Schweden verbietet Duel.com: Skandalöses Marketing erzürnt die Behörden
KI-GENERIERTDie Spelinspektionen verhängt ein sofortiges Verbot gegen den illegalen Anbieter Duel.com. Der Betreiber Immortal Snail LLC weigert sich jedoch, die schwedische Sprache von der Webseite zu entfernen.
Die schwedische Glücksspielaufsicht Spelinspektionen zieht die Reißleine und hat ein sofortiges Verbot gegen die Plattform duel.com sowie deren Betreibergesellschaft Immortal Snail LLC ausgesprochen. Der Anbieter, der seinen Sitz offiziell in Saint Kitts und Nevis hat, operiert ohne die erforderliche staatliche Lizenz im schwedischen Markt. Die Behörde begründet diesen Schritt mit dem notwendigen Schutz der Verbraucher, da die Marketingmethoden des Portals als besonders aggressiv und grenzüberschreitend eingestuft werden.
Duel.com ist in den letzten Jahren durch Werbekampagnen aufgefallen, die in der Glücksspielbranche für Entsetzen sorgten. So wurden beispielsweise Darsteller von Erwachseneninhalten engagiert, um sexuelle Handlungen an Blackjack-Tischen zu simulieren. Noch provokanter war der Einsatz von Schauspielern in Uniformen aus der Ära des nationalsozialistischen Deutschlands. Trotz dieser Verstöße gegen ethische Mindeststandards zeigt sich der Betreiber uneinsichtig und weigert sich, den schwedischen Markt vollständig zu räumen.
Zahlen und Fakten
Laut dem Blask Index verfügt der Buchmacher über eine Präsenz in zahlreichen Ländern, darunter die USA, Kanada, Indien, Finnland, Deutschland, Polen, Norwegen und Spanien. In keinem dieser Märkte besitzt das Unternehmen eine gültige Lizenz. Stattdessen nutzt duel.com eine Lizenz der Anjouan Gaming Authority, um seine .com-Plattform weltweit anzubieten. Die schwedische Behörde stellte bei einer Untersuchung fest, dass trotz gegenteiliger Behauptungen des Anbieters keine IP-Sperre für schwedische Nutzer implementiert wurde. Sowohl die schwedische Währung SEK als auch die Landessprache sind beim Einloggen von einer schwedischen Adresse aus weiterhin verfügbar.
In einer offiziellen Stellungnahme gegenüber der Spelinspektionen gab sich Immortal Snail LLC demonstrativ renitent. Das Unternehmen argumentierte, dass Schwedisch eine internationale Sprache sei und man daher nicht einsehe, diese von der Webseite zu entfernen. Zudem behauptete der Betreiber, er könne nicht kontrollieren, ob Zahlungen in SEK abgewickelt werden.
„Immortal Snail LLC hat erklärt, dass Schwedisch eine internationale Sprache ist und das Unternehmen nicht aufhören sollte, Schwedisch als Sprache auf der Website anzubieten.“ - Sprecher der Spelinspektionen, Schwedische Glücksspielbehörde
Hintergrund
Die Durchsetzbarkeit solcher Verbote bleibt das zentrale Problem der europäischen Regulierungsbehörden. Viele illegale Betreiber ignorieren Strafzahlungen oder Unterlassungsaufforderungen schlichtweg. Da duel.com zudem keine Anstalten macht, Geofencing-Maßnahmen oder effektive VPN-Sperren einzuführen, bleibt der Zugang für schwedische Kunden faktisch offen. Dieser Fall verdeutlicht den wachsenden Druck auf Technologiekonzerne wie Meta, illegale Glücksspielwerbung proaktiver zu löschen. Während der finnische Betreiber Paf bereits mit Meta an Lösungen arbeitet, hat der niederländische Verband VNLOK den Konzern sogar vor Gericht geladen, um die Verbreitung illegaler Anzeigen zu stoppen.
Der Vergleich mit anderen Märkten zeigt die Fragilität der Branche. In Brasilien führten regulatorische Erschütterungen unter Präsident Lula dazu, dass laut Berichten über 3.500 Menschen ihren Job verloren, da lokale Anbieter wie Pay4Fun massiv unter den neuen Bedingungen leiden. Während große Konzerne wie Kambi solche Verluste wegstecken können, treffen Verbote und Marktveränderungen kleinere Akteure besonders hart. Duel.com hingegen entzieht sich jeglicher Verantwortung durch den Betrieb aus einer Offshore-Jurisdiktion.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) eindeutig. Nur Anbieter, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, dürfen legal Online-Slots oder Sportwetten anbieten. Duel.com besitzt keine deutsche Lizenz und ist somit als illegal einzustufen. Deutsche Kunden, die auf solchen Plattformen spielen, genießen keinen rechtlichen Schutz durch die GGL.
Zudem fehlen wichtige Sicherheitsmechanismen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slots wird auf Offshore-Seiten wie duel.com nicht eingehalten. Wer dort spielt, riskiert nicht nur den Verlust seines Geldes ohne rechtliche Handhabe, sondern macht sich theoretisch auch der Teilnahme am illegalen Glücksspiel schuldig. Die GGL geht aktiv gegen solche Anbieter vor, um den Kanalisierungsauftrag des deutschen Staates zu erfüllen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Zugelassene Betreiber mit GGL-Lizenz müssen sich strengen Regeln unterwerfen, was im Wettbewerb mit Offshore-Anbietern wie duel.com zu einem Nachteil führen kann. Während legale Casinos hohe Steuern zahlen und strikte Werbebeschränkungen einhalten, agiert die Konkurrenz ohne jede ethische oder finanzielle Hürde. Der aktuelle Fall in Schweden bestärkt die deutsche Behörde in ihrem Kurs, Netzsperren und Payment-Blocking als Werkzeuge gegen illegale Angebote weiter voranzutreiben, um die Integrität des lizenzierten Marktes zu schützen.
Häufige Fragen
Warum wurde Duel.com in Schweden verboten?
Die Behörde Spelinspektionen verbot den Anbieter aufgrund fehlender Lizenzen und aggressiver Marketingpraktiken. Dazu zählten anstößige Werbevideos mit sexuellen Inhalten und der Einsatz von NS-ähnlichen Uniformen.
Ist Duel.com in Deutschland legal?
Nein, der Anbieter verfügt über keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Er operiert mit einer Offshore-Lizenz aus Anjouan, die in Deutschland keine Gültigkeit besitzt.
Welche Risiken bestehen beim Spielen auf illegalen Seiten?
Spieler haben keinen rechtlichen Anspruch auf Gewinnauszahlungen und sind nicht durch deutsche Spielerschutzregeln wie Einzahlungslimits geschützt. Zudem unterstützen solche Plattformen oft keine Maßnahmen zur Suchtprävention.
Wie reagiert der Betreiber auf das Verbot?
Die Immortal Snail LLC weigert sich, die schwedische Sprache von der Webseite zu entfernen, und behauptet, Schwedisch sei eine internationale Sprache. Technische Sperren wie IP-Blocking wurden entgegen der Anweisungen nicht umgesetzt.
Was regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 für deutsche Spieler?
Der Vertrag schreibt strenge Limits vor, darunter maximal 1 Euro Einsatz pro Spin und ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro monatlich. Nur auf der Whitelist gelistete Casinos dürfen diese Dienste legal in Deutschland anbieten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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