Taiwan sperrt Kalshi und Coinbase wegen illegaler Wetten auf Wahlen
KI-GENERIERTDie taiwanesischen Behörden blockieren den Zugang zu Kalshi und Coinbase. Grund sind Verdachtsmomente auf illegale Wahlwetten und drohende Haftstrafen von bis zu 5 Jahren.
Die Behörden in Taiwan greifen kurz vor den anstehenden Lokalwahlen am 28. November hart durch. Auf Anordnung eines Gerichts in New Taipei hat die zuständige Kommunikationsbehörde den Zugriff auf die Webseiten der Prognoseplattform Kalshi und der Kryptobörse Coinbase eingeschränkt. Die Ermittler des Criminal Investigation Bureau äußerten den Verdacht, dass über diese Plattformen illegale Wetten auf Wahlausgänge ermöglicht oder platziert wurden. Dies stellt nach taiwanesischem Recht eine erhebliche Straftat dar, da die Integrität des demokratischen Prozesses und der Schutz vor ausländischer Einflussnahme als höchste Priorität eingestuft werden.
Die rechtliche Grundlage für diesen drastischen Schritt bildet der Public Officials Election and Recall Act. Taiwan hat dieses Gesetz im Jahr 2023 verschärft, um den wachsenden Markt für politische Wetten einzudämmen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Inselnation gegen solche Anbieter vorgeht. Bereits zuvor wurde der Zugriff auf Polymarket blockiert, einen der weltweit größten dezentralen Prognosemärkte. Die aktuelle Maßnahme gegen Kalshi und Coinbase zeigt, dass die Regulierer nun auch etablierte Handelsplattformen und Krypto-Dienstleister ins Visier nehmen, sofern der Verdacht auf Wahlmanipulation durch Glücksspiel besteht.
Zahlen und Fakten
Die rechtlichen Konsequenzen für Beteiligte sind massiv. Nach der Gesetzesänderung von 2023 drohen Personen, die Wetten auf Wahlausgänge platzieren, bis zu 6 Monate Gefängnis. Deutlich härter trifft es die Anbieter solcher Wetten. Wer Möglichkeiten für Wahlwetten schafft oder anbietet, sieht sich einer Höchststrafe von 5 Jahren Haft gegenüber. Die Behörden betonen, dass es sich bei den aktuellen Sperren um präventive Maßnahmen handelt, um die Integrität der Wahlen am 28. November zu gewährleisten. Bisher liegt keine endgültige Feststellung einer Haftbarkeit vor, sondern lediglich der Verdacht auf Verstöße.
Kalshi reagierte prompt auf die Berichte und bestritt, dass der Handel in Taiwan überhaupt erlaubt sei. Coinbase hingegen gab an, Berichte über Zugangsschwierigkeiten von Nutzern zu untersuchen, ohne jedoch direkt auf die Vorwürfe der Wahlwetten einzugehen. In anderen Regionen der Welt, wie etwa in Südkorea, wurden vor der FIFA Weltmeisterschaft 2026 bereits 1.280 illegale Wettseiten gesperrt, was den globalen Trend zur strikten Netzüberwachung im Glücksspielsektor unterstreicht.
Hintergrund
Die Sperrung erfolgt in einer Zeit, in der Prognosemärkte weltweit enormen Zulauf erfahren. Besonders in den USA wird intensiv über die Zulässigkeit von Wetten auf politische Ereignisse gestritten. In Taiwan wird dieses Thema jedoch primär unter dem Aspekt der nationalen Sicherheit und der Abwehr von Desinformation betrachtet. Das Gericht in New Taipei folgte der Argumentation des Criminal Investigation Bureau, wonach solche Plattformen genutzt werden könnten, um durch finanzielle Anreize die öffentliche Meinung zu verzerren.
„Der Schutz der Wahlen und die Verhinderung ausländischer Einmischung waren die Gründe für die Beantragung der Zugangsbeschränkungen.“ - Sprecher des Criminal Investigation Bureau, Taiwan
Die technische Umsetzung der Sperren erfolgt über die Internetdienstanbieter des Landes. Dies ist ein Verfahren, das auch in anderen asiatischen Märkten Schule macht. Südkorea setzt beispielsweise verstärkt auf das Blockieren von IPs und Domains, um Nutzer von unlizenzierten Plattformen wie Betman fernzuhalten, die im Gegensatz zu den staatlich kontrollierten Angeboten auch Live-Wetten ermöglichen, was dort streng verboten ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist die Situation in Taiwan ein deutliches Warnsignal bezüglich der rechtlichen Grauzonen von Prognosemärkten. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr genau, was erlaubt ist und was nicht. Wetten auf politische Ereignisse oder Wahlen sind hierzulande generell nicht genehmigungsfähig. Wer auf Plattformen wie Kalshi oder Polymarket setzt, bewegt sich auf illegalem Terrain. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine sogenannte Whitelist, auf der alle legalen Anbieter verzeichnet sind. Nur dort sind Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten garantiert.
Ein Verstoß gegen diese Regeln kann auch für deutsche Nutzer Konsequenzen haben, insbesondere wenn es um die Auszahlung von Gewinnen von unlizenzierten Anbietern geht. Da diese keine deutsche Lizenz besitzen, besteht kein rechtlicher Anspruch auf Auszahlung, und Banken können Transaktionen blockieren. Zudem ist die Teilnahme an illegalem Glücksspiel auch in Deutschland strafbar, selbst wenn die Anbieter ihren Sitz im Ausland haben.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Casinos mit einer Lizenz der GGL bedeuten solche internationalen Entwicklungen eine Bestätigung ihres Geschäftsmodells. Während unregulierte Plattformen wie Coinbase oder Kalshi mit plötzlichen Netzsperren und Kriminalisierungsverfällen konfrontiert sind, bieten deutsche GGL-Casinos Rechtssicherheit. Sie müssen strikte Auflagen zum Jugendschutz und zur Suchtprävention erfüllen. Das Fehlen von politischen Wetten im deutschen Portfolio schützt die Anbieter vor derart massiven regulatorischen Eingriffen, wie sie jetzt in Taiwan zu beobachten sind. Die Branche in Deutschland setzt auf Transparenz und die Anbindung an das Sperrsystem OASIS, um langfristig stabil operieren zu können.
Häufige Fragen
Warum wurden Kalshi und Coinbase in Taiwan gesperrt?
Das Gericht in New Taipei ordnete die Sperrung an, weil der Verdacht besteht, dass über diese Webseiten illegale Wetten auf die kommenden Wahlen am 28. November platziert wurden. Dies verstößt gegen den taiwanesischen Public Officials Election and Recall Act, der die Integrität von Wahlen schützen soll.
Welche Strafen drohen bei illegalen Wahlwetten in Taiwan?
Personen, die Wetten auf einen Wahlausgang platzieren, müssen mit bis zu 6 Monaten Haft rechnen. Für die Anbieter solcher Wetten ist das Strafmaß deutlich höher und kann bis zu 5 Jahre Gefängnis betragen.
Sind Prognosemärkte wie Kalshi in Deutschland legal?
Nein, politische Wetten und Prognosemärkte ohne explizite deutsche Lizenz sind in Deutschland illegal. Der GlüStV 2021 erlaubt nur Sportwetten und Casinospiele bei Anbietern, die auf der Whitelist der GGL stehen.
Wie reagierten die betroffenen Unternehmen auf die Sperrung?
Kalshi bestritt offiziell, dass Nutzer in Taiwan überhaupt auf der Plattform handeln dürfen. Coinbase gab an, die gemeldeten Zugriffsprobleme der Nutzer derzeit noch zu untersuchen.
Was sollten deutsche Spieler beim Online-Glücksspiel beachten?
Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um von gesetzlichen Limits und dem Schutz durch LUGAS und OASIS zu profitieren. Wetten auf politische Ereignisse sind in Deutschland grundsätzlich verboten und können rechtliche Probleme nach sich ziehen.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTGlücksspiel-Gipfel in Amsterdam: SBC und VNLOK besiegeln neue Allianz
Die SBC und der niederländische Verband VNLOK planen eine strategische Partnerschaft für den SBC Summit Europe 2027 mit über 8.000 Teilnehmern.
KI-GENERIERTÖsterreichs Glücksspiel-Monopol wackelt: EU-Frist TRIS läuft im November ab
Österreich plant den Umbruch seines Glücksspielmarktes hin zu einem offenen Lizenzsystem. Die EU-Stillhaltefrist endet am 5. November 2026 und ebnet den Weg für neue Anbieter.
KI-GENERIERTBetora-Chef Hamed Rahimi: Warum Anpassungsfähigkeit im Glücksspielmarkt überlebenswichtig ist
Betora-CEO Hamed Rahimi warnt vor regulatorischer Unsicherheit und betont die Notwendigkeit flexibler Technik, während Brasilien mit geschätzten 62,5 Milliarden Real Verlusten kämpft.











