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Altenar gegen Sportradar: Streit um US-Sportdaten eskaliert vor Gericht

26. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Altenar gegen Sportradar: Streit um US-Sportdaten eskaliert vor GerichtKI-GENERIERT

Im Kartellstreit um exklusive NHL-, NBA- und MLB-Daten wehrt sich Altenar gegen eine Verschiebung des Verfahrens in die Schweiz. In-Play-Wetten machen bis zu 75 Prozent des US-Umsatzes aus.

Der juristische Schlagabtausch zwischen dem Sportwetten-Technologieanbieter Altenar und dem Branchenriesen Sportradar erreicht eine neue Eskalationsstufe. Altenar hat offiziell angekündigt, sich gegen alle Versuche zu wehren, den laufenden Rechtsstreit über Datenrechte der US-Profiligen aus dem Zuständigkeitsbereich des US-Bezirksgerichts für den Distrikt New Jersey abzuziehen. Sportradar, ein an der Nasdaq notierter Konzern mit Hauptsitz in der Schweiz, versucht derzeit, das Verfahren in ein vertrauliches Schiedsverfahren nach Zürich zu verlagern. Für Altenar ist dies ein strategisches Manöver, um sich der öffentlichen US-Justiz zu entziehen.

Der Kern des Streits liegt in der Weigerung von Sportradar, Altenar Zugriff auf offizielle Live-Daten der National Hockey League (NHL), National Basketball Association (NBA), Major League Baseball (MLB) und der Association of Tennis Professionals (ATP) zu gewähren. Altenar behauptet, dass Sportradar seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, um Wettbewerber gezielt kleinzuhalten. Besonders pikant ist der Vorwurf, dass Sportradar gleichzeitig eigene schlüsselfertige Lösungen wie ORAKO und den Anbieter NSoft forciert, die direkt mit den Dienstleistungen von Altenar konkurrieren. Damit agiert der Datenlieferant als Schiedsrichter und Spieler zugleich auf dem Spielfeld der Sportwetten-Technologie.

Zahlen und Fakten

Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Daten ist immens. Erich Zack, Vizepräsident bei Sportradar, wies in der Vergangenheit darauf hin, dass In-Play-Wetten, also Live-Wetten während eines laufenden Spiels, bis zu 75 Prozent des gesamten Sportwetten-Umsatzes in den USA ausmachen. Wer keinen Zugriff auf die schnellsten und offiziellen Datenströme hat, kann seinen Kunden kein konkurrenzfähiges Produkt anbieten. Altenar fordert daher eine einstweilige Verfügung gegen die Lieferverweigerung sowie Schadensersatz in Millionenhöhe. Die Klage, die bereits am 31. März 2026 eingereicht wurde, stützt sich auf Abschnitt 2 des US-Sherman-Acts, der monopolistisches Verhalten untersagt. Ein Sprecher von Altenar fand deutliche Worte für das Vorgehen des Konkurrenten:

„Der Hauptsitz von Sportradar befindet sich in der Schweiz; dort fühlt sich das Unternehmen sicher. Der Antrag, diesen Fall in ein vertrauliches Schweizer Schiedsverfahren zu verlegen, ist ein transparenter Versuch, sich der US-Justiz und der öffentlichen Kontrolle zu entziehen. Altenar freut sich auf seinen Tag vor Gericht." - Sprecher von Altenar, Offizielles Statement

Hintergrund

Der Konflikt schwelt schon länger. Sportradar beruft sich auf eine Klausel in einem Rahmenpartnerschaftsvertrag (Master Partnership Agreement, MPA) aus dem Jahr 2021, die Schiedsverfahren in der Schweiz vorsieht. Altenar entgegnet jedoch, dass diese Klausel nicht dazu genutzt werden darf, Verstöße gegen das Kartellrecht zu verschleiern oder den Sherman Act auszuhebeln. Es ist nicht das erste Mal, dass Sportradar wegen solcher Praktiken unter Beschuss gerät. Bereits im März 2025 weitete das Unternehmen Sportscastr (PANDA Interactive) eine Patentklage gegen Sportradar und Genius Sports aus, wobei ebenfalls der Vorwurf im Raum stand, Datenzugänge an den Kauf eigener Produkte zu koppeln. Diese Klage wurde jedoch im April 2026 von einem Gericht in Texas abgewiesen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Tipper scheint ein Streit in New Jersey zunächst weit weg zu sein, doch die Auswirkungen sind global spürbar. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) legt großen Wert auf die Integrität von Wetten. Deutsche Spieler, die bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist wetten, sind darauf angewiesen, dass die Quoten auf verlässlichen und fairen Daten basieren. Wenn ein einzelner Gigant wie Sportradar den Markt für Daten kontrolliert und Konkurrenten wie Altenar ausschließt, sinkt die Vielfalt der Angebote. In Deutschland gelten strenge Regeln: Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots sind bekannt, doch auch bei Sportwetten überwacht das LUGAS-System die Aktivitäten. Ein fairer Wettbewerb unter den Technologie-Providern stellt sicher, dass Buchmacher attraktive Quoten anbieten können, was letztlich den Spielerschutz stärkt, da attraktive legale Angebote den Schwarzmarkt verdrängen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achtet strikt darauf, dass lizenzierte Betreiber nur mit seriösen Partnern zusammenarbeiten. Sollte Sportradar tatsächlich wegen Kartellrechtsverstößen verurteilt werden, könnte dies die Compliance-Prüfungen für deutsche Plattformen erschweren, die auf deren Daten angewiesen sind. Anbieter mit deutscher Lizenz müssen sicherstellen, dass ihre Produkte den regulatorischen Anforderungen entsprechen, was bei einer monopolisierten Datenlage schwieriger und teurer werden könnte. Der Ausgang des Verfahrens in den USA wird zeigen, ob die Marktmacht der großen Datenlieferanten begrenzt wird, was langfristig zu mehr Stabilität und Transparenz im deutschen Lizenzmarkt führen dürfte.

Häufige Fragen

Warum verklagt Altenar das Unternehmen Sportradar?

Altenar wirft Sportradar vor, seine Monopolstellung bei offiziellen Daten der US-Ligen NHL, NBA und MLB zu missbrauchen. Der Kläger behauptet, Sportradar verweigere den Zugriff auf diese essenziellen Daten, um den eigenen Wettbewerb zu schützen und Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.

Was will Sportradar mit einem Schiedsverfahren in Zürich erreichen?

Sportradar möchte den Streit abseits der öffentlichen US-Gerichte in einem privaten, vertraulichen Verfahren in der Schweiz beilegen. Dies begründet das Unternehmen mit einer Vertragsklausel aus dem Jahr 2021, während Altenar dies als Flucht vor der US-Justiz betrachtet.

Welche Rolle spielen Live-Wetten in diesem Konflikt?

Live-Wetten machen laut Sportradar bis zu 75 Prozent des Wettumsatzes in den USA aus. Da für diese Wetten extrem schnelle und präzise offizielle Daten notwendig sind, bedeutet ein Ausschluss von diesen Daten einen massiven Wettbewerbsnachteil für Anbieter wie Altenar.

Was bedeutet dieser Rechtsstreit für Tipper in Deutschland?

Obwohl der Prozess in den USA stattfindet, beeinflusst er die Vielfalt und Qualität der Wettangebote weltweit. Deutsche Spieler profitieren von einem fairen Wettbewerb zwischen Technologie-Dienstleistern, da dies stabile Quoten und innovative Produkte bei Anbietern mit GGL-Lizenz sicherstellt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:AltenarSportradar

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