Century Casinos prüft Ausstieg aus Alberta trotz Rekordumsätzen
KI-GENERIERTPräsident Peter Hötzinger erwägt den Verkauf der vier Standorte in Alberta bis Ende 2026, während das US-Geschäft mit einem Cashflow-Plus von 16 Prozent boomt.
Die Glücksspielwelt erlebt derzeit eine Phase der Konsolidierung, und Century Casinos steht mitten im Umbruch. In einer aktuellen Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals machte Präsident Peter Hötzinger deutlich, dass die Zukunft der Standorte in Alberta auf dem Prüfstand steht. Während das Unternehmen in den USA glänzende Zahlen schreibt, trübt das Geschäft in Europa die Stimmung. Besonders die Schließung des Casinos in Warschau im Juni 2025 und geringere Hold-Raten bei Tischspielen in Polen hinterließen Spuren in der Bilanz. Dennoch blickt das Management optimistisch auf die kommenden Monate, da Nordamerika mittlerweile stolze 90 Prozent der Gesamtergebnisse ausmacht.
In Alberta betreibt Century derzeit vier Casinos, deren Performance als solide bezeichnet wurde. Dennoch wird ein Verkauf als Paket oder in Teilen geprüft. Die Strategie dahinter ist klar: Kapital freisetzen, um Schulden abzubauen und in Märkte mit höherem Wachstumspotenzial zu investieren. Hötzinger sprach davon, dass 2026 ein Jahr der Ernte sein werde. Die Verschuldung soll bis zum Jahresende auf das Sechsfache des Cashflows sinken, was dem Unternehmen finanzielle Luft verschafft, da in den nächsten drei Jahren keine nennenswerten Kredite fällig werden.
Zahlen und Fakten
Die nackten Zahlen des Quartalsberichts sind beeindruckend, besonders im Hinblick auf die operative Effizienz in den USA. Lyle Randolph, der neue Vizepräsident für das US-Geschäft, berichtete von einem Cashflow, der mit 16 Prozent deutlich schneller wuchs als der Umsatz mit fünf Prozent. In Missouri verzeichneten die beiden Casinos das siebte Quartal in Folge ein Wachstum des Cashflows. Besonders hervorzuheben ist das Century Caruthersville, das mit acht Prozent Umsatzplus das stärkste Wachstum aller 13 Glücksspielstätten in Missouri hinlegte. Auch in Colorado scheint die Sonne: Die Standorte Cripple Creek und Central City lieferten 11,5 Prozent mehr Umsatz und ein sattes Plus von 32 Prozent beim Cashflow.
„Polen hat die Party ein wenig verdorben. Aber Nordamerika hatte ein großartiges Quartal und repräsentiert 90 Prozent unserer Gesamtergebnisse.“ - Peter Hötzinger, Präsident von Century Casinos
Interessant ist die Entwicklung im Bereich der Hotelübernachtungen. Die Einnahmen aus Zimmervermietungen stiegen um 36 Prozent, wobei die Buchungen durch Firmenkunden sogar um 300 Prozent zulegten. Dies zeigt, dass Century erfolgreich den Wandel vom reinen Casino-Betreiber zum integrierten Resort-Anbieter vollzieht. Die Gäste bleiben länger und geben mehr aus, wobei die Zahl der Kunden, die mindestens 400 US-Dollar pro Nacht umsetzen, um 20 Prozent gestiegen ist.
Hintergrund
Der mögliche Rückzug aus Alberta kommt nicht völlig überraschend. Bereits im Januar 2022 verkaufte die Tochtergesellschaft Century Resorts Alberta eine Immobilie in Calgary für 8,1 Millionen Kanadische Dollar an Rowanwood Financial Properties. Zuvor war bereits der Casinobetrieb in Calgary für 10 Millionen Kanadische Dollar an New Star Capital veräußert worden. Die aktuelle Diskussion um die verbleibenden vier Standorte ist also die konsequente Fortführung einer Strategie, die bereits vor Jahren begann. Erwin Haitzmann, Co-CEO von Century, betonte zudem, dass man den Online-Markt in Alberta genau beobachte. Bisher sehe man keine Kannibalisierung des stationären Geschäfts durch iGaming, sondern eher eine gegenseitige Befruchtung. Dennoch sieht Hötzinger die Chancen für Century in Kanada eher im Bereich der physischen Sportbars als im Online-Sektor.
In Polen hingegen bleibt die Lage volatil. Das neue Casino in Breslau (Wroclaw) kämpft mit den üblichen Startschwierigkeiten, wird aber langfristig als Flaggschiff-Standort gesehen. Die langjährigen Versuche, die polnischen Aktivitäten komplett zu verkaufen, wurden in der aktuellen Konferenz auffälligerweise nicht thematisiert, was auf eine Stabilisierung der dortigen Geschäfte hindeuten könnte.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Casinofans haben die Bewegungen eines globalen Players wie Century Casinos vor allem Signalwirkung. Während Century in Nordamerika auf physische Expansion und die Kombination aus Hotel und Glücksspiel setzt, zeigt die strikte Regulierung in Deutschland, wie wichtig ein sicherer Rahmen ist. In Deutschland dürfen Spieler nur bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sicher sein, dass ihre Gewinne auch ausgezahlt werden. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 setzt hier enge Grenzen: Ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten sind Pflicht. Diese Regeln dienen dem Spielerschutz und werden über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen sich im Gegensatz zu Anbietern in Alberta oder Missouri an extrem strenge Werbe- und Sozialkonzepte halten. Während Century in West Virginia von steigenden Einnahmen durch Sportwetten und iGaming berichtet, kämpfen deutsche lizenzierte Betreiber mit der Konkurrenz vom Schwarzmarkt, der sich nicht an die 5,3 Prozent Steuer auf Einsätze oder die Panik-Button-Regelung halten muss. Für Spieler in Deutschland ist es daher essenziell, ausschließlich auf der offiziellen Whitelist der GGL nach legalen Angeboten zu suchen, um rechtliche Sicherheit zu haben und nicht bei unregulierten Anbietern aus Übersee zu landen.
Häufige Fragen
Warum erwägt Century Casinos den Verkauf seiner Standorte in Alberta?
Das Management möchte sich stärker auf den lukrativen US-Markt konzentrieren, der bereits 90 Prozent der Ergebnisse liefert. Durch einen Verkauf bis Ende 2026 könnten Schulden abgebaut und Kapital für profitablere Projekte in Missouri oder Colorado freiwerden.
Wie hat sich das Geschäft von Century Casinos in den USA entwickelt?
Die Entwicklung ist äußerst positiv, mit einem Anstieg des Cashflows um 16 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Besonders die Standorte in Missouri und Colorado verzeichneten zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und operativem Ergebnis.
Welche Probleme gibt es für das Unternehmen in Polen?
In Polen belasteten die Schließung des Casinos in Warschau im Juni 2025 sowie hohe Anlaufkosten für den neuen Standort in Breslau die Bilanz. Zudem sorgten niedrige Hold-Raten bei Tischspielen für eine weniger rentable Performance als in Nordamerika.
Sind die Online-Aktivitäten von Century Casinos in Kanada erfolgreich?
Bisher sieht das Unternehmen Online-Gaming in Alberta eher als Ergänzung zum stationären Geschäft. Man plant, das neue iGaming-Umfeld vor allem über physische Sportbars zu nutzen, sieht aber derzeit keine großen eigenen Online-Wachstumschancen in dieser Region.
Worauf müssen Spieler in Deutschland bei Online-Casinos achten?
Spieler sollten ausschließlich in Casinos mit einer Lizenz der GGL spielen, da nur dort der GlüStV 2021 mit seinen Schutzmechanismen wie dem 1.000 Euro Limit greift. Anbieter ohne diese deutsche Lizenz sind illegal und bieten keine Rechtssicherheit bei Gewinnauszahlungen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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