European Lotteries fordert klare Regeln für Prognosemärkte in Europa
KI-GENERIERTDie European Lotteries warnen vor Regulierungslücken bei Prognosemärkten. Am 30. September 2026 forderte der Verband in Brüssel eine kohärente Aufsicht, unabhängig von Blockchain-Technologien.
Die Welt der Online-Wetten wandelt sich rasant, und ein Segment rückt immer stärker in den Fokus der Regulierungsbehörden: die Prognosemärkte. Am 30. September 2026 hat die Organisation The European Lotteries (EL) in Brüssel eine klare Botschaft an die Politik und die Aufsichtsbehörden gesendet. Es geht um die Forderung nach einer kohärenten regulatorischen Herangehensweise, die sicherstellen soll, dass neue Produkte keine Lücken im Verbraucherschutz reißen. In einer Zeit, in der Wetten auf Wahlausgänge oder wirtschaftliche Indikatoren boomen, sieht der Verband die Gefahr, dass Anbieter durch geschickte Wortwahl oder den Einsatz neuer Technologien bestehende Glücksspielgesetze umgehen könnten.
Das Kernproblem liegt in der Einordnung dieser sogenannten Event-Kontrakte. Diese ermöglichen es Nutzern, Positionen zu zukünftigen Ereignissen einzunehmen, was oft einer klassischen Wette gleicht. Doch häufig werden diese Produkte als Finanzinstrumente vermarktet, was zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen Finanzmarktaufsichten und Glücksspielbehörden führt. Der Verband betont, dass die rechtliche Behandlung eines Produkts von seinen Merkmalen und den damit verbundenen Risiken abhängen muss, nicht von der Technologie oder den Begriffen, die im Marketing verwendet werden.
Zahlen und Fakten
In der offiziellen Stellungnahme vom 30. September 2026 unterstrich EL, dass Glücksspielpolitik in der Europäischen Union weiterhin eine nationale Kompetenz bleibt. Dies führt dazu, dass die Legalität von Prognosemärkten in jedem Mitgliedstaat individuell geprüft werden muss. Besonders relevant ist hierbei die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, kurz MiFID II. Wenn ein Event-Kontrakt als Finanzinstrument eingestuft wird, unterliegt er diesen EU-weiten Regeln. EL stellt jedoch klar, dass eine solche Einstufung kein Freibrief ist. Auch als Finanzinstrumente deklarierte Produkte können gleichzeitig unter nationale Glücksspielgesetze fallen, wenn sie die entsprechenden Kriterien erfüllen.
Ein wichtiger Akteur in dieser Debatte ist die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Diese hatte bereits im Juli festgestellt, dass bestimmte Prognosemärkte mit binären Auszahlungen als restriktive Finanzinstrumente gelten können, aber dennoch Raum für nationale Glücksspielregulierungen lassen. Diese Koordination ist entscheidend, da Länder wie Frankreich, die Niederlande und Spanien bereits restriktiv gegen Plattformen wie Polymarket vorgegangen sind. Neun europäische Aufsichtsbehörden haben zudem eine gemeinsame Initiative gestartet, um gegen nicht lizenzierte Prognosemärkte vorzugehen, da diese oft keine Limits für Einzahlungen oder Abkühlphasen bieten.
„Prognosemärkte entwickeln sich schnell, und die Regulierung sollte Schritt halten. Die Position von EL ist einfach: Aktivitäten, die ähnliche Risiken aufweisen, sollten ähnlichen Schutzmaßnahmen unterliegen. Der Fokus sollte auf der Art des Produkts und der Aktivität liegen, statt auf dem Etikett oder der zugrunde liegenden Technologie."- Piet Van Bäveghem, Generalsekretär bei The European Lotteries
Hintergrund
Der Aufstieg der Blockchain-Technologie hat die Situation verschärft. Viele neue Plattformen nutzen Distributed-Ledger-Technologie (DLT) oder Tokenisierung, um ihre Dienste anzubieten. EL fordert hier eine technologische Neutralität der Gesetze. Nur weil eine Wette über eine Blockchain abgeschlossen wird oder Smart Contracts nutzt, ändert das nichts an ihrem ökonomischen Kern. Wenn das Risiko und der Ablauf einer Wette entsprechen, muss auch das Glücksspielrecht greifen. Die Sorge ist groß, dass durch regulatorische Arbitrage der mühsam aufgebaute Spielerschutz ausgehebelt wird.
Besonders die Anonymität und die ständige Verfügbarkeit auf Krypto-basierten Plattformen ohne staatliche Kontrolle bereiten den staatlichen Lotterien Sorgen. Piet Van Bäveghem begrüßte in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass die ESMA anerkennt, dass Event-Kontrakte auch Wetten im Sinne nationaler Gesetze sein können. Dies stärke die Position der nationalen Regulierer, die den Markt vor unkontrolliertem Wildwuchs schützen wollen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr streng definiert. Prognosemärkte, die als Wetten auf Ereignisse fungieren, fallen in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Das bedeutet: Ein Anbieter benötigt eine deutsche Lizenz und muss auf der offiziellen Whitelist stehen. Ohne diese Erlaubnis ist das Angebot in Deutschland illegal. Deutsche Kunden profitieren bei lizenzierten Anbietern von massiven Schutzmaßnahmen, wie dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System überwacht wird.
Zudem gilt in Deutschland ein strenges Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots, und auch bei Sportwetten sind die Einsatzmöglichkeiten reglementiert. Plattformen für Prognosemärkte, die oft keine Limits oder Identitätsprüfungen verlangen, verstoßen gegen diese Sicherheitsstandards. Spieler, die solche illegalen Angebote nutzen, riskieren nicht nur den Verlust ihres Geldes ohne rechtliche Handhabe, sondern beteiligen sich theoretisch an unerlaubtem Glücksspiel. Die Forderung der European Lotteries nach mehr Kohärenz unterstützt letztlich den deutschen Weg, nur streng kontrollierte und lizenzierte Angebote zuzulassen, um Spielsucht und Kriminalität vorzubeugen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz bedeutet die Initiative von EL eine potenzielle Stärkung des legalen Marktes. Wenn die Aufsichtsbehörden europaweit enger zusammenarbeiten, wird es für unlizenzierte Konkurrenten schwerer, unter dem Deckmantel von Finanzprodukten oder Krypto-Diensten in den Markt zu drängen. GGL-lizenzierte Casinos und Wettanbieter müssen bereits jetzt hohe Hürden bei IT-Sicherheit und Spielerschutz nehmen. Ein einheitliches Vorgehen gegen Graumarkt-Anbieter sichert den fairen Wettbewerb und schützt die Investitionen der Unternehmen, die sich an die deutschen Gesetze halten.
Häufige Fragen
Was sind Prognosemärkte eigentlich?
Prognosemärkte erlauben es Nutzern, auf den Ausgang von Ereignissen wie Wahlen oder Wirtschaftszahlen zu setzen. Rechtlich werden diese oft als Event-Kontrakte bezeichnet, die eine binäre Auszahlung (Ja/Nein) haben.
Warum fordern die European Lotteries neue Regeln?
Der Verband befürchtet, dass Anbieter durch Begriffe aus dem Finanzsektor oder Blockchain-Technologie die strengen Glücksspielgesetze umgehen. Dies könnte den Spielerschutz schwächen und zu illegalen Angeboten ohne Aufsicht führen.
Welche Rolle spielt die Technologie wie Blockchain dabei?
Die EL betont, dass Regulierung technologieneutral sein muss. Ob eine Wette über eine traditionelle Webseite oder eine Blockchain abgeschlossen wird, darf keinen Unterschied bei der rechtlichen Bewertung des Risikos machen.
Sind Prognosemärkte in Deutschland für Spieler erlaubt?
Nur wenn der Anbieter über eine Lizenz der GGL verfügt und auf der Whitelist steht, ist das Angebot legal. Private Wetten auf politische Ereignisse sind in Deutschland derzeit kaum bei lizenzierten Anbietern zu finden, da die Regeln sehr strikt sind.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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