Finnlands Veikkaus expandiert: Start der Marke Viabet für Juli 2027 geplant
KI-GENERIERTDer staatliche Betreiber Veikkaus wagt den Schritt nach Dänemark. Ab dem 1. Juli 2027 soll die neue Marke Viabet in Kooperation mit Viaplay den skandinavischen Markt erobern.
Die skandinavische Glücksspiel-Landschaft steht vor einem gewaltigen Umbruch. Veikkaus OY, der bisherige finnische Monopolist, bereitet sich auf seinen ersten großen internationalen Auftritt vor. Ab dem 1. Juli 2027 wird die neue Marke Viabet sowohl in Dänemark als auch im Heimatmarkt Finnland an den Start gehen. Dies markiert das Ende einer Ära, in der sich das staatliche Unternehmen fast ausschließlich auf den nationalen Schutzraum konzentrierte. Die Expansion ist kein Alleingang, sondern erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Viaplay Group, deren OTT-Plattform für Sport und Unterhaltung als Reichweiten-Beschleuniger dienen soll.
Dieser Schritt ist strategisch klug gewählt, da das Jahr 2027 für Finnland ohnehin eine Zeitenwende bedeutet. Das Land öffnet seine Sektoren für Online-Wetten, Casinos, Slots und Bingo für den lizenzierten Wettbewerb. Veikkaus muss sich also transformieren, um nicht von privaten Anbietern überrollt zu werden. Durch die Gründung von Veikkaus International und die Nutzung der technologischen Basis von Fennica Gaming will der Konzern beweisen, dass staatlich geprägte Expertise auch unter freien Marktbedingungen wettbewerbsfähig ist. Der Fokus liegt dabei auf einer tiefen Integration von Sportdaten, Analysen und einer modernen Nutzererfahrung.
Zahlen und Fakten
Das Datum für den Markteintritt, der 1. Juli 2027, ist kein Zufall. Es korrespondiert mit tiefgreifenden gesetzlichen Änderungen in Dänemark. Dort hat das Storting im Oktober 2026 strengere Werbebeschränkungen beschlossen. Zukünftig wird Glücksspielwerbung während Live-Sportübertragungen verboten sein, und zwar in einem Zeitfenster von zehn Minuten vor bis zehn Minuten nach dem Event. Zudem dürfen keine Personen unter 25 Jahren mehr für Marketingzwecke eingesetzt werden. Für eine Marke wie Viabet, die stark auf der Verbindung zu einem Sport-Broadcaster aufbaut, stellt dies eine erhebliche Hürde dar.
In Finnland selbst hat der Lizenzierungsprozess bereits am 1. März 2026 begonnen. Die Nationale Polizeibehörde nimmt seitdem Anträge entgegen. Während Veikkaus das Monopol auf Lotterien, Rubbellose und physische Spielautomaten behält, wird das restliche Online-Geschäft in eine Dualstruktur überführt. CEO Olli Sarekoski betont die Wichtigkeit dieser Transformation für das Unternehmen.
„Viabet ist ein bedeutender strategischer Schritt für Veikkaus und ein konkreter Beweis dafür, wie wir unsere internationalen Wachstumsziele vorantreiben. Die Partnerschaft wird uns helfen, ein unverwechselbares Angebot aufzubauen, unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem offenen Markt zu verbessern und eine stärkere Grundlage für ein skalierbares internationales Konsumentengeschäft auf Basis finnischer Expertise zu schaffen.“ - Olli Sarekoski, CEO von Veikkaus
Hintergrund
Die Expansion nach Dänemark wird von Lars Bo Jeppesen, dem CEO von Viaplay Dänemark, ausdrücklich begrüßt. Er verweist darauf, dass Veikkaus sowohl den Ehrgeiz als auch das Fachwissen mitbringe, um in Dänemark zu bestehen. Besonders der Fokus auf verantwortungsbewusstes Spielen (Responsible Gambling) sei ein zentraler Aspekt der Partnerschaft. Doch das Projekt ist politisch nicht unumstritten. In Finnland stellen die Sozialdemokraten und die Zentrumspartei die Frage, ob der Staat überhaupt ein Glücksspielunternehmen besitzen sollte, das in direktem Wettbewerb mit privaten Firmen steht. Regierungsvertreter machen eine mögliche Privatisierung oder Teilöffnung von der zukünftigen Marktentwicklung und der nachgewiesenen Wettbewerbsfähigkeit der Veikkaus-Gruppe abhängig.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat der Markteintritt von Viabet in Dänemark und Finnland zunächst keine direkten Auswirkungen auf ihre Spielmöglichkeiten. Dennoch ist die Entwicklung hochinteressant, da sie zeigt, wie staatliche Akteure auf den Druck der Marktöffnung reagieren. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das Maß aller Dinge. Wer hierzulande sicher spielen möchte, muss sich zwingend an die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) halten. Diese Liste garantiert, dass Anbieter strenge Regeln zum Spielerschutz einhalten, wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Online-Slots. Zudem werden alle Spielerdaten im LUGAS-System abgeglichen, um ein sicheres Umfeld zu gewährleisten. Eine Marke wie Viabet müsste, sollte sie jemals nach Deutschland expandieren, exakt diese strengen deutschen Kriterien erfüllen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die etablierten Betreiber auf dem deutschen Markt, die bereits eine GGL-Lizenz besitzen, beobachten solche internationalen Bewegungen genau. Der Trend geht zur Konsolidierung und zu starken Medienpartnerschaften, wie das Beispiel Veikkaus und Viaplay zeigt. Dies könnte auch in Deutschland Schule machen, wo Werbeverbote und strenge Auflagen den Markt dominieren. GGL-lizenzierte Casinos zeichnen sich dadurch aus, dass sie Steuerpflichten in Deutschland nachkommen und die OASIS-Sperrdatei respektieren. Im Gegensatz zu Anbietern aus Malta (MGA) oder Curacao bieten sie deutschen Kunden echten Rechtsschutz und ein kontrolliertes Spielumfeld. Die Konkurrenz durch staatliche Giganten wie Veikkaus auf dem europäischen Parkett könnte langfristig auch den Druck auf deutsche Lizenznehmer erhöhen, ihre eigenen digitalen Angebote und technologischen Schnittstellen weiter zu optimieren.
Häufige Fragen
Wann startet die neue Marke Viabet in Dänemark?
Der offizielle Starttermin für Viabet in Dänemark und Finnland ist der 1. Juli 2027. Zu diesem Zeitpunkt tritt in Finnland auch die neue Marktregulierung in Kraft.
Welche Rolle spielt Viaplay bei dieser Expansion?
Viaplay stellt seine OTT-Plattform für Sport und Unterhaltung sowie mediale Inhalte zur Verfügung. Veikkaus liefert im Gegenzug die Technologie, Kundenexpertise und Sportdaten-Analysen über seine B2B-Sparte Fennica Gaming.
Warum gibt es in Finnland politische Diskussionen über Veikkaus?
Einige Parteien, wie die Sozialdemokraten, hinterfragen die Dualstruktur. Es wird diskutiert, ob ein staatliches Unternehmen in einem offenen, wettbewerbsorientierten Markt gegen private Anbieter antreten sollte.
Welche neuen Werberegeln gelten ab Juli 2027 in Dänemark?
In Dänemark wird Werbung während Live-Sportübertragungen untersagt, beginnend zehn Minuten vor dem Anpfiff bis zehn Minuten nach Spielende. Außerdem dürfen Influencer und Personen unter 25 Jahren nicht mehr für Glücksspiel werben.
Können deutsche Spieler bei Viabet spielen?
Derzeit ist Viabet nur für die Märkte Dänemark und Finnland angekündigt. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, die den GlüStV 2021 einhalten, inklusive der 1.000 Euro Einzahlungsgrenze und LUGAS-Anbindung.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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