhalten, sofern sie bis zum 21. Oktober 2026 einen Antrag stellen. Die Standardentschädigung ohne Antrag beträgt 27 Prozent des ausgegebenen Betrags in Form von virtueller Währung.
Gilt dieser Vergleich auch für Spieler in Deutschland?
Nein, die Einigung betrifft ausschließlich Spieler, die sich zum Zeitpunkt der Käufe in Alabama, Ohio, New Jersey, Massachusetts, Tennessee oder Kentucky befanden. Deutsche Kunden von Playstudios haben aktuell keinen Anspruch auf Zahlungen aus diesem Fonds.
Warum ist das Modell der Social Casinos rechtlich umstritten?
Kläger argumentieren, dass der Kauf von virtuellen Chips für echte Währung gegen Glücksspielgesetze verstößt, da die Spiele wie Slots funktionieren. Auch wenn keine echten Gewinne ausgezahlt werden, sehen Gerichte in einigen US-Staaten darin ein illegales Risiko-Modell.
Worauf müssen deutsche Nutzer bei Casino-Apps achten?
In Deutschland ist nur das Spiel bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL sicher und legal. Nutzer sollten die Whitelist prüfen, um sicherzustellen, dass Limits wie 1.000 Euro pro Monat und der deutsche Spielerschutz durch LUGAS und OASIS eingehalten werden.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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