Gericht in Taiwan bestätigt Spielschulden in Höhe von 40,7 Millionen Dollar
KI-GENERIERTMelco Resorts gewinnt einen Rechtsstreit gegen einen taiwanischen High Roller, der Spielschulden von über 320 Millionen HKD in Macau anhäufte.
Das Oberste Gericht von Taiwan hat eine wegweisende Entscheidung getroffen, die dem Casinobetreiber Melco Resorts & Entertainment Ltd die Einziehung massiver Spielschulden ermöglicht. Ein taiwanischer High Roller, der in Gerichtsunterlagen lediglich als Ku identifiziert wird, muss demnach eine Summe von rund 320,47 Millionen HKD, was etwa 40,7 Millionen US-Dollar entspricht, an das Unternehmen zurückzahlen. Diese Summe setzt sich aus den ursprünglichen Spielverlusten und erheblichen Verzugszinsen zusammen.
Der Fall zeigt eindrucksvoll, dass internationale Casinobetreiber zunehmend erfolgreich darin sind, ihre Forderungen über Ländergrenzen hinweg rechtlich durchzusetzen. Obwohl Taiwan selbst strenge Gesetze bezüglich Glücksspiels und damit verbundener Kreditgeschäfte hat, akzeptierte das Gericht die Legalität der in Macau getroffenen Vereinbarungen. Für den Beklagten Ku, der als VVIP-Kunde eingestuft war, bedeutet dies eine finanzielle Belastung, die durch laufende Zinsen stetig weiter anwächst.
Zahlen und Fakten
Die Details des Falls sind durch die Gerichtsakten akribisch dokumentiert. Am 17. Mai 2020 erhielt Ku in einem Casino von Melco in Macau nicht einlösbare Jetons im Wert von etwa 38 Millionen US-Dollar als Kreditlinie. Nach Abzug von Provisionen und Rabatten in Höhe von 10,43 Millionen HKD verblieb ein Schuldenstand von rund 289,57 Millionen HKD. Da Ku den gesamten Betrag verspielte und die Rückzahlung schuldig blieb, wurden Verzugszinsen in Höhe von 29,25 Prozent pro Jahr fällig.
Bis April 2021 war die Forderung dadurch bereits auf die genannten 320,47 Millionen HKD angewachsen. Das Gericht stellte klar, dass die Zinspflicht erst mit der vollständigen Tilgung endet. Ku versuchte, die Forderung mit verschiedenen Argumenten abzuwehren. Er behauptete, Melco habe Dokumente gefälscht oder manipuliert und stellte die Vollständigkeit der Überwachungsvideos infrage. Das Gericht prüfte jedoch die Aufnahmen in Kombination mit Zeugenaussagen von Mitarbeitern und Einreisedokumenten. Diese Beweise bestätigten eindeutig, dass Ku zum fraglichen Zeitpunkt in Macau war, die Jetons entgegennahm und damit spielte.
Hintergrund
Ein zentraler Streitpunkt war die rechtliche Natur der Jetons. Ku argumentierte, dass der Erhalt von Chips anstelle von Bargeld nach taiwanischem Recht keinem Geldkredit gleichkomme. Das Gericht wies dies zurück und betonte, dass beide Parteien vereinbart hatten, einen Barkredit in Chips gleichen Wertes umzutauschen. Da Melco in Macau eine gesetzliche Lizenz zur Kreditvergabe für Glücksspiele besitzt, sah das Gericht keinen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten in Taiwan.
„Der Kredit sollte nicht aufgrund der öffentlichen Ordnung oder der Moral in Taiwan für nichtig erklärt werden, da das Darlehen in Macau legal war und Ku ein Erwachsener war, der das Darlehen freiwillig erhielt.“ - Richter des High Court Taiwan, Urteilsbegründung
Interessanterweise hatte Ku bereits seit 2018 eine Geschäftsbeziehung zu Melco. Er hatte frühere Spielkredite stets zurückgezahlt, was ihm letztlich den Weg zu den extrem hohen Kreditlimits ebnete, die nun zu seinem Verhängnis wurden. Ku besitzt zwei in Taiwan registrierte Unternehmen, hält sich jedoch derzeit hauptsächlich auf dem chinesischen Festland auf. Ihm steht gegen das aktuelle Urteil noch der Weg der Berufung offen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist dieser Fall eine wichtige Erinnerung an die strengen Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Während in Macau Kredite an High Roller üblich sind, ist die Kreditvergabe durch Casinobetreiber in Deutschland strikt untersagt. Deutsche Online-Casinos mit GGL-Lizenz müssen sicherstellen, dass Spieler nur mit vorhandenem Guthaben spielen. Es gibt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale LUGAS-System überwacht wird, um eine Verschuldung wie im Fall Ku zu verhindern.
Wer in Deutschland bei einem lizenzierten Anbieter spielt, ist zudem durch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten geschützt. Ein High-Roller-Szenario mit Millionenverlusten auf Pump ist unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) faktisch unmöglich. Deutsche Gerichte würden Kreditverträge für Glücksspiele, die im Inland abgeschlossen wurden, aufgrund des gesetzlichen Verbots als nichtig ansehen. Dennoch zeigt das Beispiel Taiwan, dass Auslandsschulden bei legalen Anbietern im Ausland durchaus bis in die Heimat verfolgt werden können.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte deutsche Anbieter müssen sich strikt an die Whitelist der GGL halten. Das Urteil aus Taiwan unterstreicht, wie wichtig Rechtssicherheit und die Einhaltung lokaler Gesetze sind. Während Melco in Macau legal handelte, müssen deutsche Betreiber die strengen deutschen Jugendschutz- und Präventionsvorgaben umsetzen. Verstöße gegen das Kreditverbot oder die Limits können zum Entzug der deutschen Lizenz führen. Die GGL überwacht dies sehr genau, um den Schwarzmarkt einzudämmen und Spielerschutz als höchstes Gut zu wahren. Im Vergleich zu den oft undurchsichtigen Regeln in Macau bietet das deutsche System eine deutlich höhere Transparenz und Sicherheit vor ruinösen Schuldenfallen.
Häufige Fragen
Warum muss der Spieler in Taiwan trotz strenger Gesetze zahlen?
Das Gericht entschied, dass der Kreditvertrag in Macau legal abgeschlossen wurde. Da der Spieler volljährig war und freiwillig handelte, wird der Vertrag auch in Taiwan als gültig anerkannt.
Wie hoch waren die Zinsen für die Spielschulden?
Melco Resorts berechnete Verzugszinsen in Höhe von 29,25 Prozent pro Jahr. Dies führte dazu, dass die ursprüngliche Schuld bis April 2021 auf über 40,7 Millionen US-Dollar anstieg.
Welche Beweise nutzte das Gericht gegen den Spieler?
Das Gericht stützte sich auf Überwachungsvideos aus dem Casino, Aussagen von Mitarbeitern und offizielle Einreisedokumente. Diese belegten zweifelsfrei, dass der Spieler in Macau war und die Jetons verspielte.
Können solche Schulden auch in Deutschland entstehen?
Nein, in Deutschland ist die Kreditvergabe durch Casinos gesetzlich verboten. Spieler können durch das Einzahlungslimit von 1.000 Euro monatlich und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin nicht solche Schuldenberge bei lizenzierten Anbietern anhäufen.
Was passiert, wenn man Spielschulden bei einem illegalen Anbieter hat?
Schulden aus illegalem Glücksspiel sind in Deutschland meist nicht einklagbar. Dennoch sollten Spieler nur bei GGL-lizenzierten Anbietern spielen, um rechtlich geschützt zu sein und Suchtgefahren zu minimieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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