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Herkunftsnachweis der Einzahlung: Was das Casino verlangen darf

29. Juli 202612 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Dokumente für den Herkunftsnachweis bei legalen deutschen Online-Casinos auf einem Schreibtisch

Das deutsche Glücksspielwesen unterliegt seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags im Juli 2021 strengen regulatorischen Vorgaben. Ein zentraler Aspekt dieser Regulierung ist der Schutz vor Geldwäsche und die Sicherstellung des Spielerschutzes. Wer in einem Online-Casino mit einer deutschen Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder spielt, stößt unweigerlich auf den Begriff Herkunftsnachweis. Dieser Prozess wird im Englischen oft als Source of Funds bezeichnet. Viele Nutzer empfinden die Aufforderung zur Einreichung privater Finanzdokumente zunächst als Eingriff in ihre Privatsphäre. Es handelt sich jedoch um eine gesetzliche Verpflichtung für die Betreiber. Grundlage hierfür ist das Geldwäschegesetz in Verbindung mit den spezifischen Auflagen der GGL. Die Betreiber müssen sicherstellen, dass das eingesetzte Kapital aus legalen Quellen stammt. Dies betrifft nicht nur hohe Gewinnauszahlungen. Auch bei kumulierten Einzahlungen, die bestimmte Schwellenwerte überschreiten, greift die Prüfpflicht. Werden diese Nachweise nicht erbracht, ist das Casino rechtlich gezwungen, das Spielerkonto einzuschränken oder komplett zu sperren. Die Behörden überwachen die Einhaltung dieser Prozesse sehr genau durch regelmäßige Audits.

Gesetzliche Grundlagen und Paragrafen im Detail

Die rechtliche Basis für den Herkunftsnachweis findet sich vor allem in Paragraf 10 des Geldwäschegesetzes. Dort sind die allgemeinen Sorgfaltspflichten definiert. Diese verpflichten Verpflichtete dazu, Informationen über den Zweck und die angestrebte Art der Geschäftsbeziehung einzuholen. Im Kontext von Glücksspielanbietern bedeutet dies die Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Kunden. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ergänzt diese Anforderungen in Paragraf 6a durch die Pflicht zur Einrichtung eines Sozialkonzepts. Hierbei geht es primär um die Früherkennung von problematischem Spielverhalten. Ein plötzlicher Anstieg der Einzahlungssummen löst daher oft eine manuelle Prüfung aus. Die Betreiber müssen bewerten, ob die Ausgaben im Verhältnis zum geschätzten Einkommen stehen. Ein Spieler, der monatlich 5000 Euro einzahlt, aber nur ein geringes Nettoeinkommen nachweisen kann, gilt als Risiko. Hierbei verschmelzen Geldwäscheprävention und Spielerschutz zu einer Einheit. Die GGL legt fest, dass ab einer Einzahlungssumme von 10000 Euro pro Monat eine vertiefte Prüfung zwingend erforderlich ist. Viele Portale setzen diese Grenze jedoch schon deutlich niedriger an. Oft fordern Anbieter bereits bei einer Gesamteinzahlung von 2000 Euro erste Dokumente an. Dies geschieht zur Absicherung des eigenen Lizenzstatus. Verstöße gegen diese Sorgfaltspflichten können für das Casino Bußgelder in Millionenhöhe nach sich ziehen oder den Entzug der Erlaubnis bedeuten.

Welche Dokumente das Casino konkret verlangen darf

Die Liste der zulässigen Dokumente ist lang. Am häufigsten fordern Casinos aktuelle Lohn- und Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate an. Diese geben einen direkten Aufschluss über das regelmäßige Einkommen. Auch Kontoauszüge werden regelmäßig verlangt. Hierbei dürfen Spieler private Ausgaben schwärzen, die nicht relevant für die Prüfung der Herkunft der Mittel sind. Die Gutschrift des Gehalts muss jedoch erkennbar bleiben. Bei Selbstständigen dient der letzte Einkommensteuerbescheid als valider Beleg. Auch Erbschaftsnachweise oder Schenkungsurkunden sind zulässig, falls das Spielkapital aus einer solchen Quelle stammt. Wer Gewinne aus anderen Verkäufen nutzt, beispielsweise aus dem Verkauf einer Immobilie oder eines Fahrzeugs, muss den entsprechenden Kaufvertrag vorlegen. Ein wichtiger Punkt ist die Aktualität der Unterlagen. Dokumente, die älter als sechs Monate sind, werden meistens abgelehnt. Die Casinos verlangen digitale Kopien in hoher Auflösung. Unleserliche Scans führen zu Zeitverzögerungen im Prozess. Es ist ratsam, diese Dokumente bereits vorab digital bereitzuhalten. So lässt sich die Bearbeitungszeit verkürzen. Die Prüfung erfolgt durch geschulte Abteilungen für Compliance. In seriösen deutschen Casinos werden diese Daten streng vertraulich behandelt. Sie unterliegen der Datenschutzgrundverordnung. Eine Weitergabe an Dritte zu Werbezwecken ist strikt untersagt. Lediglich die GGL oder das Finanzamt können im Rahmen von Ermittlungsverfahren Einsicht verlangen.

Der Unterschied zwischen Identitätsprüfung und Herkunftsnachweis

Oft verwechseln Nutzer die Identitätsprüfung mit dem Herkunftsnachweis. Die Identitätsprüfung findet meist direkt nach der Registrierung statt. Hierbei reicht ein Personalausweis oder Reisepass aus. Zudem wird die Wohnanschrift durch eine aktuelle Stromrechnung oder einen Meldebescheinigung verifiziert. Dies dient dem Ausschluss von Minderjährigen und gesperrten Personen. Der Herkunftsnachweis geht eine Ebene tiefer. Er fragt nicht danach, wer Sie sind. Er fragt danach, woher Ihr Geld kommt. Diese Prüfung ist dynamisch und kann jederzeit während der Geschäftsbeziehung erneut angefordert werden. Wenn sich Ihr Einzahlungsverhalten drastisch ändert, löst dies Alarmglocken im System aus. Ein Beispiel wäre ein Spieler, der über Monate hinweg 50 Euro einzahlt und plötzlich 3000 Euro auf einmal überweist. In einem solchen Fall muss das Casino sofort reagieren. KYC steht für Know Your Customer und ist der Überbegriff für beide Prozesse. In deutschen Casinos ist dieser Prozess deutlich strenger als bei Anbietern aus Übersee. Plattformen mit Lizenzen aus Curaçao verzichten oft auf diese Prüfungen. Das mag bequem erscheinen, bietet aber keinerlei Rechtssicherheit. Wer bei einem illegalen Anbieter spielt, riskiert nicht nur sein Geld, sondern macht sich unter Umständen strafbar. Die Einziehung von Gewinnen ist bei unregulierten Anbietern an der Tagesordnung. Wer hingegen bei GGL-lizenzierten Anbietern spielt, genießt den Schutz deutscher Gesetze. Hier ist der Herkunftsnachweis ein Qualitätsmerkmal für Seriosität.

Datenschutz und Sicherheit der eingereichten Belege

Die Preisgabe von sensiblen Finanzdaten löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. In Deutschland sind die Hürden für den Datenschutz jedoch extrem hoch. Anbieter mit einer GGL-Lizenz müssen nachweisen, dass ihre IT-Systeme nach höchsten Sicherheitsstandards verschlüsselt sind. Die Dokumente für den Herkunftsnachweis werden auf gesicherten Servern gespeichert. Nur autorisierte Mitarbeiter haben Zugriff auf diese Dateien. Nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen müssen diese Daten gelöscht werden. Die Aufbewahrungsfrist beträgt in der Regel fünf Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung. Dies ist in Paragraf 8 des Geldwäschegesetzes festgelegt. Spieler haben das Recht, jederzeit Auskunft über die gespeicherten Daten zu verlangen. Zudem können sie die Löschung fordern, sofern keine gesetzlichen Fristen entgegenstehen. Wenn ein Casino nach Dokumenten fragt, sollten Spieler immer darauf achten, dass die Übertragung über ein gesichertes Upload-Portal erfolgt. E-Mail-Anhänge sind weniger sicher und sollten vermieden werden. Sollte ein Casino unsachgemäß mit Ihren Daten umgehen, können Sie sich an den Landesdatenschutzbeauftragten wenden. In der Praxis verlaufen diese Prüfungen jedoch meist reibungslos. Sobald die Compliance-Abteilung die Dokumente gesichtet und freigegeben hat, wird das Konto für weitere Transaktionen freigeschaltet. Dieser Prozess dauert im Durchschnitt zwischen 24 und 72 Stunden. Während dieser Zeit kann es sein, dass Auszahlungsanträge pausiert werden.

Folgen bei Verweigerung des Nachweises

Was passiert, wenn ein Spieler sich weigert, die geforderten Unterlagen einzureichen? Die Konsequenzen sind eindeutig und schmerzhaft. Das Casino ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Geschäftsbeziehung sofort ruhen zu lassen. Einzahlungen werden blockiert. Auszahlungen von bereits vorhandenem Guthaben werden eingefroren, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Im schlimmsten Fall folgt eine Meldung an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen. Eine Verweigerung wird oft als Indiz für Geldwäsche gewertet. Es nützt auch nichts, das Konto einfach zu schließen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Die Informationen über die Verweigerung können im Rahmen der gesetzlichen Zusammenarbeit der Behörden vermerkt werden. Zudem ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1000 Euro pro Monat über die LUGAS-Datenbank gedeckelt. Wer dieses Limit erhöhen möchte, kommt um einen Einkommensnachweis ohnehin nicht herum. Wer über seine Verhältnisse spielt, gefährdet seine finanzielle Existenz. Der Herkunftsnachweis dient also auch als Stoppschild für Menschen, die mehr Geld ausgeben, als sie sich leisten können. Es ist eine Schutzmaßnahme gegen Verschuldung. Transparenz gegenüber dem Anbieter ist hier der beste Weg. Wer ehrlich kommuniziert, hat in der Regel keine Probleme.

Umgang mit Gewinnen aus Krypowährungen oder Trading

Ein modernes Problem stellt die Herkunft von Kapital aus Kryptowährungen oder dem Aktienhandel dar. Viele jüngere Spieler nutzen Gewinne aus Bitcoin-Verkäufen für ihr Hobby. Hier gestaltet sich der Nachweis etwas komplexer. Casinos verlangen in solchen Fällen oft eine lückenlose Historie der Transaktionen. Man muss zeigen können, mit welchem Geld die Kryptowährungen ursprünglich gekauft wurden. Ein einfacher Screenshot eines Wallets reicht meist nicht aus. Man benötigt Export-Protokolle der genutzten Krypto-Börse. Ähnliches gilt für Gewinne aus Daytrading. Hier müssen Steuerbescheinigungen der Bank oder detaillierte Broker-Abrechnungen vorgelegt werden. Da Kryptowährungen im Geldwäschegesetz als hohes Risiko eingestuft werden, sind die Prüfungen hier besonders streng. Einige Casinos mit deutscher Lizenz akzeptieren Kapital aus Kryptoquellen daher nur sehr zögerlich. Wer plant, größere Summen aus solchen Quellen einzuzahlen, sollte vorab den Support kontaktieren. So lassen sich Missverständnisse vermeiden. Es ist wichtig, dass alle Transkationsketten nachvollziehbar bleiben. Dunkle Kanäle oder Mixer-Dienste werden von den Compliance-Abteilungen sofort erkannt und führen zur Ablehnung der Mittel.

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1000 Euro

Ein Kernstück des GlüStV 2021 ist das monatliche Einzahlungslimit. Dieses beträgt standardmäßig 1000 Euro für alle Casinos zusammen. Gesteuert wird dies über die zentrale Aufsichtsdatei LUGAS. Wer mehr einzahlen möchte, muss einen Antrag stellen. Ab einer Erhöhung auf über 1000 Euro ist ein Herkunftsnachweis zwingend vorgeschrieben. Der Anbieter muss dann prüfen, ob der Spieler sich den höheren Betrag dauerhaft leisten kann. Hierbei gilt die Faustregel, dass die monatlichen Raten für Glücksspiel einen gewissen Prozentsatz des frei verfügbaren Einkommens nicht überschreiten dürfen. Wer ein Nettoeinkommen von 2500 Euro hat, wird kaum ein Limit von 2000 Euro genehmigt bekommen. Die Behörden setzen hier auf Vernunft. Diese Grenze schützt vor emotionalen Spontaneinzahlungen. Das System ist starr, aber wirksam. Viele Spieler empfinden das Limit als Bevormundung. Statistiken der BZgA zeigen jedoch, dass klare finanzielle Grenzen die Suchtgefahr signifikant senken. Ein Herkunftsnachweis ist somit der Schlüssel für alle, die legal mit höheren Einsätzen spielen möchten. Ohne diesen Beleg bleibt die Grenze bei 1000 Euro festgeschrieben.

Häufige Fehler beim Einreichen der Dokumente

Viele Verzögerungen entstehen durch einfache Fehler. Oft senden Spieler Fotos ein, bei denen die Ecken des Dokuments abgeschnitten sind. Die Prüfer benötigen jedoch das vollständige Dokument inklusive aller Ränder. Auch die Dateiformate spielen eine Rolle. Gängig sind PDF, JPG oder PNG. Andere Formate werden oft vom System automatisch aussortiert. Ein weiterer Fehler ist die Einreichung von Dokumenten, die auf eine andere Person ausgestellt sind. Das Geld auf dem Spielerkonto muss zwingend aus dem eigenen Vermögen des Kontoinhabers stammen. Einzahlungen vom Konto des Ehepartners oder von Freunden sind untersagt und führen zu massiven Problemen beim Herkunftsnachweis. In solchen Fällen droht die dauerhafte Sperre des Accounts wegen Verstoßes gegen die AGB. Zudem müssen die Daten auf den Dokumenten exakt mit den im Profil hinterlegten Daten übereinstimmen. Schon kleine Buchstabendreher im Namen können den Prozess stoppen. Es empfiehlt sich daher, die Profildaten vor dem Upload nochmals gründlich zu prüfen. Wenn ein Dokument abgelehnt wird, sollte man nicht frustriert reagieren. Meist liegt ein technischer Grund vor. Ein kurzer Dialog mit dem Kundenservice klärt die Situation oft schnell auf.

Zusammenfassung und Empfehlung für Spieler

Der Herkunftsnachweis ist im modernen Online-Glücksspiel unvermeidlich. Er ist kein Schikane-Instrument der Casinos, sondern eine gesetzliche Vorgabe. Wer sich darauf vorbereitet, spart Zeit und Nerven. Halten Sie Ihre Einkommensnachweise und Kontoauszüge digital bereit. Achten Sie auf eine gute Lesbarkeit der Kopien. Nutzen Sie ausschließlich Konten, die auf Ihren eigenen Namen laufen. Wenn Sie Fragen zum Datenschutz haben, lesen Sie die Datenschutzbestimmungen des Anbieters genau durch. Seriöse Casinos sind hier sehr transparent. Sollten Sie jemals das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihre Finanzen oder Ihr Spielverhalten zu verlieren, suchen Sie Hilfe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter 0800 1 372 700 anonyme Beratung an. Spielen Sie nur mit Geld, das Sie wirklich übrig haben. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den eigenen Mitteln ist die Basis für langanhaltenden Spielspaß. Wer die Regeln einhält und seine Dokumente ordnungsgemäß einreicht, hat in legalen deutschen Casinos nichts zu befürchten. Hier ist Ihr Geld sicher und Gewinne werden zuverlässig ausgezahlt.

Die Rolle der GGL bei der Überwachung der Prozesse

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle an der Saale wacht über den Markt. Sie stellt sicher, dass alle Anbieter die Regeln zum Herkunftsnachweis einheitlich umsetzen. Dies verhindert einen unfairen Wettbewerb. Früher konnten schwarze Schafe der Branche durch laxe Kontrollen Spieler anlocken. Das ist heute im lizenzierten Bereich nicht mehr möglich. Die GGL führt Testkäufe und Audits durch. Wenn ein Anbieter bei der Prüfung der Herkunft der Mittel schlampt, drohen harte Sanktionen. Dies stärkt das Vertrauen der Spieler in den legalen Markt. Man weiß, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Auch wenn der Prozess mühsam erscheint, dient er der Sauberkeit des gesamten Sektors. Kriminelle Machenschaften werden so effektiv aus dem regulierten Markt gedrängt. Davon profitieren letztlich alle ehrlichen Spieler in Deutschland.

Sicherheitscheck: Woran man seriöse Aufforderungen erkennt

Betrüger nutzen das Thema Herkunftsnachweis manchmal für Phishing-Versuche. Ein echtes Casino wird Sie niemals per SMS oder WhatsApp zur Einsendung von Kontoauszügen auffordern. Solche Anfragen kommen immer über das interne Nachrichtensystem oder von offiziellen E-Mail-Adressen des Anbieters. Der Upload sollte immer direkt im eingeloggten Bereich der Webseite erfolgen. Geben Sie niemals Ihre Bankzugangsdaten an das Casino weiter. Das Casino benötigt lediglich den Auszug als Beleg, aber niemals Ihr Passwort für das Online-Banking. Sollten Sie Zweifel an der Echtheit einer Aufforderung haben, loggen Sie sich manuell über den Browser ein. Nutzen Sie keine Links aus E-Mails. Der Kundensupport kann Ihnen im Live-Chat sofort bestätigen, ob ein Nachweis erforderlich ist. Sicherheit geht vor Schnelligkeit.

Zukünftige Entwicklungen bei der Verifizierung

Die Technik entwickelt sich ständig weiter. Es ist denkbar, dass in Zukunft automatisierte Verfahren zum Einsatz kommen. Schnittstellen zu Banken könnten den manuellen Upload von Dokumenten ersetzen. Dies wird als Open Banking bezeichnet. Hierbei gibt der Nutzer dem Casino einmalig die Erlaubnis, bestimmte Finanzdaten direkt bei der Bank abzufragen. Dies geschieht in Sekundenschnelle und ist weniger fehleranfällig als der manuelle Upload. In einigen europäischen Ländern wird dieses Verfahren bereits erfolgreich eingesetzt. In Deutschland stehen dem derzeit noch datenschutzrechtliche Bedenken im Weg. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass solche Lösungen langfristig kommen werden. Dies würde den Prozess für alle Beteiligten erheblich vereinfachen. Bis dahin bleibt der klassische Weg über den Dokumenten-Upload der Standard.

Der präventive Charakter des Geldwäschegesetzes

Das Geldwäschegesetz verfolgt den Ansatz, illegale Gelder gar nicht erst in den Wirtschaftskreislauf gelangen zu lassen. Online-Casinos galten lange Zeit als anfällig für solche Verschiebebahnhöfe. Durch den Herkunftsnachweis wird dieser Weg nun effektiv versperrt. Es geht nicht darum, den Spieler zu kontrollieren, was er mit seinem versteuerten Geld macht. Es geht darum, sicherzustellen, dass das Geld überhaupt versteuert oder legal erworben wurde. Dieser präventive Charakter schützt auch das Image des Glücksspiels in der Gesellschaft. Weg vom Hinterzimmer-Image hin zu einer transparenten Freizeitaktivität. Spieler sollten den Prozess daher als Teil eines sicheren Umfelds betrachten.

Tipps für die Schwärzung von Kontoauszügen

Datenschutz ist wichtig. Wenn Sie Kontoauszüge einreichen, müssen Sie nicht alles offenlegen. Schwärzen Sie alle Ausgaben, die Rückschlüsse auf Ihre politische Meinung, Religion oder Gesundheit zulassen könnten. Mitgliedsbeiträge für Parteien oder Rechnungen von Ärzten gehen das Casino nichts an. Wichtig ist, dass die Haben-Seite, also die Eingänge, klar erkennbar bleibt. Auch der Kontoinhaber und die IBAN müssen sichtbar sein. Nutzen Sie einen digitalen Textmarker in Schwarz, um die sensiblen Stellen unkenntlich zu machen. Achten Sie darauf, dass der Rest des Dokuments unverändert bleibt. Manipulierte oder unkenntlich gemachte Beträge bei den Einzahlungen führen zur Ablehnung. Ein sauber geschwärzter Auszug wird von jeder Compliance-Abteilung akzeptiert.

Unterschiede bei verschiedenen Zahlungsmethoden

Je nachdem, wie Sie einzahlen, ändern sich die Anforderungen. Bei einer Kreditkarteneinzahlung möchte das Casino oft ein Foto der Karte sehen. Hierbei müssen die mittleren Ziffern und der CVV-Code geschwärzt werden. Nur der Name und die Endziffern bleiben sichtbar. Bei E-Wallets wie PayPal oder Skrill wird oft ein Screenshot des Profils verlangt, um den Inhaber zu bestätigen. Auch hier gilt: Das Wallet muss auf Ihren Namen laufen. Einzahlungen über Prepaid-Methoden wie Paysafecard sind besonders kritisch. Da hier die Anonymität höher ist, fordern Casinos bei größeren Summen oft die Kaufbelege der Karten an. Wer diese weggeworfen hat, bekommt schnell Probleme beim Herkunftsnachweis. Heben Sie also alle Quittungen sorgfältig auf.

Handlungsempfehlung bei Problemen

Sollte es dauerhaft haken, suchen Sie das Gespräch. Wenn ein Dokument mehrfach abgelehnt wird, bitten Sie um eine präzise Begründung. Oft sind es Kleinigkeiten wie ein falsches Dateiformat oder eine zu niedrige Auflösung. Bleiben Sie sachlich und höflich. Die Mitarbeiter der Compliance-Abteilung führen lediglich ihre gesetzliche Pflicht aus. Ein agressiver Ton führt selten zum Ziel. Wenn Sie das Gefühl haben, ungerecht behandelt zu werden, können Sie eine Beschwerde bei der GGL einreichen. Dies sollte jedoch der letzte Schritt sein. In den meisten Fällen lässt sich alles klären. Denken Sie immer daran, dass diese Maßnahmen auch zu Ihrem persönlichen Schutz existieren. Ein sicheres Spielumfeld ist im Interesse jedes Teilnehmers. Nutzen Sie bei Bedarf die Hilfe der BZgA unter 0800 1 372 700 für Fragen zum Spielerschutz.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Summe muss ich einen Herkunftsnachweis erbringen?

Gesetzlich ist dies ab einer Einzahlung von 10000 Euro vorgeschrieben. Viele deutsche Casinos fordern Belege jedoch bereits ab 2000 Euro an, um ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen.

Darf ich private Ausgaben auf dem Kontoauszug schwärzen?

Ja, das ist erlaubt. Sensible Informationen wie politische Spenden oder Krankheitskosten dürfen unkenntlich gemacht werden. Gehaltseingänge und Kontoinhaber müssen jedoch deutlich sichtbar bleiben.

Was passiert, wenn ich den Nachweis nicht einreiche?

In diesem Fall muss das Casino Ihr Konto einschränken oder sperren. Einzahlungen und Auszahlungen werden blockiert, bis die erforderlichen Dokumente vorliegen und geprüft wurden.

Welche Dokumente werden als Herkunftsnachweis akzeptiert?

Akzeptiert werden Gehaltsabrechnungen, Einkommensteuerbescheide, Erbschaftsnachweise, Kaufverträge über Immobilien oder Verkäufe von Wertpapieren. Die Dokumente sollten aktuell sein.

Wie lange speichert das Casino meine eingereichten Finanzdaten?

Gemäß Geldwäschegesetz müssen diese Unterlagen in der Regel fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Danach ist der Anbieter verpflichtet, die Daten unter Einhaltung des Datenschutzes zu löschen.

Kann ich Geld von einem fremden Konto einzahlen?

Nein, das ist streng untersagt. Alle genutzten Zahlungsmittel müssen zwingend auf den Namen des Spielers lauten. Verstöße führen fast immer zur sofortigen Ablehnung des Herkunftsnachweises.

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