Genting schließt Casino in Coventry wegen drohender Steuererhöhung
KI-GENERIERTDer Casinoriese Genting schließt seinen Standort in Coventry. Bis zu 850 Arbeitsplätze stehen in Großbritannien durch geplante Steuererhöhungen auf dem Spiel.
Die Nachricht aus Coventry schlägt hohe Wellen in der Glücksspielwelt. Genting Casinos hat den Konsultationsprozess mit den Mitarbeitern abgeschlossen und die bittere Entscheidung getroffen, den Standort in Coventry endgültig zu schließen. Es ist ein deutliches Warnsignal an die Politik, das zeigt, wie fragil das Gleichgewicht zwischen staatlichen Einnahmen und wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit im Casinosektor geworden ist. Der Druck auf die Branche wächst nicht nur durch steigende Betriebskosten, sondern vor allem durch steuerliche Pläne, die das Fundament vieler Traditionshäuser erschüttern.
Der britische Zweig des malaysischen Glücksspielkonzerns sieht sich mit einer Existenzkrise konfrontiert, die weit über einen einzelnen Standort hinausgeht. Laut dem Management sind die kommerziellen Belastungen mittlerweile so groß, dass ein rentabler Betrieb in Coventry nicht mehr möglich ist. Dieser Schritt ist jedoch nur der Anfang einer potenziellen Schließungswelle, die den gesamten britischen Markt erfassen könnte, wenn die Pläne des Finanzministeriums zur Erhöhung der Machine Games Duty (MGD) tatsächlich umgesetzt werden.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen der drohenden Krise sind beachtlich. Paul Willcock, CEO von Genting Casinos UK, gab an, dass bei einer Umsetzung der vorgeschlagenen Steuererhöhung auf bis zu 40 Prozent insgesamt 13 von 32 Standorten unrentabel würden. Das entspräche fast 40 Prozent aller Genting-Casinos in Großbritannien. Von den mehr als 3.000 Mitarbeitern des Unternehmens stünden damit mindestens 850 Angestellte vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Hinzu kommen 50 weitere Stellen in unterstützenden Funktionen, die direkt bedroht sind.
Finanziell geht es um enorme Summen. Genting hat nach eigenen Angaben in den letzten zehn Jahren rund 750 Millionen Pfund an Steuern gezahlt. Die nun diskutierten Vorschläge des Thinktanks Social Market Foundation (SMF), die derzeit vom Finanzministerium modelliert werden, würden eine zusätzliche jährliche Kostenbelastung von 16 Millionen Pfund für das Unternehmen bedeuten. Willcock findet hierzu klare Worte über die Folgen einer Überregulierung durch den Fiskus.
„Wenn die Regierung das Glücksspiel sicher, reguliert und frei von Kriminalität halten will, muss sie sicherstellen, dass legitime Betreiber kommerziell tragfähig bleiben. Eine Politik, die zur Schließung lizenzierter Casinos führt, eliminiert nicht die Nachfrage; sie riskiert, Kunden in Richtung unregulierter Orte zu treiben, an denen es keine Sicherheitsvorkehrungen, keinen Verbraucherschutz und keinen Beitrag für die Staatskasse gibt. Man kann ein Casino, das geschlossen wurde, nicht besteuern." - Paul Willcock, CEO von Genting Casinos UK
Hintergrund
Die Schließung in Coventry kommt zu einer Zeit, in der der stationäre Sektor bereits mit massiven Kostensteigerungen in anderen Bereichen kämpft. Genting verweist auf gestiegene Lohnkosten, höhere Gewerbesteuern, explodierende Energiekosten sowie wachsende Ausgaben für Regulierung und Compliance. Diese Faktoren schmälern die Margen bereits erheblich, bevor eine neue Steuererhöhung überhaupt greift. Besonders brisant ist die Warnung vor der organisierten Kriminalität. Laut Genting nutzen kriminelle Banden den Rückzug lizenzierter Anbieter aus, um illegale Spielstätten in den Innenstädten zu eröffnen. Die Gambling Commission hat seit Mai bereits Razzien in fünf solcher illegalen Lokale durchgeführt, was die Ernsthaftigkeit der Lage unterstreicht.
Der Vergleich mit früheren Krisen zeigt die Schwere der Situation. Bereits im Jahr 2020, während der Pandemie, waren bei Genting rund 1.600 Stellen bedroht, als Standorte in Margate, Torquay und Bristol geschlossen wurden. Damals war es die Pandemie, heute ist es die Fiskalpolitik, die den Sektor in die Knie zwingt. Kritiker wie die Gewerkschaft GMB hatten in der Vergangenheit das Vorgehen des Konzerns kritisiert, doch die aktuelle Argumentation von Genting stützt sich auf eine direkte Korrelation zwischen Steuerlast und Standortgarantie.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die online oder in Spielbanken aktiv sind, dient dieser Fall als warnendes Beispiel für die Auswirkungen staatlicher Eingriffe. In Deutschland wird das Glücksspiel durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Wir haben hier klare Regeln wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Diese Regeln dienen dem Spielerschutz, doch sie setzen legale Anbieter unter Druck.
Wenn die steuerliche oder regulatorische Belastung in Deutschland ein Maß erreicht, bei dem lizenzierte Anbieter nicht mehr konkurrenzfähig sind, droht eine Abwanderung in den Schwarzmarkt, genau wie Genting es für Großbritannien prophezeit. Deutsche Spieler sollten daher ausschließlich in Casinos spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Nur dort greifen die Schutzmechanismen, während Anbieter aus Curacao oder anderen Offshore-Gebieten oft keinerlei Sicherheit bieten. Die Entwicklungen in Coventry zeigen, dass Sicherheit und Legalität einen wirtschaftlichen Preis haben, den der Staat nicht überreizen darf.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Situation in Großbritannien verdeutlicht, dass lizenzierte Betreiber gegenüber illegalen Angeboten im Nachteil sind, wenn die Steuerlast zu hoch wird. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland zahlen bereits hohe Abgaben und müssen strenge technische Anforderungen erfüllen. Sollten ähnliche drastische Steuererhöhungen wie die diskutierte 40-Prozent-MGD in Deutschland eingeführt werden, könnten auch hierzulande attraktive Bonusangebote und Spielvielfalt schwinden. Die Politik muss daher ein Gleichgewicht finden: Steuereinnahmen sind wichtig, aber der Spielerschutz funktioniert nur, wenn die legalen Anbieter für die Kunden attraktiver bleiben als die illegale Konkurrenz ohne Limits und Steuern.
Häufige Fragen
Warum wird das Genting Casino in Coventry geschlossen?
Der Betreiber nennt kommerziellen Druck und drohende Erhöhungen der Machine Games Duty als Hauptgründe. Laut Genting machen diese steuerlichen Belastungen den Standort wirtschaftlich unrentabel.
Wie viele Arbeitsplätze sind bei Genting in Großbritannien gefährdet?
Insgesamt stehen bis zu 850 Arbeitsplätze in den Casinos sowie 50 Stellen in der Verwaltung auf dem Spiel. Dies betrifft fast ein Drittel der gesamten Belegschaft von Genting UK.
Was ist die Machine Games Duty (MGD)?
Die MGD ist eine Steuer auf Einnahmen aus Spielautomaten in Großbritannien. Der Vorschlag, diese auf bis zu 40 Prozent zu erhöhen, würde Genting mit 16 Millionen Pfund zusätzlich pro Jahr belasten.
Warum warnt Genting vor dem Schwarzmarkt?
Wenn legale Casinos schließen, wandern Spieler laut CEO Paul Willcock oft zu illegalen Anbietern ab. Diese unregulierten Orte bieten keinen Spielerschutz und sind oft mit organisierter Kriminalität verknüpft.
Sind deutsche Spieler von diesen Schließungen betroffen?
Direkt betroffen sind nur Besucher der britischen Standorte. Deutsche Spieler sollten jedoch darauf achten, nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz zu spielen, um sicherzustellen, dass ihr Geld und ihre Daten geschützt sind.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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