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Spielerschutz

Ontario schützt Studenten: Präventionsprogramm auf 40 Campusse ausgeweitet

24. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Ontario schützt Studenten: Präventionsprogramm auf 40 Campusse ausgeweitetKI-GENERIERT

Der Responsible Gambling Council und iGaming Ontario intensivieren den Jugendschutz an Universitäten. Ziel ist es, 10.000 Studenten direkt vor Ort zu erreichen.

In Ontario wird der Kampf gegen Spielsucht bei jungen Erwachsenen massiv verschärft. Der Responsible Gambling Council (RGC) und iGaming Ontario (iGO) haben am Mittwoch, den 23. September, eine umfangreiche Erweiterung ihrer bestehenden Präventionskampagne angekündigt. War das Programm bisher auf 20 Standorte begrenzt, verdoppelt sich die Reichweite nun auf insgesamt 40 öffentlich finanzierte College- und Universitätsgelände. Die Initiative zielt darauf ab, junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren zu erreichen, die statistisch gesehen eine besonders vulnerable Gruppe für glücksspielbezogene Schäden darstellen.

Die Expansion erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem Online-Wetten und Sportwetten immer stärker in den medialen Alltag und die Sportkultur junger Erwachsener integriert werden. Durch geschulte Botschafter, die sich im gleichen Alter wie die Zielgruppe befinden, sollen Hemmschwellen abgebaut und ein offener Dialog über die Risiken des Glücksspiels ermöglicht werden. Das Programm wird vom Gesundheitsministerium von Ontario finanziert, wobei die Unterstützung durch iGaming Ontario eine signifikante Vergrößerung des ökologischen Fußabdrucks der Kampagne ermöglicht.

Zahlen und Fakten

Das ehrgeizige Ziel der Verantwortlichen ist es, über 10.000 persönliche Interaktionen mit Studenten während der laufenden Tournee zu generieren. Im Mittelpunkt steht dabei das interaktive Lernmodul The Random Tower, eine lebensgroße Variante des bekannten Jenga-Spiels. Anhand dieser Übung lernen die Teilnehmer, dass Spielergebnisse oft von Faktoren abhängen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen, wie etwa Zufallsmuster in der Software oder Last-Minute-Ereignisse im Sport. Zusätzlich werden 10.000 Bildungspakete für Studenten verteilt, die unter anderem QR-Codes enthalten, die direkt zu Hilfsangeboten und Sperrsystemen führen.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem System BetGuard. Dabei handelt es sich um ein zentralisiertes Tool zur Selbstsperre, das es registrierten Nutzern erlaubt, sich mit einem Klick von allen regulierten Glücksspielplattformen in der Provinz Ontario abzumelden. Dies ist ein entscheidender Schritt, da laut RGC etwa 70 Prozent der Zielgruppe zwischen 18 und 24 Jahren in Ontario eine Hochschule besuchen und somit am besten direkt auf dem Campus erreicht werden können.

Hintergrund

Sarah McCarthy, die Geschäftsführerin des Responsible Gambling Council, betont die Notwendigkeit, Studenten dort abzuholen, wo sie leben und lernen. Die Allgegenwärtigkeit von Wettwerbung in den sozialen Medien und während Sportübertragungen hat die Wahrnehmung von Glücksspiel verändert.

„Junge Erwachsene wachsen in einer Welt auf, in der Wetten fest mit der Art und Weise verwoben sind, wie sie Sport schauen und darüber sprechen. Studenten auf dem Campus in den entscheidenden Momenten zu begegnen, hilft ihnen, die Risiken zu verstehen und ihre Optionen zu kennen. Mit der Unterstützung von iGaming Ontario können wir das nun an fast allen öffentlich geförderten Standorten in der Provinz tun.“ - Sarah McCarthy, CEO des Responsible Gambling Council

Parallel zur Aufklärung warnt iGaming Ontario vor einer neuen Betrugsmasche. Illegale, nicht lizensierte Webseiten nutzen die Marke BetGuard missbräuchlich, um Vertrauen bei den Spielern zu erschleichen und sie auf ihre unregulierten Plattformen zu locken. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, ausschließlich bei lizensierten Betreibern zu spielen, die strengen Kontrollen unterliegen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Situation in Ontario weist deutliche Parallelen zur deutschen Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) auf. Auch in Deutschland liegt der Fokus massiv auf dem Jugendschutz und der Prävention für junge Erwachsene. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine sogenannte Whitelist, auf der alle legalen Anbieter aufgeführt sind. Ähnlich wie das kanadische BetGuard-System gibt es in Deutschland das übergreifende Sperrsystem OASIS, das Spieler vor Spielsucht schützen soll.

Für deutsche Spieler gelten zudem strikte Einzahlungslimits von maximal 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, was durch das zentrale System LUGAS überwacht wird. Zudem ist der Einsatz an Online-Spielautomaten auf 1 Euro pro Spin begrenzt. Programme wie die in Ontario könnten als Vorbild dienen, um die Aufklärung an deutschen Hochschulen zu intensivieren, da auch hier die Affinität zu Sportwetten bei jungen Männern stetig zunimmt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen bereits umfangreiche Maßnahmen zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten vorweisen. Der Vorstoß in Ontario zeigt, dass die Branche weltweit unter Druck steht, den Spielerschutz aktiv in den öffentlichen Raum zu tragen und nicht nur passiv auf den Webseiten zu verstecken. Lizensierte Anbieter in Deutschland sollten proaktiv auf Kooperationen mit Präventionsstellen setzen, um sich klar von dem unregulierten Schwarzmarkt abzugrenzen, der keine Schutzmechanismen bietet.

„Wir freuen uns über die Partnerschaft mit dem Responsible Gambling Council, um an 40 öffentlich geförderte Standorte in Ontario sinnvolle Glücksspielaufklärung zu bringen.“ - Joseph Hillier, Präsident und CEO von iGaming Ontario

Häufige Fragen

Wie viele Campusse umfasst das neue Präventionsprogramm in Ontario?

Das Programm wurde auf insgesamt 40 öffentlich geförderte Universitäts- und College-Standorte ausgeweitet, was einer Verdoppelung der ursprünglichen Reichweite entspricht. Die Kampagne soll durch geschulte Botschafter direkt vor Ort Aufklärung leisten.

Was ist BetGuard und wie hilft es Spielern?

BetGuard ist ein zentralisiertes Tool zur Selbstsperre in Ontario, mit dem sich Nutzer von allen legalen Online-Glücksspielseiten der Provinz gleichzeitig ausschließen können. Es dient als Schutzmechanismus, um Pausen vom Spielen zu erzwingen und exzessives Verhalten zu stoppen.

Warum ist die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen besonders gefährdet?

Junge Erwachsene in diesem Alter sind laut RGC statistisch anfälliger für die Risiken des Online-Glücksspiels, da Wetten zunehmend in den Konsum von Sport integriert sind. In Ontario besuchen rund 70 Prozent dieser Altersgruppe eine Hochschule, weshalb Prävention direkt auf dem Campus erfolgt.

Gibt es ähnliche Schutzmaßnahmen für Spieler in Deutschland?

Ja, in Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 den Markt, wobei das Sperrsystem OASIS und das Überwachungssystem LUGAS zentrale Rollen spielen. Spieler in Deutschland unterliegen einem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro und einem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde an Slots.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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