SEC erlaubt Cboe Corporate-Wetten während Kentucky gegen Kalshi klagt
KI-GENERIERTDie SEC erlaubt der Cboe die Notierung von binären Optionen auf die Performance von 23 Unternehmen, während Kalshi und Polymarket in Kentucky drohende rechtliche Schritte durch staatliche Gerichte befürchten müssen.
Die Welt der Finanzmärkte und der Vorhersagewetten rückt immer näher zusammen. Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat nun einen wegweisenden Plan der Cboe genehmigt. Zukünftig dürfen dort binäre Optionen gelistet werden, die nicht auf dem klassischen Aktienkurs basieren, sondern direkt an die operative Leistung von Unternehmen gekoppelt sind. Damit wird das Prinzip der Prediction Markets, wie man es von Plattformen wie Kalshi kennt, offiziell in den regulierten Wertpapierhandel integriert. Robinhood steht bereits in den Startlöchern, um als erster Broker diese Produkte an private Anleger zu vermitteln.
Während an der Wall Street neue Türen geöffnet werden, kämpfen spezialisierte Vorhersagemärkte an einer anderen Front. In Kentucky hat ein Bundesrichter empfohlen, laufende Vollstreckungsklagen gegen die Anbieter Kalshi und Polymarket an die staatlichen Gerichte zurückzuverweisen. Dies ist ein herber Rückschlag für die Betreiber, die gehofft hatten, unter dem Schutzmantel des Bundesrechts zu agieren. In den USA tobt ein Machtkampf darüber, ob diese Wetten als Rohstoffderivate oder als illegales Glücksspiel einzustufen sind.
Zahlen und Fakten
Cboe plant den Start der neuen Kontrakte für insgesamt 23 namhafte Unternehmen. Anleger können damit auf sehr spezifische Kennzahlen wetten, wie zum Beispiel die iPhone-Verkaufszahlen von Apple, die Werbeeinnahmen von YouTube oder den Umsatz der Rechenzentren von Nvidia. Um den Markt schnell zu etablieren, haben Cboe und Robinhood angekündigt, die Handelsgebühren für diese Produkte bis zum Ende des Jahres 2026 vollständig zu erlassen. Dies ist ein aggressiver Schritt, um Marktanteile von traditionellen Sportwettenanbietern oder unregulierten Krypto-Plattformen abzugreifen.
Im juristischen Bereich zitierte der Richter in Kentucky eine Entscheidung des Sixth Circuit vom 25. September, die den Handlungsspielraum der Staaten bei der Durchsetzung von Glücksspielgesetzen stärkt. Dies könnte dazu führen, dass Kalshi und Polymarket in Kentucky ähnliche Geofencing-Maßnahmen einführen müssen, wie sie bereits in Nevada, Michigan oder Washington praktiziert werden. Dort sind die Plattformen für Nutzer gesperrt, um lokale Gesetze nicht zu verletzen.
Hintergrund
Der Kern des Konflikts liegt in der regulatorischen Zuständigkeit. Cboe-Produkte werden als Wertpapiere unter der Aufsicht der SEC gehandelt. Kalshi hingegen unterliegt der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). SEC-Vorsitzender Paul Atkins betonte jedoch, dass die aktuelle Entscheidung keine endgültige Klärung der Zuständigkeiten darstellt.
„Die heutige Genehmigungsanordnung der SEC befasst sich nicht mit der Zuständigkeit der CFTC für KPI-Kontrakte und schließt diese auch nicht aus.“ - Paul Atkins, Vorsitzender der SEC
Atkins wies auf jahrzehntelange Streitigkeiten zwischen den beiden Behörden hin, sieht in der aktuellen Freigabe aber auch ein Zeichen für eine verbesserte Kooperation. Währenddessen wehrt sich auch der Anbieter Underdog gegen rechtliche Schritte aus Tennessee. Trotz einer Unterlassungserklärung vom 9. Oktober argumentiert Underdog, dass der Bundesstaat keine Befugnis habe, Event-Kontrakte unter dem Deckmantel von Glücksspielgesetzen zu verbieten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland sind diese US-spezifischen Finanzwetten derzeit nicht direkt zugänglich, da sie nicht der deutschen Regulierung entsprechen. Gemäß dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) dürfen in Deutschland nur Wetten und Spiele angeboten werden, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Prediction Markets auf Unternehmenskennzahlen oder politische Ereignisse bewegen sich in einer Grauzone, die in Deutschland meist als verbotenes Glücksspiel oder streng reguliertes Finanzderivat eingestuft wird.
Deutsche Nutzer sollten strikt darauf achten, nur bei Anbietern der GGL-Whitelist zu spielen. Dort gelten wichtige Schutzmaßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird. Zudem ist der Einsatz bei Online-Slots auf 1 Euro pro Spiel begrenzt. Plattformen wie Polymarket oder Kalshi verfügen über keine deutsche Lizenz und bieten nicht die hierzulande gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmechanismen gegen Spielsucht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die deutschen Lizenzinhaber stehen vor der Herausforderung, dass der internationale Markt immer kreativere Wettprodukte entwickelt, die Gaming und Finance vermischen. Da die GGL-Regulierung sehr strikt ist und nur klassische Sportwetten sowie definierte Casinospiele erlaubt, könnten innovative Produkte wie die von Cboe oder PrizePicks (die nun auch digitale Sammelkarten anbieten) deutsche Spieler in den illegalen Schwarzmarkt locken. Die Behörden werden beobachten müssen, ob die strengen Limits und Produktbeschränkungen im Vergleich zur internationalen Dynamik noch zeitgemäß sind oder ob eine Ausweitung der erlaubten Wettmärkte nötig wird, um die Kanalisierungsrate hochzuhalten.
Häufige Fragen
Welche neuen Wetten bietet Cboe an?
Cboe führt binäre Optionen ein, mit denen man auf Geschäftszahlen wie den iPhone-Umsatz von Apple oder YouTube-Werbeeinnahmen wetten kann. Diese Kontrakte werden als Wertpapiere reguliert und zunächst für 23 Unternehmen verfügbar sein.
Warum gibt es rechtliche Probleme in Kentucky?
Ein Richter hat empfohlen, Klagen gegen die Plattformen Kalshi und Polymarket zurück an staatliche Gerichte zu verweisen. Dort drohen den Betreibern strengere Verbote und die Pflicht zum Geofencing, da Kentucky diese Wetten als illegales Glücksspiel betrachtet.
Was hat Robinhood mit diesen Wetten zu tun?
Robinhood wird voraussichtlich der erste Broker sein, der diese neuen Event-Optionen für Privatanleger anbietet. Um Kunden zu gewinnen, sollen die Handelsgebühren für diese Produkte bis Ende 2026 komplett wegfallen.
Darf man diese Angebote aus Deutschland nutzen?
Nein, Anbieter wie Kalshi oder Polymarket besitzen keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Spieler müssen sich an lizenzierte Anbieter halten, die die Regeln des GlüStV 2021 wie das 1.000-Euro-Limit und LUGAS einhalten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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