Stripe integriert neuen Stablecoin OUSD für globales iGaming-Ökosystem
KI-GENERIERTFintech-Riese Stripe bindet den Stablecoin OUSD in fünf Kernprodukte ein. Das von Branchengrößen wie Visa und Mastercard getragene Projekt zielt auf effizientere Geldströme ab.
Der Zahlungsdienstleister Stripe hat einen massiven Vorstoß im Bereich der digitalen Währungen unternommen. Am 30. September gab das Unternehmen bekannt, dass der neue Stablecoin Open USD (OUSD) in das gesamte Produktportfolio integriert wurde. Davon betroffen sind insgesamt fünf zentrale Säulen der Plattform: der Bereich Payments, die Fiat-Konvertierung, das Treasury-Management, globale Auszahlungen sowie die Kartenausgabe. Mit diesem Schritt positioniert sich Stripe an der Spitze einer Bewegung, die Internet-native Zahlungswege für Unternehmen weltweit zugänglicher machen will.
Obwohl der Fintech-Marktführer den direkten Betrieb von Online-Casinos und Glücksspielplattformen weiterhin auf seiner Liste der eingeschränkten Geschäftsbereiche führt, hat die Nachricht weitreichende Folgen für die gesamte iGaming-Branche. Die Technologie hinter OUSD soll Reibungsverluste bei internationalen Geldtransfers eliminieren. Für Dienstleister im Umfeld von Glücksspielangeboten bedeutet dies, dass komplexe Zahlungsströme nun effizienter abgebildet werden können. Besonders die Entscheidung, OUSD auf dem Tempo-Netzwerk als Standardeinstellung festzulegen, zeigt den Wunsch nach Stabilität und Skalierbarkeit.
Zahlen und Fakten
Die Einführung von OUSD ist kein Alleingang von Stripe. Hinter dem Projekt steht Open Standard, eine unabhängige Organisation, die von Schwergewichten wie Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa gegründet wurde. Zum Start des Netzwerks haben sich bereits mehr als 200 Finanzinstitutionen, Banken und Fintech-Unternehmen angeschlossen. Zu den prominenten Namen, welche die OUSD-Reserven halten oder verwalten, zählen BlackRock, Lead Bank und BNY.
Ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil für Unternehmen ist die Gebührenstruktur. OUSD wird im Verhältnis 1:1 zum US-Dollar ausgegeben. Im Gegensatz zu vielen anderen Stablecoins fallen bei OUSD keine Gebühren für das Prägen (Minting) oder das Verbrennen (Redemption) an. Stripe teilte mit, dass Unternehmen zudem Belohnungen (Rewards) verdienen können, wenn sie als Partner dem Open Standard Netzwerk beitreten und entsprechende Guthaben halten. Coinbase zog bereits einen Tag nach Stripe nach und aktivierte den Handel mit OUSD am 1. Oktober auf den Blockchains Base, Ethereum, Solana und Tempo.
Hintergrund
Die Integration umfasst spezifische Funktionen, die für die globale Wirtschaft von Bedeutung sind. Das Tool „Crypto Onramp“ ermöglicht Kunden die einfache Umwandlung von klassischem Geld in OUSD. Mit „Global Payouts“ können Gelder an Empfänger in über 100 Ländern gesendet werden. Das Unternehmen Bridge, das erst kürzlich von Stripe übernommen wurde, fungiert dabei als technischer Emittent der digitalen Währung.
„OUSD bietet Unternehmen eine bessere Wirtschaftlichkeit als jeder andere Stablecoin. Wir freuen uns, Entwicklern die Wahl zu geben, ihn über den gesamten Stablecoin-Stack von Stripe hinweg zu nutzen, damit sie internetbasierte Produkte in großem Maßstab entwickeln können.“ - Henri Stern, Mitgründer von Privy
Stripe betont jedoch, dass die Nutzung von OUSD nicht verpflichtend ist. Geschäftskunden können weiterhin andere Blockchains oder Stablecoins wählen. Bestehende Guthaben müssen nicht umgewandelt werden. Die Wahl von Tempo als Standardnetzwerk unterstreicht jedoch das Vertrauen in diese spezielle Infrastruktur für den Massenmarkt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ändert sich an der direkten Kasse im Online-Casino zunächst wenig. Da Stripe Glücksspiel auf seiner Liste der verbotenen Branchen führt, wird OUSD nicht plötzlich als direkte Einzahlungsoption in lizenzierten deutschen Spielhallen auftauchen. In Deutschland unterliegt das Glücksspiel strengen Regeln durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, auf der nur Anbieter stehen, die sich an strikte Auflagen halten. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automaten.
Zudem müssen alle Zahlungen über zugelassene und rückverfolgbare Wege erfolgen. Kryptowährungen wie OUSD gelten bei der GGL derzeit nicht als Standardzahlungsmittel für Endkunden, da die Anonymität von Krypto-Transaktionen den strengen Identifizierungsprüfungen des LUGAS-Systems (Limit- und Sperrdatei) oft entgegensteht. Deutsche Spieler sollten daher weiterhin auf seriöse Methoden wie PayPal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung setzen, die von GGL-lizenzierten Betreibern angeboten werden. Wer bei MGA- oder Curacao-Casinos mit Krypto spielt, verzichtet auf den hohen deutschen Rechtsschutz.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz ist die Nachricht dennoch interessant, da sie die allgemeine Akzeptanz von Stablecoins im Finanzwesen vorantreibt. Wenn Giganten wie Mastercard und Visa einen eigenen Stablecoin unterstützen, könnten regulatorische Hürden langfristig sinken. Aktuell müssen deutsche Anbieter jedoch sicherstellen, dass jede Transaktion den Anforderungen der Geldwäscheprävention entspricht. Eine Einbindung von OUSD in den B2B-Bereich, etwa für die Abrechnung zwischen Software-Providern und Casinos, könnte die Kosten senken, ohne die Regeln für die Endkunden zu verletzen. Solange die GGL jedoch keine Kryptowährungen für den direkten Zahlungsverkehr zulässt, bleibt OUSD ein Werkzeug für die internationale Finanzinfrastruktur außerhalb des regulierten deutschen Marktes.
Häufige Fragen
Was ist OUSD und wer steckt dahinter?
OUSD ist ein neuer Stablecoin namens Open USD, der im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist. Er wurde von der Firma Open Standard entwickelt, deren Gründungspartner Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa sind.
Welche Kosten fallen bei der Nutzung von OUSD an?
Für das Prägen und Einlösen von OUSD fallen laut den Angaben von Stripe keine Gebühren an. Stattdessen erhebt das Netzwerk eine kleine, vorhersehbare Transaktionsgebühr für Bewegungen innerhalb des Systems.
Kann ich OUSD in deutschen Online-Casinos verwenden?
Nein, derzeit ist OUSD keine zugelassene Zahlungsmethode in Online-Casinos mit GGL-Lizenz. Stripe führt Glücksspiel zudem als eingeschränktes Geschäftsfeld, was die direkte Nutzung für Casino-Einzahlungen ausschließt.
Warum ist die Tempo-Blockchain wichtig für Stripe?
Stripe hat OUSD auf dem Tempo-Netzwerk als Standardkonfiguration für seine Produkte festgelegt. Dies soll eine schnelle und skalierbare Abwicklung von Zahlungen garantieren, wobei alternative Netzwerke wie Ethereum oder Solana weiterhin verfügbar bleiben.
Wie werden OUSD-Reserven abgesichert?
Die Reserven für den Stablecoin werden von großen Finanzinstitutionen verwaltet. Dazu gehören namhafte Unternehmen wie BlackRock, Lead Bank und BNY, um die 1:1-Deckung zum Dollar zu gewährleisten.
Was müssen deutsche Spieler beim Thema Krypto und Lizenzen beachten?
In Deutschland sind nur Casinos mit GGL-Lizenz legal, die sich an den GlüStV 2021 halten. Diese Anbieter nutzen meist klassische Zahlungsmittel, da Kryptowährungen die Identifizierungs- und Limitvorgaben durch das LUGAS-System derzeit nur schwer erfüllen können.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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