Vorwürfe gegen Kalshi: George Santos prangert Schleichwerbung an
KI-GENERIERTDer ehemalige Kongressabgeordnete George Santos wirft dem Prognosemarkt Kalshi vor, Influencer für verdeckte politische Werbung bezahlt zu haben, während Mark Moran eine Straferhöhung auf 6.200 Dollar beklagt.
Die Welt der Prognosemärkte gerät zunehmend in das Visier von Regulierungsbehörden und ehemaligen Akteuren. George Santos, der selbst wegen Unregelmäßigkeiten von der Plattform Kalshi verbannt wurde, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. In einem Podcast-Interview behauptete er, Textnachrichten gesehen zu haben, in denen Mitarbeiter von Kalshi Influencer explizit dazu aufforderten, Werbekennzeichnungen zu unterlassen. Die Beiträge sollten so wirken, als handele es sich um rein persönliche Meinungen und nicht um bezahlte Promotion für politische Wettmärkte. Dies geschieht in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Finanzinvestition und politischem Glücksspiel immer stärker verschwimmen.
Neben Santos meldete sich auch Mark Moran zu Wort, ein ehemaliger demokratischer Senatskandidat für Virginia. Moran berichtet von einer fragwürdigen Praxis bei der Durchsetzung interner Regeln. Nachdem er 100 Dollar auf seinen eigenen politischen Erfolg gesetzt hatte, was gegen die Richtlinien der Plattform verstieß, eskalierte der Konflikt laut seiner Darstellung massiv. Er behauptet, dass eine ursprüngliche Strafe von 800 Dollar und eine einjährige Sperre drastisch erhöht wurden, nachdem er sich weigerte, eine öffentliche Erklärung abzugeben. Kalshi setzte schließlich eine Strafe von rund 6.200 Dollar und eine fünfjährige Sperre fest, was Moran als Versuch wertet, seine Meinungsfreiheit zu beschneiden.
Zahlen und Fakten
Im Zentrum der Vorwürfe stehen konkrete Beträge und Disziplinarmaßnahmen. George Santos wurde im Juli von der CFTC dazu verpflichtet, Handelsgewinne in Höhe von 17.569,98 Dollar abzugeben und zusätzlich ein ziviles Bußgeld von 17.500 Dollar zu zahlen. Kalshi selbst verhängte gegen ihn eine noch höhere Strafe von 71.356 Dollar. Mark Moran wiederum sieht sich mit einer Sanktion von 6.229,30 Dollar konfrontiert, was dem 62-fachen seines ursprünglichen Einsatzes entspricht. Auch beim Konkurrenten Polymarket gab es personelle Konsequenzen. Der Chief Marketing Officer Matthew Modabber soll zwischen Januar 2025 und Februar 2026 mindestens 350.000 Dollar an Content-Ersteller gezahlt haben, woraufhin er letzte Woche entlassen wurde. Rund zwei Dutzend Ersteller sollen dort mindestens 490 Mal ohne Kennzeichnung geworben haben.
„Ich habe Textnachrichten von den Leuten gesehen, die den politischen Betrieb für Influencer bei Kalshi steuern, in denen sie bewusst sagen: Gebt nicht an, dass es eine bezahlte Partnerschaft ist. Postet es einfach so, als wäre es organisch, während sie bezahlen." - George Santos, Ehemaliger Kongressabgeordneter
Hintergrund
Der Streitpunkt zwischen den Betreibern und den Regulierungsbehörden ist fundamentaler Natur. Kalshi argumentiert, dass seine Ereignisverträge unter die Gerichtsbarkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen und somit als Finanzinstrumente zu behandeln sind. Viele staatliche Regulierungsbehörden, darunter die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James, sehen darin jedoch illegales Glücksspiel. Santos unterstützt die Bemühungen von James und fordert, dass diese Märkte denselben strengen Regeln unterworfen werden wie klassische Sportwetten oder Stammes-Glücksspiele. Er betont, dass es sich um Glücksspiel handelt, unabhängig davon, wie man es nennt, und verweist dabei auf seine eigene Erfahrung als professioneller Blackjack-Spieler.
Moran kritisiert zudem, dass Kalshi Disziplinarfälle zur Eigenwerbung nutzt. Er behauptet, das Unternehmen habe Influencer dafür bezahlt, Clips über Sperren und Strafen zu verbreiten, um Härte bei der Regeldurchsetzung zu demonstrieren. Er beziffert die Rate auf 8 Dollar pro 1.000 Impressionen. Diese aggressive Marketingstrategie steht im direkten Widerspruch zu den Forderungen nach mehr Transparenz und Anlegerschutz, insbesondere wenn große Wettsummen wie ein gemeldeter Einsatz von 700.000 Dollar in einem texanischen Markt die öffentliche Wahrnehmung von Wahlchancen manipulieren könnten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind Prognosemärkte wie Kalshi oder Polymarket derzeit keine legalen Optionen. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt extrem enge Grenzen für das, was als zulässige Wette gilt. Politische Wetten sind in Deutschland grundsätzlich verboten, da die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nur Wetten auf sportliche Ereignisse zulässt, deren Ausgang nicht durch einzelne Personen oder kleine Gruppen manipulierbar ist. In Deutschland greifen zudem strikte Spielerschutzmaßnahmen, die bei internationalen Plattformen oft fehlen. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg sowie die Anbindung an das Überwachungssystem LUGAS. Wer als deutscher Staatsbürger auf unlizenzierten ausländischen Seiten spielt, genießt keinen rechtlichen Schutz und riskiert, dass Gewinne nicht ausgezahlt werden oder Zahlungsdienstleister die Transaktionen blockieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Zugelassene GGL-Casinos müssen sich im Gegensatz zu internationalen Prognosemärkten an strikte Werberichtlinien halten. Schleichwerbung, wie sie Santos Kalshi vorwirft, würde in Deutschland zum sofortigen Entzug der Lizenz führen. Die GGL überwacht die Einhaltung der Werbeverbote sehr genau, insbesondere den Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Spielern. Deutsche Anbieter müssen sicherstellen, dass jede Form von Promotion klar als solche erkennbar ist. Der Fall Kalshi zeigt, wie wichtig eine zentrale Aufsicht ist, um Marktmanipulationen zu verhindern. Für lizenzierte Betreiber in Deutschland bedeutet dies einen Wettbewerbsnachteil gegenüber illegalen Angeboten, bietet dem Kunden jedoch eine rechtssichere und faire Spielumgebung. Die strikten Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten sind Teil dieses Sicherheitskonzepts, das internationale Plattformen bewusst umgehen.
Häufige Fragen
Was wird Kalshi konkret vorgeworfen?
George Santos behauptet, dass Mitarbeiter von Kalshi Influencer dazu angewiesen haben, bezahlte Werbeposts für politische Märkte als organische, persönliche Meinungen zu tarnen. Er gibt an, Textnachrichten gesehen zu haben, die diese gezielte Umgehung der Kennzeichnungspflicht belegen.
Wie hoch war die Strafe für Mark Moran?
Mark Moran wurde von Kalshi zu einer Geldstrafe von 6.229,30 Dollar verurteilt und für fünf Jahre von der Plattform gesperrt. Er kritisierte, dass die Strafe massiv erhöht wurde, nachdem er eine öffentliche Stellungnahme zu dem Fall verweigert hatte.
Warum wurde George Santos von Kalshi verbannt?
Santos wurde vorgeworfen, den Markt manipuliert zu haben, indem er auf seine eigene Anwesenheit bei der Rede zur Lage der Nation wettete und dabei irreführende Aussagen machte. Er musste Gewinne von über 17.500 Dollar abgeben und zusätzliche Strafzahlungen an die CFTC leisten.
Sind politische Wetten in Deutschland legal?
Nein, politische Wetten sind nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Deutschland nicht erlaubt. Die GGL lizenziert ausschließlich Sportwetten und bestimmte Casino-Spiele, wobei politische Ereignisse aufgrund der Manipulationsgefahr ausgeschlossen bleiben.
Welche Limits gelten für Spieler in deutschen Online-Casinos?
Deutsche Spieler unterliegen einem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle lizenzierten Plattformen hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gilt an virtuellen Spielautomaten ein maximaler Einsatz von 1 Euro pro Spielrunde.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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