US-Bundesstaaten im Rechtsstreit: Kalshi und Crypto.com wehren sich gegen Glücksspielverbot
KI-GENERIERTIm Kampf um Prognosemärkte klagen Kalshi in Missouri und OG.com in Utah gegen staatliche Behörden. Unterdessen meldet Robinhood Rekordeinnahmen von 173 Millionen Dollar.
Die Welt der Prognosemärkte in den Vereinigten Staaten gerät immer stärker unter juristischen Beschuss. Aktuell stehen sich Betreiber wie Kalshi und staatliche Regulierungsbehörden in einem harten Schlagabtausch gegenüber. Auslöser sind die Versuche der Bundesstaaten Missouri und Utah, das Angebot von Wetten auf Sportereignisse und politische Resultate durch strikte Glücksspielgesetze zu unterbinden. Kalshi hat nun Klage gegen die Generalstaatsanwältin von Missouri, Catherine Hanaway, sowie die dortige Glücksspielkommission eingereicht. Ziel ist es, die Durchsetzung staatlicher Gesetze gegen die angebotenen Sport-Wettverträge zu stoppen. Dieser Schritt folgt auf eine Unterlassungserklärung vom 16. September, in der Kalshi vorgeworfen wurde, eine nicht lizenzierte Plattform für Sportwetten zu betreiben.
Das Unternehmen argumentiert, dass die Anforderungen Missouris für eine rechtmäßige Lizenzierung praktisch nicht zu erfüllen seien. In Missouri wurden bereits zwei unabhängige Lizenzen für mobile Sportwetten an DraftKings und Circa Sports vergeben. Andere Lizenzen sind zwingend an eine Partnerschaft mit Kasinos oder professionellen Sportteams gebunden. Kalshi sieht darin eine Verletzung der Verfassung, insbesondere der Supremacy Clause. Das Unternehmen vertritt die Ansicht, dass der Commodity Exchange Act (CEA) der Bundesbehörde CFTC die exklusive Zuständigkeit für Warenterminbörsen und Ereignisverträge einräumt. Ein staatliches Eingreifen sei daher rechtlich nicht zulässig. Die Frist zur Befolgung der staatlichen Anordnung war ursprünglich auf den 16. Oktober angesetzt und wurde später bis zum 30. Oktober verlängert, doch die Fronten bleiben verhärtet.
Zahlen und Fakten
Während der Rechtsstreit tobt, zeigen aktuelle Marktzahlen eine interessante Dynamik. Laut einem Bericht von Citizens vom 27. Oktober schwächelt das Wachstum im US-iGaming-Sektor. Im dritten Quartal stiegen die Einnahmen im Jahresvergleich nur noch um 12 Prozent, nachdem sie im ersten Quartal noch bei 19 Prozent lagen. FanDül bleibt mit einem Marktanteil von 25,1 Prozent der Spitzenreiter, gefolgt von DraftKings mit 22,2 Prozent. Bemerkenswert ist jedoch der Erfolg von Robinhood. Die Plattform meldete für das dritte Quartal Einnahmen in Höhe von 173 Millionen Dollar aus Ereignisverträgen. Das ist mehr als das Sechsfache des Vorjahreswerts und übersteigt im zweiten Quartal in Folge sogar die Einnahmen aus dem Kryptohandel, die um 55 Prozent auf 120 Millionen Dollar einbrachen. Caesars Entertainment hingegen meldete trotz eines Umsatzanstiegs auf 2,94 Milliarden Dollar einen Nettoverlust von 123 Millionen Dollar.
Hintergrund
In Utah spielt sich ein ähnliches Drama ab. Die North American Derivatives Exchange (Nadex), die hinter der Plattform OG.com steht, klagt gegen den Bundesstaat, nachdem dieser rechtliche Schritte gegen Kalshi eingeleitet hatte. Auch hier pochen die Kläger auf die exklusive Zuständigkeit der CFTC. Die Situation wird durch die Beteiligung von Prominenten und Sportlern weiter belastet. So hat der ehemalige NBA-Spieler Malik Beasley zugestimmt, sich in einem Fall von Sportwetten-Betrug schuldig zu bekennen. Ihm wird vorgeworfen, seine statistische Leistung in vier Spielen der Saison 2023 und 2024 manipuliert zu haben, um Komplizen Gewinne aus Prop-Bets zu ermöglichen.
„Missouri verlangt von Kalshi entweder den Stopp der Sportverträge oder den Erwerb einer Sportwetten-Lizenz, doch die Lizenzanforderungen des Staates bieten keinen realistischen Weg zur Einhaltung der Vorschriften.“ - Kalshi-Vertretung, Gerichtsakte im Bundesstaat Missouri
Kalshi reagiert auf den wachsenden Druck auch mit neuen Spielerschutzmaßnahmen. Für Trader im Alter von 18 bis 20 Jahren wurde ein monatliches Einzahlungslimit von 2.500 Dollar eingeführt. Zudem gibt es Warnmeldungen, wenn neue Nutzer mehr als 25 Prozent ihres Kapitals in eine einzige Transaktion investieren. Dies zeigt, dass die Branche versucht, sich durch Selbstregulierung vor noch härteren staatlichen Eingriffen zu schützen, während sie gleichzeitig um ihre legale Existenzberechtigung kämpft.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist diese US-Debatte vor allem als Vergleichswert interessant. Während in den USA noch gestritten wird, ob bestimmte Wettformen als Finanzderivat oder Glücksspiel gelten, herrscht in Deutschland durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) Klarheit. Alle Formen von Online-Wetten und Kasinospielen unterliegen der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Nutzer müssen sich an strikte Limits halten, wie das anbieterübergreifende monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten ist hierzulande Standard. Prognosemärkte, wie sie Kalshi anbietet, sind in Deutschland nur unter sehr spezifischen Bedingungen und oft gar nicht mit der GGL-Lizenz vereinbar, da sie eine Grauzone zwischen Finanzmarkt und Wette darstellen. Deutsche Spieler sollten daher ausschließlich auf Anbietern der offiziellen Whitelist spielen, um rechtlich abgesichert zu sein.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für deutsche Kasinos mit GGL-Lizenz verdeutlicht der US-Konflikt, wie wichtig eine rechtssichere Regulierung ist. Während US-Anbieter Millionen in Rechtsstreitigkeiten investieren müssen, können sich deutsche Unternehmen auf den Spielerschutz und die Marktentwicklung innerhalb des GlüStV-Rahmens konzentrieren. Das Beispiel der US-Wachstumsverlangsamung zeigt zudem, dass der Markt irgendwann eine Sättigung erreicht. Deutsche Anbieter müssen daher verstärkt auf Qualität und legale Innovationen setzen, anstatt in riskante Grauzonen auszuweichen. Der Fokus auf LUGAS und OASIS bleibt das Alleinstellungsmerkmal gegenüber illegalen MGA- oder Curacao-Anbietern, die keine vergleichbare Sicherheit bieten können.
Häufige Fragen
Warum klagt Kalshi gegen den US-Bundesstaat Missouri?
Kalshi wehrt sich gegen die Einstufung seiner Ereignisverträge als illegales Glücksspiel durch die staatlichen Behörden. Das Unternehmen argumentiert, dass eine Bundesbehörde, die CFTC, die alleinige Aufsichtsberechtigung für solche Finanzprodukte besitzt und die staatlichen Lizenzhürden unzumutbar sind.
Sind Prognosemärkte profitabler als Kryptowährungen?
Bei der Plattform Robinhood war dies im dritten Quartal 2026 der Fall, da die Einnahmen aus Prognoseverträgen auf 173 Millionen Dollar stiegen. Im Gegensatz dazu sanken die Einnahmen aus dem Kryptotransaktionsgeschäft deutlich auf nur noch 120 Millionen Dollar.
Welche neuen Schutzmaßnahmen hat Kalshi für junge Nutzer eingeführt?
Für Nutzer im Alter von 18 bis 20 Jahren gilt nun ein standardmäßiges monatliches Einzahlungslimit von 2.500 Dollar. Zusätzlich gibt es Warnhinweise, wenn ein Nutzer mehr als ein Viertel seines Guthabens auf eine einzelne Wette beziehungsweise einen Vertrag setzt.
Was wird dem NBA-Spieler Malik Beasley vorgeworfen?
Dem ehemaligen Profi der Milwaukee Bucks wird vorgeworfen, seine eigene sportliche Leistung manipuliert zu haben, um Absprachen bei Prop-Bets zu ermöglichen. Er hat angekündigt, sich am 9. Dezember vor einem Bundesgericht in Brooklyn in dieser Angelegenheit schuldig zu bekennen.
Kann ich solche US-Prognosemärkte aus Deutschland nutzen?
In Deutschland ist der Zugang zu solchen Märkten stark reguliert und oft durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 untersagt, sofern keine GGL-Lizenz vorliegt. Deutsche Spieler sind gesetzlich verpflichtet, nur Angebote zu nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen und die Einzahlungslimits von 1.000 Euro monatlich einhalten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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