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Regulierung

Millionenstrafe für Dabble Sports nach Verstößen gegen Selbstausschluss

16. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Millionenstrafe für Dabble Sports nach Verstößen gegen SelbstausschlussKI-GENERIERT

Die australische Behörde ACMA belegt den Anbieter Dabble Sports Pty Ltd mit einer Strafe von über 1 Million Dollar, nachdem Spielerschutzregeln massiv missachtet wurden.

Die australische Medien- und Kommunikationsbehörde ACMA hat ein deutliches Zeichen für den Spielerschutz gesetzt. Der Wettanbieter Dabble Sports Pty Ltd, bekannt für seine Sport- und Rennwetten-App, wurde zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 1.069.200 AUD verpflichtet. Grund für diese drastische Maßnahme sind schwerwiegende Versäumnisse im Umgang mit dem nationalen Selbstausschlussregister BetStop. Spieler, die sich bewusst vom Glücksspiel fernhalten wollten, wurden durch technische und administrative Fehler des Unternehmens weiterhin mit Glücksspielangeboten konfrontiert.

Die Ermittlungen der ACMA brachten ans Licht, dass das Unternehmen es versäumt hatte, Konten von Nutzern zu schließen, die sich bereits bei BetStop registriert hatten. Anstatt den Zugang wie gesetzlich vorgeschrieben unverzüglich zu sperren, blieben zahlreiche Zugänge aktiv. Dies ist besonders kritisch zu bewerten, da ein Selbstausschluss oft der letzte Rettungsanker für Menschen mit problematischem Spielverhalten ist. Wenn Anbieter diese Barrieren ignorieren, untergraben sie das gesamte staatliche Schutzsystem.

Zahlen und Fakten

Im Detail deckte die Untersuchung der ACMA erschreckende Zahlen auf. Insgesamt wurden 157 Wettkonten nicht geschlossen, obwohl die Inhaber auf der BetStop-Liste standen. Doch damit nicht genug: Dabble versendete an 165 Personen, die sich selbst ausgeschlossen hatten, insgesamt 839 elektronische Nachrichten. Diese Marketing-Kommunikation erfolgte über SMS, E-Mails und Push-Benachrichtigungen direkt auf die Smartphones der Betroffenen.

Ein weiterer Verstoß betraf die Informationspflicht. Die Behörde stellte fest, dass Dabble an 45 Kunden über 2.000 Push-Benachrichtigungen verschickte, ohne dabei die vorgeschriebenen Informationen über das BetStop-Register zu integrieren. Carolyn Lidgerwood, Mitglied der ACMA, äußerte sich besorgt über die Schwere der Vorfälle. Sie betonte, dass Menschen, die sich bei BetStop anmelden, eine klare Entscheidung getroffen haben, sich vom Online-Wettmarkt fernzuhalten.

„Anbieter müssen diese Entscheidung respektieren, indem sie Konten umgehend schließen und sicherstellen, dass diese Personen nicht mit Glücksspielwerbung angesprochen werden. Dies waren schwerwiegende Verstöße von Dabble. Wettanbieter müssen robuste Systeme haben, um Menschen zu schützen, die sich für den Selbstausschluss entschieden haben.“ - Carolyn Lidgerwood, Mitglied der ACMA

Hintergrund

Neben der Geldstrafe von über einer Million Dollar musste Dabble eine auf zwei Jahre befristete, gerichtlich durchsetzbare Verpflichtung eingehen. Diese zwingt das Unternehmen dazu, eine unabhängige Überprüfung seiner Compliance-Systeme durchzuführen. Es müssen signifikante Investitionen getätigt werden, um die empfohlenen Verbesserungen der Gutachter auch tatsächlich umzusetzen. Sollte Dabble gegen diese Auflagen verstoßen, kann die ACMA das Unternehmen direkt vor Gericht bringen, um die Einhaltung der Bedingungen zu erzwingen.

Interessanterweise ist Dabble nicht der einzige Anbieter, der unter Beobachtung steht. Erst im Juni wurde der Betreiber Keno Vic mit einer Geldstrafe von 75.000 AUD belegt, weil er einem gesperrten Spieler das Glücksspiel ermöglichte. Ein paralleler Bericht deutet zudem darauf hin, dass auch Betchoice Corporation (Unibet) mit massiven Strafen von 1.014.120 AUD konfrontiert ist, da dort 954 Konten von BetStop-Nutzern nicht zeitnah geschlossen wurden. Teilweise dauerte es dort bis zu 190 Tage, bis eine Sperrung erfolgte.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland ist dieser Fall eine wichtige Erinnerung an die Bedeutung des hiesigen Sperrsystems OASIS. Ähnlich wie das australische BetStop dient OASIS dazu, Spieler anbieterübergreifend zu sperren. Nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sind alle in Deutschland lizenzierten Online-Casinos und Wettanbieter verpflichtet, die Sperrdatei bei jedem Login und jeder Registrierung abzufragen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achtet streng darauf, dass die White-List-Anbieter diese Regeln einhalten.

Ein Verstoß wie bei Dabble, bei dem Marketing-Nachrichten an gesperrte Personen gesendet werden, würde in Deutschland zu massiven rechtlichen Konsequenzen führen. Deutsche Spieler profitieren zudem von weiteren Schutzmechanismen wie dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und dem maximalen Einsatz von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Diese Maßnahmen werden durch das LUGAS-System überwacht, um den Spielerschutz zu zementieren und Suchtgefahren zu minimieren.

Was das für GGL-Casinos heißt

Anbieter mit einer GGL-Lizenz müssen ihre IT-Systeme perfekt mit den staatlichen Datenbanken LUGAS und OASIS synchronisieren. Der Fall Dabble zeigt, dass rein manuelle Prozesse oder fehlerhafte Algorithmen bei der Erkennung von gesperrten Nutzern existenzbedrohend sein können. Während MGA- oder Curacao-Casinos oft lückenhafte oder gar keine zentralen Sperrsysteme nutzen, ist die deutsche Regulierung darauf ausgelegt, solche Fehler durch strenge Auditierungen zu verhindern. Für lizenzierte Betreiber bedeutet dies, dass Compliance kein Nebenprodukt, sondern der Kern des Geschäftsmodells sein muss. Wer beim Spielerschutz spart, riskiert nicht nur hohe Bußgelder, sondern den Entzug der Konzession durch die GGL.

Häufige Fragen

Warum wurde Dabble Sports bestraft?

Der Anbieter hat 157 Konten von Spielern nicht geschlossen, obwohl diese im nationalen Register BetStop für den Selbstausschluss eingetragen waren. Zusätzlich wurden Hunderte Marketing-Nachrichten an diese gesperrten Personen versendet, was einen massiven Verstoß gegen die Spielerschutzregeln darstellt.

Wie hoch ist die Strafe für den Wettanbieter?

Dabble Sports muss insgesamt 1.069.200 AUD an Strafzahlungen leisten. Zudem ist das Unternehmen verpflichtet, seine internen Kontrollsysteme durch unabhängige Prüfer untersuchen zu lassen und notwendige Investitionen in die Technik zu tätigen.

Was ist BetStop?

BetStop ist das nationale australische Register für den Selbstausschluss vom Online-Glücksspiel. Es ermöglicht Bürgern, sich mit einem einzigen Eintrag von allen lizenzierten Online- und Telefon-Wettangeboten im Land gleichzeitig sperren zu lassen.

Welche Fehler wurden bei der Werbung gemacht?

Das Unternehmen verschickte 839 SMS, E-Mails und Push-Nachrichten an gesperrte Personen. Außerdem fehlten in über 2.000 weiteren Push-Benachrichtigungen die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise auf die Existenz und Nutzung des BetStop-Registers.

Sind Spieler in Deutschland vor solchen Fehlern geschützt?

Ja, durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 müssen deutsche Anbieter das System OASIS nutzen, das Sperren in Echtzeit abgleicht. Die GGL überwacht die Einhaltung streng, und bei Verstößen gegen das Werbeverbot für gesperrte Spieler drohen in Deutschland ebenfalls empfindliche Strafen oder Lizenzentzüge.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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