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Open Face Chinese Poker Regeln

30. Juli 202612 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Kartenauslage beim Open Face Chinese Poker mit drei Reihen und dreizehn Spielkarten auf grünem Filz.

Open Face Chinese Poker gilt als strategische Variante des Kartenspiels, die Ende der 2000er Jahre an Popularität gewann. Im Gegensatz zu Texas Hold'em gibt es keine Setzrunden während der Handverteilung. Das Ziel besteht darin, dreizehn Karten auf drei verschiedene Reihen aufzuteilen. Diese Reihen nennen Experten Back-Hand, Middle-Hand und Front-Hand. Die untere Reihe besteht aus fünf Karten und muss den höchsten Wert aufweisen. Die mittlere Reihe umfasst ebenfalls fünf Karten und darf nicht stärker als die untere Hand sein. In der oberen Reihe liegen lediglich drei Karten. Hier ist der niedrigste Wert aller drei Reihen erforderlich. Verstößt ein Spieler gegen diese Hierarchie, gilt die gesamte Hand als ungültig. Man bezeichnet dies fachsprachlich als Foul. In Deutschland unterliegt das Spiel um Echtgeld den Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Anbieter benötigen eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL. Ohne diese Lizenz ist das Anbieten von Pokerspielen im Internet untersagt. Paragraf 4 des GlüStV definiert die Rahmenbedingungen für erlaubtes Glücksspiel. Es existieren monatliche Einzahlungslimits von 1000 Euro für Spieler. Diese Grenze schützt vor finanzieller Überforderung.

Die Grundregeln und der Spielablauf

Ein Spiel beginnt meist mit zwei bis vier Teilnehmern an einem Tisch. Jeder Spieler erhält zu Beginn fünf Karten verdeckt oder offen. Beim Open Face Chinese Poker werden diese Karten sofort sichtbar für alle Mitspieler auf die drei Reihen verteilt. Danach ziehen die Teilnehmer nacheinander jeweils eine weitere Karte vom Stapel. Diese Karte muss sofort fest in eine der freien Positionen platziert werden. Einmal abgelegte Karten dürfen im späteren Verlauf nicht mehr verschoben werden. Das erfordert vorausschauende Planung und mathematisches Verständnis. Man muss das Risiko eines Fouls gegen die Chance auf hohe Punktgewinne abwägen. Ein Full House in der mittleren Reihe ist nur wertvoll, wenn die untere Reihe mindestens ein höheres Full House oder einen Vierling zeigt. Passiert ein Fehler bei der Zuordnung, verliert der Spieler automatisch gegen alle Gegner, die eine gültige Hand gehalten haben. Der Strafwert bei einem Foul ist hoch. Man verliert in diesem Fall Punkte für alle drei Reihen und oft zusätzliche Bonuspunkte. Viele Akteure unterschätzen die Gefahr einer ungültigen Hand. Besonders Anfänger versuchen zu oft, starke Kombinationen in der Mitte zu erzwingen. Dies führt häufig zum kompletten Punktverlust.

Punkteverteilung und das Scoring-System

Die Abrechnung erfolgt nach dem Vergleich der einzelnen Reihen unter den Spielern. Man nutzt hierfür das Punktesystem, das pro gewonnener Reihe einen Punkt vergibt. Gewinnt ein Spieler zwei von drei Reihen, erhält er einen Punkt als Differenz. Schlägt ein Teilnehmer seinen Gegner in allen drei Reihen, spricht man von einem Scoop. Ein Scoop belohnt den Gewinner mit sechs Punkten. Zusätzlich gibt es sogenannte Royalties. Das sind Bonuspunkte für besonders starke Hände in bestimmten Reihen. Ein Paar Damen in der Front-Hand bringt beispielsweise sieben Zusatzpunkte. Ein Royal Flush in der Back-Hand kann bis zu 25 Punkte wert sein. Diese Royalties werden unabhängig vom Ausgang des direkten Vergleichs gezählt. Selbst wenn ein Spieler die Reihe verliert, weil der Gegner einen höheren Royal Flush hat, bekommt er die Bonuspunkte. Nur im Falle eines Fouls verfallen sämtliche Royalties des betroffenen Spielers. Die Abrechnung erfolgt am Ende jeder Runde in Einheiten, die vorher als Geldwert festgelegt wurden. Ein Punkt kann beispielsweise einen Euro kosten. Der GlüStV 2021 gibt vor, dass Einsätze in einem angemessenen Verhältnis zum Spielerschutz stehen müssen. Paragraf 22a limitiert die Einsatzhöhen bei virtuellen Automatenspielen auf einen Euro, was auch als Orientierung für viele Tischspiel-Limits dient.

Fantasyland als strategisches Ziel

Fantasyland ist ein spezieller Bonusstatus beim Open Face Chinese Poker. Ein Spieler erreicht diesen Status, wenn er in der obersten Reihe (Front) ein Paar Damen oder etwas Besseres platziert, ohne dabei ein Foul zu begehen. In der nächsten Runde hat dieser Spieler einen massiven Vorteil. Er bekommt alle 13 oder 14 Karten gleichzeitig verdeckt auf die Hand. Während die anderen Spieler ihre Karten einzeln ziehen und offen legen müssen, kann der Spieler im Fantasyland seine Hand perfekt im Stillen ordnen. Danach legt er die fertigen Reihen gleichzeitig auf den Tisch. Die Wahrscheinlichkeit für einen Scoop oder hohe Royalties steigt in diesem Modus drastisch an. Wer im Fantasyland erneut starke Kombinationen bildet, kann dort verweilen. Ein Drilling in der Front-Hand oder ein Vierling in der Back-Hand verlängert den Aufenthalt meist. Die strategische Ausrichtung vieler Profis zielt fast ausschließlich auf das Erreichen dieses Zustands ab. Dennoch bleibt das Risiko. Wer zu gierig auf die Damen in der Front spielt und unten kein Paar Buben halten kann, foult. Die GGL überwacht Anbieter genau, um sicherzustellen, dass Zufallsgeneratoren bei der Kartenausgabe fair arbeiten. Transparenz ist ein Kernpunkt der deutschen Lizenzierung. Spieler sollten Angebote ohne deutsche Erlaubnis meiden, da dort kein Rechtsschutz bei Streitigkeiten besteht. Anbieter mit MGA- oder Curaçao-Lizenzen erfüllen die strengen deutschen Anforderungen oft nicht.

Mathematik und Wahrscheinlichkeiten beim Legen

Mathematik bildet das Rückgrat jeder Pokerentscheidung. Beim OFC müssen Spieler die verbleibenden Karten im Deck ständig mitzählen. Da viele Karten der Gegner offen liegen, lassen sich die Wahrscheinlichkeiten für das Vervollständigen von Straights oder Flushes präzise berechnen. Wenn bereits sechs Herz-Karten bei den Gegnern liegen, ist die Chance auf einen eigenen Herz-Flush gering. Man sollte in diesem Fall lieber auf Paare oder zwei Paare setzen. Viele Spieler nutzen Hilfsmittel wie Outs-Tabellen. Der deutsche Gesetzgeber achtet darauf, dass keine betrügerische Software zum Einsatz kommt. Paragraf 10 des Glücksspielstaatsvertrags fordert von den Betreibern ein Sozialkonzept. Dies beinhaltet auch die Aufklärung über die Risiken des Spiels. Die mathematische Komplexität kann dazu führen, dass Spieler die Kontrolle über Zeit und Geld verlieren. Die GGL führt eine Sperrdatei namens OASIS. Wer Anzeichen von Spielsucht zeigt oder sich finanziell übernimmt, kann sich dort sperren lassen. Diese Sperre gilt für alle legalen Glücksspielangebote in Deutschland. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Poker setzt voraus, dass man die mathematischen Grenzen akzeptiert. Man kann die beste Strategie verfolgen und trotzdem durch Pech verlieren. Langfristig setzt sich jedoch die höhere Spielstärke durch. Die Varianz ist beim OFC jedoch höher als bei anderen Varianten. Das liegt vor allem an den hohen Punktwerten für Royalties und den Einfluss von Fantasyland.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt den Markt für Online-Poker in Deutschland umfassend. Pokerspiele sind nur erlaubt, wenn sie auf einer separaten Plattform unter einer spezifischen Lizenz laufen. Es ist verboten, Poker gleichzeitig mit Sportwetten oder Casinospielen in einem Fenster anzuzeigen. Spieler müssen sich mit ihren Klardaten identifizieren. Eine Verifizierung der Identität muss innerhalb von 72 Stunden nach der Registrierung erfolgen. Erst nach erfolgreicher Prüfung ist eine dauerhafte Teilnahme am Spielbetrieb möglich. Die Steuerlast für Pokerspieler wird oft diskutiert. In Deutschland werden Einsätze bei Online-Poker besteuert. Viele Anbieter legen diese Kosten auf die Spieler um, etwa durch höhere Rake-Gebühren. Paragraf 22b des RennwettiLStG regelt die Steuerpflicht. Dies sorgt für Sicherheit, verringert aber die theoretische Gewinnrate. Illegale Anbieter aus Übersee werben oft mit Steuerfreiheit. Das ist rechtlich gesehen gefährlich für Kunden in Deutschland. Wer bei illegalen Anbietern spielt, macht sich unter Umständen strafbar gemäß Paragraf 285 StGB. Zudem gibt es keine Garantie für die Auszahlung von Gewinnen. Die GGL veröffentlicht regelmäßig eine White-List aller erlaubten Anbieter. Wer dort nicht gelistet ist, agiert auf dem deutschen Markt illegal. Sicherheit geht vor Profitgier.

Taktik für die Front-, Middle- und Back-Hand

In der Back-Hand platziert man idealerweise den Grundstein für die gesamte Runde. Ein Flush oder ein Full House sind hier solide Fundamente. Man sollte versuchen, diese Kombination frühzeitig zu sichern. Falls die ersten fünf Karten bereits einen Draw zum Flush bieten, legt man diese meist nach unten. Die Middle-Hand dient oft als Puffer. Hier müssen Spieler flexibel reagieren. Wenn die Back-Hand nicht so stark wie erhofft ausfällt, darf die Middle-Hand nicht besser werden. Das führt oft dazu, dass man in der Mitte ein starkes Blatt absichtlich verschlechtern muss. Wer in der Mitte ein Full House bilden könnte, aber unten nur ein Paar Asse hat, muss das Full House aufbrechen. In der Front-Hand liegen nur drei Karten. Ein hohes Paar ist hier das Ziel für Fantasyland. Ein High-Card-König kann aber oft schon reichen, um eine Reihe gegen einen Gegner zu gewinnen. Viele Anfänger machen den Fehler, in der Front zu stark zu starten. Wenn die ersten Karten nur klein sind, ist es sicherer, die Front bis zum Ende offen zu lassen. Strategische Tiefe entsteht durch die Beobachtung der Gegner. Man sieht, welche Karten bereits verbaut sind. Werden keine Könige mehr für die eigene Front-Hand ausgegeben, muss man den Plan ändern. In deutschen lizenzierten Räumen sind die Tische oft auf geringere Beträge begrenzt. Das dient dem Schutz der Bankroll und reduziert den psychischen Druck.

Strategische Tiefe durch Varianten wie Pineapple

Pineapple OFC ist eine sehr populäre Unterform des Spiels. Hier ziehen die Spieler nicht eine, sondern drei Karten vom Stapel. Davon behalten sie zwei und werfen eine Karte verdeckt weg. Das beschleunigt das Spiel massiv. Die Chance auf starke Hände wie Vierlinge oder Royal Flushes steigt erheblich. Auch das Erreichen von Fantasyland ist bei Pineapple deutlich häufiger. Die strategische Komponente verschiebt sich hier mehr in Richtung Wahrscheinlichkeitsrechnung für die verdeckten Karten. Man muss kalkulieren, welche Karte der Gegner weggeworfen haben könnte. In Deutschland sind Varianten des Pokerspiels ebenfalls durch den GlüStV abgedeckt. Die Lizenz der GGL umfasst in der Regel das gesamte Pokerangebot eines Betreibers. Wichtig ist beim Pineapple, dass man nicht zu sehr ins Risiko geht. Da man mehr Karten sieht, neigt man zur Selbstüberschätzung. Ein Foul bei Pineapple ist besonders schmerzhaft, da die Punktestände oft sehr hoch ausfallen. Pro Runde können hunderte Punkte den Besitzer wechseln. Bei einem Einsatz von einem Euro pro Punkt kann eine einzige Hand sehr teuer werden. Deshalb sind Limits und Selbstkontrolle unerlässlich. Die BZgA bietet unter der Nummer 0800 1 372 700 kostenlose Beratung bei problematischem Spielgeschäft an. Verantwortungsvolles Spielen bedeutet, nur Geld zu setzen, das man als verloren betrachten kann. Die GGL sorgt durch technische Richtlinien dafür, dass keine Bots am Tisch sitzen. Fair Play wird durch regelmäßige Prüfungen der Software garantiert.

Das Erlernen von Open Face Chinese Poker erfordert Geduld und Disziplin. Die komplexen Regeln zur Handhierarchie bestrafen Fehler gnadenlos. Ein tiefes Verständnis der Punkteberechnung ist nötig, um Profitabilität zu bewerten. Werden Sie sich der mathematischen Realitäten bewusst und nutzen Sie die Sicherheitsmechanismen deutscher Lizenzen. Es empfiehlt sich, zunächst ohne Geldeinsatz zu üben oder Tische mit sehr geringen Punktwerten zu wählen. Achten Sie auf die Einhaltung Ihrer eigenen Zeitlimits. Spielen Sie ausschließlich bei Anbietern, die auf der White-List der GGL stehen. Dies garantiert Ihnen rechtliche Sicherheit und faire Bedingungen. Bei Fragen zum Spielerschutz oder Anzeichen von Kontrollverlust kontaktieren Sie die BZgA unter 0800 1 372 700. Ein kühler Kopf ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg am Pokertisch.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert bei einem Foul?

Ein Foul tritt ein, wenn die Reihenfolge der Spielstärke nicht eingehalten wird. Die untere Reihe muss stärker als die mittlere und die mittlere stärker als die obere Reihe sein. Ein Foul führt zum automatischen Verlust aller Punkte in dieser Runde.

Welche Handstärke gilt für die obere Reihe?

In der oberen Reihe, der Front-Hand, werden nur drei Karten gewertet. Ein Paar ist hier bereits eine sehr starke Hand. Straights oder Flushes zählen in dieser Reihe aufgrund der Kartenanzahl nicht.

Wie gelange ich in das Fantasyland?

Man erreicht diesen Bonusmodus durch ein Paar Damen oder eine bessere Kombination in der obersten Reihe. Die Hand muss dabei gültig bleiben und darf kein Foul enthalten.

Sind Online-Poker-Anbieter in Deutschland legal?

Nur Anbieter mit einer expliziten Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder dürfen Online-Poker legal betreiben. Diese Anbieter stehen auf der offiziellen White-List und halten sich an den Glücksspielstaatsvertrag 2021.

Wie hoch ist das Einzahlungslimit beim Poker?

Laut Glücksspielstaatsvertrag 2021 gilt ein anbieterübergreifendes monatliches Einzahlungslimit von 1000 Euro für Spieler. Dies dient dem Schutz vor übermäßigen finanziellen Verlusten.

Was sind Royalties beim Open Face Chinese Poker?

Royalties sind Bonuspunkte für außergewöhnlich starke Kartenkombinationen wie Vierlinge oder Full Houses. Sie werden zusätzlich zu den Punkten aus dem direkten Vergleich der Reihen vergeben.

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