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Alberta vor Start des iGaming-Marktes: Weniger registrierte Betreiber, doch große Pläne

02. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Alberta vor Start des iGaming-Marktes: Weniger registrierte Betreiber, doch große Pläne

Kurz vor der Einführung eines regulierten iGaming-Marktes in Alberta am 13. Juli ist die Zahl der registrierten Betreiber von 47 auf 46 gesunken. Dennoch zeigen über 70 Interessensbekundungen das große Potenzial.

Alberta, eine westkanadische Provinz, steht kurz vor der Einführung ihres regulierten Online-Glücksspielmarktes. Ab dem 13. Juli sollen dort private Betreiber legal Online-Casinos und Sportwetten anbieten können. Aktuelle Zahlen zeigen eine leichte Abnahme der registrierten Betreiber: Die Alberta Gaming, Liquor & Cannabis (AGLC) listet derzeit 46, gegenüber 47 in der Vorwoche. Diese Reduzierung ist auf die Entfernung von Grizzly's Quest zurückzuführen, einer Marke, die von Cadtree Limited betrieben wird. Doch trotz dieses kleinen Rückgangs ist das Interesse der Branche weiterhin hoch. Minister Dale Nally sprach gar von einem über den Erwartungen liegenden Interesse mit rund 70 potenziellen Betreibern. Die Provinz ist fest entschlossen, einen sicheren und verantwortungsvollen Markt zu etablieren, in dem der Spielerschutz im Mittelpunkt steht.

Zahlen und Fakten

Die AGLC hat ihre Liste der registrierten Betreiber aktualisiert, was zu einem Rückgang von 47 auf 46 lizenzierten Unternehmen führte. Der Start des regulierten Marktes ist für den 13. Juli festgelegt. Cadtree Limited, das Unternehmen hinter Grizzly's Quest, das von der Liste gestrichen wurde, behält in Alberta weiterhin vier registrierte Marken: Jackpot City, Royal Vegas, Ruby Fortune und Spin Casino. Diese Marken sind auch in Ontario lizenziert. Cadtree ist Teil der Super Group, bekannt durch Betway und Spin Casino. Die Anzahl der Marken, die in Alberta an den Start gehen wollen, liegt bei 50, obwohl derzeit 46 Betreiber registriert sind. Beide, Caesars und Penn Entertainment, haben mehrere Marken unter ihren jeweiligen Lizenzen angemeldet. Schon im April 2026 war das Interesse groß, als die AGLC 55 "Betreiberseiten" als interessiert meldete.

Die Registrierung ist aber nur der erste Schritt. Die Betreiber müssen weitere regulatorische Anforderungen erfüllen und einen Betriebsvertrag mit der neu gegründeten Alberta iGaming Corporation (AiGC) unterzeichnen. Die AiGC wird den kommerziellen iGaming-Rahmen in Alberta überwachen und die Glücksspieleinnahmen von den lizenzierten Betreibern einziehen, bevor sie den Anteil der Provinz an die Regierung abführt. Interessante Details zur geplanten Umsatzverteilung oder potenziellen Steuereinnahmen finden sich in der Primärquelle nicht, aber eine weitere Quelle zeigte bereits im Juni 2026, dass Alberta Einnahmen von 76 Millionen kanadischen Dollar in den ersten Jahren erwartet.

Hintergrund

Albertas Schritt, einen regulierten iGaming-Markt zu schaffen, ist ein Versuch, den grauen Markt einzudämmen. Schätzungen zufolge finden bis zu 70 Prozent des Online-Glücksspiels in Alberta derzeit über unregulierte Anbieter statt. Eine andere Quelle nannte sogar bis zu 90 Prozent des Online-Glücksspiels. Mit der Regulierung sollen Spieler in einen sichereren Rahmen geführt werden. Alberta wird nach Ontario die zweite kanadische Provinz sein, die einen privaten iGaming-Markt einführt. Ontario hatte seinen Markt vor vier Jahren gestartet. Der Minister für Service Alberta und Bürokratieabbau, Dale Nally, betonte auf dem SBC Summit Canada, dass das Feedback der Betreiber durchweg positiv sei, und die AiGC sowie die AGLC eng mit der Industrie zusammenarbeiten. Neben finanziellen Zielen liegt der Fokus auch stark auf Spielerschutz und verantwortungsvollem Spiel. So werden systemweite Selbstausschlussoptionen, sowie finanzielle und zeitliche Einsatzlimits eingeführt. Außerdem müssen Betreiber Aktivitätsberichte bereitstellen und bei Anzeichen von problematischem Spiel eingreifen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die strikten Vorgaben des GlüStV 2021 und der GGL machen es für Betreiber in Deutschland oft schwieriger, mit den Bedingungen in offeneren Märkten wie dem zukünftigen in Alberta zu konkurrieren. Während in Alberta der Fokus auf einem breiten Angebot und der Abwanderung von Spielern aus dem Schwarzmarkt durch Attraktivität liegt, zielen die deutschen Regeln eher auf eine starke Kanalisierung und Überwachung der Spieler ab. Deutsche GGL-Casinos müssen die 1-Euro-Spin-Grenze, das 1.000-Euro-Einzahlungslimit und die LUGAS-Anbindung umsetzen. Diese Maßnahmen sind zwar gut für den Spielerschutz, können aber dazu führen, dass Spieler, die höhere Einsätze bevorzugen oder freier spielen möchten, weiterhin auf unregulierte Angebote ausweichen. Die Erfahrungen in Kanada könnten jedoch auch zeigen, dass ein offener, aber dennoch streng regulierter Markt mit vielen Konkurrenten zu mehr Innovation und einem besseren Spielerlebnis führen kann, während gleichzeitig Maßnahmen zum Schutz der Spieler implementiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die unterschiedlichen Regulierungsansätze langfristig auf die Märkte und das Spielerverhalten auswirken werden.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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