Lustich.de arbeitet nicht gewinnorientiert. Überschüsse fließen in gemeinnützige Projekte, zum Beispiel in den Bau von Schulen und Brunnen in Benin (Westafrika). Mehr erfahren
Alle Casino News auf Deutsch
Technik

Phygitals: Vegangster bringt echte Pokémon-Karten in die Online-Casinos

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Phygitals: Vegangster bringt echte Pokémon-Karten in die Online-CasinosKI-GENERIERT

Vegangster integriert als erster B2B-Anbieter physische Sammelkarten in seine Plattform. Dank Phygitals können Spieler echte Graded Cards, wie von Pokémon, in digitalen Packs öffnen.

Die Welt der Online-Casinos steht vor einem digitalen Wandel, der eigentlich ziemlich analog beginnt. Vegangster, ein bekannter B2B-Plattformanbieter für iGaming, hat eine neue vertikale Sparte integriert, die das Herz von Sammlern höher schlagen lässt. Ab sofort können Casinobetreiber ihren Kunden das Öffnen von sogenannten Phygitals-Packs ermöglichen. Das Besondere daran ist die Verknüpfung von digitalem Glück mit echten, physischen Objekten. Es geht um Sammelkarten von Pokémon oder aus dem Sportbereich, die nicht nur virtuelle Bilder auf einem Bildschirm sind, sondern tatsächliche Sachwerte in der realen Welt darstellen.

Diese Innovation markiert einen Wendepunkt in der Branche, da Vegangster nach eigenen Angaben der derzeit einzige Anbieter ist, der dieses Format auf einer B2B-Ebene für Casinoseiten zur Verfügung stellt. Das Konzept basiert auf der Zusammenarbeit mit Phygitals, einem in den USA ansässigen Marktplatz, der sich auf das Öffnen und Handeln von zertifizierten Sammelkarten spezialisiert hat. Für die Spieler bedeutet das, dass sie online ein Pack erwerben und öffnen können, wobei jede gezogene Karte eine sogenannte Graded Card ist. Diese Karten wurden bereits von Experten auf ihren Zustand geprüft und versiegelt. Solange der Spieler die Karte nicht physisch in den Händen halten möchte, verbleibt sie in einem sicheren Tresor des Anbieters.

Zahlen und Fakten

Die Relevanz dieses neuen Sektors wird durch die Beteiligung großer Player unterstrichen. Phygitals betreibt bereits Underdog Rips, ein Produkt für digitale Kartenpacks, das von einem der führenden Fantasy-Sports-Anbieter in den USA genutzt wird. Dieser Betreiber verzeichnet rund 950.000 monatlich aktive Nutzer. Vegangster nutzt diese bestehende Infrastruktur, um das Angebot nun weltweit für Online-Casinos und Sportwettenanbieter zugänglich zu machen.

Ein wesentlicher strategischer Vorteil für die Betreiber liegt in der Kundenbindung. Im Gegensatz zu klassischen Slot-Spielen, bei denen Spieler oft durch Boni und Freispiele gehalten werden müssen, bietet das Sammeln von Karten einen intrinsischen Anreiz. Ein Spieler, der eine wertvolle Karte in seinem digitalen Tresor weiß, kehrt regelmäßig auf die Plattform zurück, um den Marktwert zu prüfen, die Sammlung zu vervollständigen oder die Karte schließlich einzulösen. Dieser Prozess findet ohne zusätzliche Bonusausgaben seitens des Casinos statt.

„Jedes neue Format, das wir hinzufügen, öffnet eine Tür zu einer anderen Gruppe von Spielern. Das Öffnen von Packs spricht Menschen an, die bereits dem Kartenmarkt folgen, und gibt unseren Betreibern die Möglichkeit, sie mit etwas zu erreichen, das sie wiedererkennen." - Michael Oziransky, Chief Product Officer bei Vegangster

Hintergrund

Die technische Umsetzung wurde so gestaltet, dass Casinobetreiber keinen großen Aufwand betreiben müssen. Die Phygitals-Sparte ist für alle Vegangster-Partner über ihre bestehenden Account-Manager verfügbar, ohne dass zusätzliche Integrationsarbeiten an der Software nötig sind. Die Abwicklung erfolgt über dieselbe Wallet und dieselben Player-Management-Tools, die auch für Slots oder Sportwetten genutzt werden. Die komplexen Prozesse wie die Bewertung (Grading) der Karten, die sichere Lagerung im Vault und der weltweite Versand werden komplett von Phygitals übernommen. Damit sinkt die Eintrittsbarriere für Glücksspielanbieter enorm, die bisher vor der logistischen Herausforderung physischer Güter zurückgeschreckt sind.

Vegangster wird diese neue Funktion auf dem SBC Summit in Lissabon vom 29. September bis zum 1. Oktober am Stand B506 live präsentieren. Dort können Fachbesucher den gesamten Ablauf vom Kauf bis zur Einlösung der Karte begutachten. Neben den Kartenpacks bietet die Plattform bereits andere innovative Formate wie Lootboxen, Prognosemärkte und CCTV-Spiele an, um sich vom klassischen Einerlei der Casino-Lobbys abzuheben.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Lage wie immer etwas komplizierter. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt sehr enge Grenzen für das, was in Online-Spielhallen erlaubt ist. Bisher konzentriert sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vor allem auf virtuelle Automatenspiele mit einem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin und der monatlichen Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro, die über das LUGAS-System überwacht wird. Ob solche physischen Karten-Packs als Glücksspiel im Sinne des deutschen Rechts eingestuft werden, hängt oft davon ab, ob ein Geldwertgewinn im Vordergrund steht. Da diese Karten jedoch einen realen Marktwert haben und der Erwerb zufallsbasiert ist, dürften sie in Deutschland streng reguliert werden.

Spieler in Deutschland sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Solange innovative Formate wie die von Vegangster nicht explizit von der Behörde genehmigt sind, werden sie bei legalen deutschen Anbietern kaum zu finden sein. Es ist jedoch denkbar, dass solche Elemente in Zukunft als Teil von Treueprogrammen oder unter speziellen Lizenzen Einzug halten könnten, sofern sie den strengen Jugend- und Spielerschutzanforderungen entsprechen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Inhaber einer deutschen Lizenz stellt sich die Frage, wie sie sich gegenüber dem Schwarzmarkt differenzieren können. Während internationale MGA- oder Curacao-Casinos solche Phygitals-Features wahrscheinlich schnell implementieren werden, müssen deutsche Betreiber auf die Genehmigung der GGL warten. Die Behörde ist bekannt für ihre vorsichtige Haltung gegenüber neuen Spielformen, insbesondere wenn diese Elemente von Lootboxen enthalten, die ohnehin in der Kritik stehen. Dennoch zeigt die Entwicklung bei Vegangster, wohin die Reise geht: weg vom reinen Casino-Gaming, hin zu einer hybriden Unterhaltungswelt, die digitale und physische Werte miteinander verbindet.

Häufige Fragen

Was sind Phygitals Kartenpacks bei Vegangster?

Es handelt sich um ein neues B2B-Produkt, bei dem Spieler online Pakete mit echten Sammelkarten wie Pokémon öffnen können. Die gezogenen Karten sind physisch vorhanden, bereits bewertet (graded) und werden sicher in einem Tresor verwahrt, bis der Spieler sie handeln oder sich zuschicken lassen möchte.

Welche Vorteile haben Casinobetreiber von diesem Angebot?

Betreiber können ihre Kundenbindung stärken, ohne auf klassische Boni angewiesen zu sein. Da die Karten einen realen Wert haben und Teil einer Sammlung sind, kehren Spieler häufiger auf die Plattform zurück, um ihren Bestand zu verwalten oder Karten einzulösen.

Wer übernimmt die Logistik und Bewertung der Karten?

Die gesamte Logistik, von der professionellen Zustandsbewertung (Grading) über die sichere Lagerung bis hin zum Versand bei einer Einlösung, wird vom Partnerunternehmen Phygitals übernommen. Vegangster stellt lediglich die technische Schnittstelle für die Integration in die Casino-Lobby bereit.

Wo wird das neue System zum ersten Mal live gezeigt?

Vegangster präsentiert das Phygitals-Modul auf dem SBC Summit in Lissabon. Die Messe findet vom 29. September bis zum 1. Oktober statt, wobei interessierte Fachbesucher den Prozess am Stand B506 testen können.

Sind diese Kartenpacks in deutschen Online-Casinos legal?

Aktuell sind solche hybriden Formate in legalen deutschen Online-Spielhallen mit GGL-Lizenz nicht verfügbar. Der GlüStV 2021 regelt primär virtuelle Automatenspiele und Sportwetten; neue Spielformen müssten erst ein Genehmigungsverfahren der GGL durchlaufen, um auf der Whitelist zugelassen zu werden.

Teilen

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

Alle Artikel von Lisa Lustich

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

Diesen Artikel in 45 Sprachen lesen

Verwandte Themen

Weiterführende Artikel