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Regulierung

Razzien in Manila: 297 illegale Wettgeräte in Hahnenkampf-Arenen beschlagnahmt

27. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Razzien in Manila: 297 illegale Wettgeräte in Hahnenkampf-Arenen beschlagnahmtKI-GENERIERT

Die philippinische Steuerbehörde BIR hat bei einem koordinierten Schlag gegen illegales Glücksspiel 297 nicht registrierte Wettgeräte in elf Arenen versiegelt.

Die philippinischen Behörden greifen hart gegen den Wildwuchs im Sektor der Hahnenkampf-Wetten durch. In einer großangelegten, koordinierten Aktion haben Beamte des Bureau of Internal Revenue (BIR) gemeinsam mit dem National Bureau of Investigation (NBI) am 8. August zahlreiche Arenen gestürmt. Ziel der Operation waren technische Geräte, die Wetten aufzeichnen, ohne dass sie offiziell bei den Steuerbehörden registriert sind. Dieser Schlag gegen die Schattenwirtschaft betraf insgesamt elf Standorte in den Regionen Metro Manila und Süd-Luzon.

Die Ermittler stellten fest, dass Hunderte von Geräten ohne die gesetzlich vorgeschriebene Nutzungsgenehmigung, die sogenannte Permit to Use, im Einsatz waren. Diese Maschinen tauchten in keiner Datenbank des BIR auf, was den Verdacht auf massive Steuerhinterziehung erhärtete. Die Behörden reagierten prompt und versiegelten oder beschlagnahmten die gesamte Hardware, um weitere illegale Transaktionen zu verhindern. Es handelt sich dabei nicht nur um einfache Wettterminals, sondern auch um zentrale Server und computergestützte Einheiten, die das Rückgrat der Wettabwicklung in den Hahnenkampf-Arenen bilden.

Zahlen und Fakten

Bei den Razzien wurden exakt 297 Geräte sichergestellt. Die Operation am 8. August war kein Einzelfall, sondern markiert den Beginn einer landesweiten Prüfungswelle. BIR-Kommissar Charlito Martin Mendoza stellte klar, dass die korrekte Aufzeichnung jeder einzelnen Transaktion für die Integrität des Marktes unerlässlich ist. Die Betreiber der betroffenen Arenen haben bereits begonnen, den Ernst der Lage zu erkennen. Viele haben kurz nach den Razzien damit angefangen, ihre bisher verschwiegenen Maschinen nachträglich zu registrieren und die ausstehenden Strafzahlungen sowie Steuern zu begleichen.

Diese Maßnahme ist für den philippinischen Staatshaushalt von großer Bedeutung, da die offiziellen Glücksspieleinnahmen zuletzt unter Druck geraten sind. Laut Daten der Regulierungsbehörde PAGCOR fiel der gesamte Gross Gaming Revenue (GGR) in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 um 26,64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Er erreichte nur noch 43,32 Milliarden PHP (etwa 703,25 Millionen USD), während es im Vorjahreszeitraum noch 59,05 Milliarden PHP waren. Die Identifizierung unregistrierter Quellen ist daher eine Priorität, um die Haushaltslöcher zu stopfen.

Hintergrund

Der aktuelle Einsatz erinnert an ähnliche Razzien im Jahr 2020 in Quezon City. Schon damals versuchten die Behörden, die technologische Infrastruktur hinter den Hahnenkämpfen unter staatliche Kontrolle zu bringen. Hahnenkämpfe, lokal als Sabong bekannt, haben auf den Philippinen eine tiefe kulturelle Verwurzelung, ziehen aber immer wieder kriminelle Strukturen an, wenn die digitale Überwachung der Wetteinsätze fehlt.

„Wetttransaktionen müssen ordnungsgemäß aufgezeichnet werden, und die dafür verwendeten Maschinen müssen ordnungsgemäß beim BIR registriert sein. Wir werden die Hahnenkampf-Operationen landesweit weiter überprüfen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, wenn wir Verstöße feststellen." - Charlito Martin Mendoza, Kommissar des Bureau of Internal Revenue

Mendoza hat bereits alle regionalen Steuerbüros angewiesen, sämtliche operativen Arenen in ihren Bezirken zu identifizieren und zu verifizieren. Es geht dabei nicht nur um die bloße Existenz der Arenen, sondern um die Validierung der Transaktionsprotokolle, um festzustellen, ob zusätzliche Steuern auf bereits getätigte Umsätze fällig sind.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben diese Ereignisse auf den Philippinen keine direkten Auswirkungen auf ihren Alltag, dienen aber als mahnendes Beispiel für die Bedeutung staatlicher Regulierung. Während auf den Philippinen physische Wettgeräte in Arenen im Fokus stehen, kämpft Deutschland mit der Durchsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) im digitalen Raum. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Plattformen nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen.

Nur dort greifen die strengen deutschen Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Anbieter aus Übersee, die oft mit Lizenzen aus Curacao oder den Philippinen werben, bieten keinerlei Rechtssicherheit und verstoßen in der Regel gegen deutsches Recht. Die Razzien in Manila zeigen deutlich, wie schnell technische Infrastrukturen in grauen Märkten von den Behörden abgeschaltet werden können, was für Spieler im schlimmsten Fall den Verlust ihres Guthabens bedeutet.

Was das für GGL-Casinos heißt

Lizenzierte deutsche Anbieter profitieren indirekt von solchen internationalen Nachrichten, da sie die Notwendigkeit von Transparenz unterstreichen. Die GGL legt großen Wert darauf, dass jedes Spielgerät und jede Software zertifiziert ist, ähnlich wie das BIR nun die Registrierung jeder Wettmaschine fordert. In einem regulierten Markt wie Deutschland ist die Manipulation von Spielaufzeichnungen durch die zentrale Überwachung nahezu ausgeschlossen. Für die GGL-Casinos bedeutet die globale Entwicklung hin zu härteren Kontrollen eine Bestätigung ihres Geschäftsmodells, das auf strikter Einhaltung von Regeln basiert, um langfristige Stabilität gegenüber kurzfristigen Gewinnen in unregulierten Nischen zu bevorzugen.

Häufige Fragen

Wie viele Geräte wurden bei der Razzia auf den Philippinen beschlagnahmt?

Insgesamt wurden 297 Wettgeräte, Server und Computer-Einheiten von den Behörden versiegelt oder konfisziert. Diese stammten aus elf verschiedenen Hahnenkampf-Arenen in den Regionen Manila und Süd-Luzon.

Warum hat die Steuerbehörde BIR die Wettmaschinen eingezogen?

Die Geräte verfügten nicht über die erforderliche Nutzungsgenehmigung (Permit to Use) und waren nicht in den offiziellen Unterlagen der Behörde registriert. Dadurch konnten die darauf abgewickelten Wetteinsätze nicht steuerlich erfasst werden.

Welche Folgen hat die Aktion für die Betreiber der Arenen?

Die Betreiber müssen nun ihre Geräte nachträglich registrieren und ausstehende Steuern sowie Strafzahlungen leisten, um die Hardware zurückzürhalten. Zudem werden alle bisherigen Transaktionsdaten geprüft, um weitere Steuernachforderungen festzulegen.

Wie haben sich die Glücksspieleinnahmen auf den Philippinen entwickelt?

Der Bruttospielertrag (GGR) sank im ersten Halbjahr 2026 drastisch um 26,64 Prozent auf 43,32 Milliarden PHP. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 59,05 Milliarden PHP im Vorjahreszeitraum.

Sind diese philippinischen Wettanbieter in Deutschland legal?

Nein, Hahnenkampf-Wetten und Anbieter ohne deutsche GGL-Lizenz sind in Deutschland illegal. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern spielen, die den GlüStV 2021 erfüllen und auf der offiziellen Whitelist stehen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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In Kategorie:Branchen-Nachrichten
In Land:Philippinen

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