US-Steuerstreit: Nevada kämpft gegen Abzugsbeschränkungen für Spielverluste
KI-GENERIERTEin Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat den Weg für den FAIR BET Act frei gemacht. Das Gesetz soll die volle Absetzbarkeit von Glücksspielverlusten bei der Steuer retten.
In den Vereinigten Staaten bahnt sich eine entscheidende Korrektur im Steuerrecht für Glücksspieler an. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses hat einen Gesetzentwurf bewilligt, der die vollständige Absetzbarkeit von Spielverlusten von den steuerpflichtigen Gewinnen wiederherstellen soll. Diese Bewegung im House Ways and Means Committee ist ein Sieg für die Abgeordneten aus Nevada, die seit über einem Jahr versuchen, eine Bestimmung aus dem sogenannten One Big Beautiful Bill zu kippen. Diese Regelung sieht vor, den abzugsfähigen Anteil von Verlusten von 100 Prozent auf 90 Prozent zu senken, was Kritiker als unfaire Belastung von Spielern bezeichnen.
Die Dringlichkeit ist hoch, da die revidierten Regeln bereits am 1. Januar 2027 in Kraft treten sollen. Sollte das Gesetz nicht rechtzeitig geändert werden, könnten Steuerzahler selbst dann zur Kasse gebeten werden, wenn sie unter dem Strich keinen Cent gewonnen haben. Die Befürworter des FAIR BET Act betonen, dass dies eine Steuer auf Geld wäre, das faktisch nie als Profit existierte. In Nevada, wo der Tourismus und das Glücksspiel das wirtschaftliche Rückgrat bilden, wird die geplante Steueränderung als direkte Bedrohung für Arbeitsplätze vom Croupier bis zum Hotelpersonal gesehen.
Zahlen und Fakten
Die Auswirkungen der aktuellen Regelung lassen sich an einfachen Rechenbeispielen verdeutlichen. Wer 100.000 US-Dollar gewinnt und im selben Zeitraum 100.000 US-Dollar verliert, geht normalerweise mit einer Nullrunde aus dem Spiel. Nach der neuen 90-Prozent-Regel dürften jedoch nur 90.000 US-Dollar als Verlust steuerlich geltend gemacht werden. Das bedeutet, der Spieler müsste 10.000 US-Dollar als steuerpflichtiges Einkommen deklarieren, obwohl sein reales Portemonnaie leer ist. Bei kleineren Beträgen sieht es nicht besser aus: 1.000 US-Dollar an Gewinnen gegenüber 1.000 US-Dollar an Verlusten würden zu einer Steuerlast auf 100 US-Dollar führen.
Die politische Unterstützung für die Korrektur ist breit gefächert. Der Ausschuss stimmte mit 38 zu 5 Stimmen für die Vorlage. Zu den Unterstützern gehören Schwergewichte der Branche wie MGM Resorts International, Caesars Entertainment, Wynn Resorts und die American Gaming Association (AGA). Auch die National Thoroughbred Racing Association (NTRA) hat sich hinter das Vorhaben gestellt. Dina Titus, die den FAIR BET Act vorangetrieben hat, erklärte deutlich die Gefahr hinter der bisherigen Regelung.
„Wir müssen das Repräsentantenhaus nun ermutigen, diese Maßnahme vor dem 1. Januar 2027 zu verabschieden. Dies würde verhindern, dass die Senkung auf 90 Prozent in Kraft tritt, und sicherstellen, dass Glücksspieler im ganzen Land diese Steuer nicht auf Phantomgeld zahlen, das sie nie gewonnen haben.“ - Dina Titus, Kongressabgeordnete aus Nevada
Hintergrund
Jahrzehntelang war es im US-Steuerrecht Standard, dass Verluste bis zur Höhe der Gewinne voll abzugsfähig waren. Der Umschwung kam mit dem Gesetzespaket One Big Beautiful Bill, das im Juli 2025 verabschiedet wurde. Die Nevada-Abgeordneten Steven Horsford und Dina Titus kämpften seither an vorderster Front gegen diese Änderung. Horsford, der den FULL HOUSE Act einbrachte, sieht darin einen Kampf für die kleinen Leute in seinem Bundesstaat.
„Niemand sollte Steuern auf Geld zahlen, das er nie verdient hat. Hier geht es um die Arbeiter, die ihre Familien unterstützen, die kleinen Unternehmen, die ihre Türen offen halten, und die Gemeinden, die Nevada zu ihrer Heimat machen.“ - Steven Horsford, Kongressabgeordneter aus Nevada
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation grundlegend anders, aber die Debatte um faire Besteuerung bleibt relevant. In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Gewinne aus echtem Glücksspiel sind für Privatpersonen in Deutschland grundsätzlich steuerfrei. Das bedeutet, ein Spieler, der im Online-Casino mit GGL-Lizenz gewinnt, muss diesen Betrag nicht in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Allerdings gibt es indirekte Steuern: Bei Online-Slots und Poker wird eine Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent fällig, die meist direkt vom Anbieter abgeführt wird. Dies führt oft dazu, dass die Auszahlungsquoten in deutschen Casinos niedriger sind als auf dem internationalen Markt.
Zusätzlich gelten strenge Limits zum Spielerschutz. Das monatliche Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro, was über das zentrale LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten ist eine Hürde, die in den USA so nicht existiert. Wer in Deutschland legal spielen möchte, sollte zwingend auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achten. Nur dort sind Einzahlungen und Gewinnauszahlungen staatlich abgesichert, während illegale MGA- oder Curacao-Anbieter keinerlei Rechtssicherheit bieten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen sich nicht mit der Absetzbarkeit von Verlusten für ihre Kunden herumschlagen, da das deutsche System auf der Besteuerung des Einsatzes und nicht des individuellen Netto-Gewinns des Spielers basiert. Dennoch zeigt die Entwicklung in den USA, wie sensibel die Branche auf steuerliche Mehrbelastungen reagiert, die das Spielvergnügen für Konsumenten unattraktiv machen. Sollte die Steuerbelastung in Deutschland weiter steigen, riskieren lizenzierte Anbieter eine Abwanderung der Spieler in den unregulierten Schwarzmarkt, wo keine Steuern gezahlt werden und kein Spielerschutz existiert. Die AGA in den USA warnt genau davor: Steuern auf Phantomgewinne treiben Kunden in illegale Märkte ohne Verbraucherschutz.
Häufige Fragen
Müssen US-Spieler Steuern auf ihre Verluste zahlen?
Nein, direkt auf Verluste nicht, aber sie können diese nach aktueller Gesetzeslage ab 2027 nur noch zu 90 Prozent gegen ihre Gewinne aufrechnen. Das führt dazu, dass ein Teil der Gewinne versteuert werden muss, selbst wenn die Verluste eigentlich genauso hoch waren wie der Gewinn.
Was ist der FAIR BET Act?
Dies ist eine Gesetzesinitiative von US-Abgeordneten aus Nevada, die darauf abzielt, die 100-prozentige steuerliche Absetzbarkeit von Glücksspielverlusten wiederherzustellen. Ziel ist es, die Besteuerung von sogenannten Phantomgewinnen zu verhindern, bevor die neue Regelung 2027 greift.
Welche Unternehmen unterstützen das neue Steuergesetz in den USA?
Große Casino-Konzerne wie MGM Resorts, Caesars Entertainment und Wynn Resorts sowie die American Gaming Association unterstützen das Vorhaben. Sie befürchten negative Auswirkungen auf den Tourismus und eine Abwanderung von Spielern in illegale Märkte.
Gilt eine ähnliche Steuerpflicht für Glücksspiel auch in Deutschland?
In Deutschland sind Glücksspielgewinne für Hobbyspieler grundsätzlich steuerfrei, da sie nicht unter die Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes fallen. Stattdessen zahlen die Anbieter eine Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent auf Slots und Poker, was oft durch geringere Quoten an die Spieler weitergegeben wird.
Wie erkenne ich ein legales Online-Casino in Deutschland?
Ein legales Online-Casino muss auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter halten sich an den Glücksspielstaatsvertrag 2021, bieten LUGAS-Anbindung und setzen das Einzahlungslimit von 1.000 Euro sowie das 1-Euro-Limit pro Spin um.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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