Influencer-Jagd in Griechenland: 18 Social-Media-Stars im Visier der Justiz
KI-GENERIERTGriechenlands Finanzminister Kyriakos Pierrakakis geht gegen illegales Glücksspiel vor. 18 Influencer mit 3,6 Millionen Followern stehen wegen unerlaubter Casino-Werbung unter Verdacht.
In den sonnigen Gassen von Athen herrscht derzeit Unruhe unter denjenigen, die ihr Geld mit Lifestyle-Content und schnellen Werbedeals verdienen. Die griechische Regierung hat Ernst gemacht und eine groß angelegte Untersuchung gegen 18 namhafte Influencer eingeleitet. Diese jungen Männer und Frauen, die auf Instagram, TikTok und YouTube eine riesige Anhängerschaft um sich scharen, sollen massiv für illegale Glücksspiel-Plattformen geworben haben. Finanzminister Kyriakos Pierrakakis stellte bei einer Pressekonferenz der Hellenic Gaming Commission (EEEP) am 6. Oktober klar, dass Popularität kein Freibrief für Gesetzesverstöße ist. Das Internet sei kein Dschungel, in dem man sich über Regeln hinwegsetzen könne.
Die Tragweite dieser Ermittlungen ist beachtlich. Die 18 betroffenen Personen kommen zusammen auf über 3,6 Millionen Follower auf Instagram. Ein einziger dieser Accounts erreicht allein 623.000 Menschen. Die Regulierungsbehörde EEEP hat bei ihren Untersuchungen Werbung für elf nicht lizensierte Webseiten und acht nicht lizensierte Anbieter identifiziert. Diese Inhalte wurden gezielt an ein junges Publikum ausgespielt, was die Behörden besonders alarmiert. Es geht nicht mehr nur um klassische Bannerwerbung auf dubiosen Webseiten, sondern um die subtile und vertrauenserweckende Ansprache durch bekannte Gesichter der sozialen Medien.
„Das Internet ist kein Dschungel. Popularität verleiht keine Immunität, und Einfluss bringt Verantwortung mit sich.“ - Kyriakos Pierrakakis, Minister für Wirtschaft und Finanzen in Griechenland
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des illegalen Glücksspiels in Griechenland sind enorm. Schätzungen zufolge wurden im Jahr 2025 etwa 1,8 Milliarden Euro bei illegalen Anbietern umgesetzt. Rund 900.000 Menschen nahmen an diesen nicht lizensierten Spielen teil. Für den griechischen Staat bedeutet dies einen Verlust von etwa einer Milliarde Euro an Steuereinnahmen. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wurde die EEEP personell aufgestockt. Die Anzahl der festen Stellen wurde von 80 auf 110 erhöht, wobei 40 Positionen speziell für wissenschaftliche Experten und Experten für Cybersicherheit vorgesehen sind.
Die finanziellen Konsequenzen für die Werbetreibenden sind drastisch. Das neue Rahmenwerk sieht Bußgelder zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro pro einzelnen Verstoß vor. Neben den Influencern selbst werden auch Affiliate-Partner und Werbevermittler ins Visier genommen. Zudem plant die Regierung, den Zahlungsverkehr zu blockieren. Banken sollen künftig verpflichtet werden, Transaktionen zu und von illegalen Plattformen zu unterbinden. Dies ist ein entscheidender Schritt, um den Schwarzmarkt finanziell auszutrocknen.
Hintergrund
Griechenland verfolgt das Ziel, das erste Land in Europa mit einem solch spezifischen und harten Gesetzesrahmen gegen illegales Glücksspiel zu werden. Die Behörden haben bereits rund 15.000 Webseiten auf eine schwarze Liste gesetzt. Dennoch zeigt sich das Problem der „Hydra“: Wird eine Seite gesperrt, taucht sie oft unter einer neuen Adresse wieder auf. Hier setzen die neuen Ermittlungen an. Anstatt nur die Webseiten zu jagen, geht man nun gegen die Werbekanäle vor, die den Anbietern die Kunden zutreiben. Minister Pierrakakis setzt dabei verstärkt auf Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge, um Netzwerke schneller aufzuspüren und Werbewege nachzuverfolgen.
Antonios Alexiou, der stellvertretende Generaldirektor der EEEP, betonte, dass illegale Betreiber soziale Netzwerke gezielt nutzen, um durch prominente Persönlichkeiten ihre Glaubwürdigkeit zu steigern. Dies untergräbt die Bemühungen des regulierten Marktes, der strengen Spielerschutzregeln unterliegt. Besonders die Gefahr für Minderjährige steht im Fokus der Ermittler. Die EEEP soll künftig präsenter auf jenen Plattformen sein, auf denen sich junge Menschen aufhalten, um Aufklärung zu betreiben und über Risiken zu informieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Situation in Griechenland erinnert stark an die Herausforderungen in Deutschland seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV 2021). Auch hierzulande ist die Werbung durch Influencer für nicht in Deutschland lizensierte Casinos streng verboten. Wer in Deutschland spielt, sollte zwingend darauf achten, dass der Anbieter auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Nur diese Anbieter garantieren die Einhaltung der deutschen Schutzstandards. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird, sowie das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen.
Werbung für Anbieter ohne GGL-Lizenz (oft mit Lizenzen aus Curacao oder von der MGA, die in Deutschland für Online-Casinos nicht ausreichen) kann auch für deutsche Affiliates und Streamer teure rechtliche Konsequenzen haben. Die deutsche GGL geht ähnlich wie die griechische EEEP gegen illegale Werbung vor und nutzt Instrumente wie Payment Blocking und IP-Blocking. Für Spieler bedeutet die Nutzung illegaler Angebote zudem, dass sie keinen rechtlichen Schutz bei Streitigkeiten haben und Gefahr laufen, ihre Gewinne nicht ausgezahlt zu bekommen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für lizensierte deutsche Casinos ist das harte Durchgreifen in Griechenland ein positives Signal. Es zeigt, dass Regulierungsbehörden in Europa enger zusammenrücken und den Schwarzmarkt nicht länger gewähren lassen. Wenn illegale Konkurrenten, die keine Steuern zahlen und keinen Spielerschutz bieten, ihre Werbewege verlieren, stärkt dies die legalen Anbieter. GGL-lizensierte Casinos investieren Millionen in Sicherheit und Compliance. Ein sauberer Markt, in dem Influencer nur für legale und sichere Produkte werben dürfen, sorgt für faire Wettbewerbsbedingungen und schützt langfristig den Ruf der gesamten Branche.
Häufige Fragen
Warum werden in Griechenland 18 Influencer untersucht?
Die Influencer stehen unter Verdacht, auf Plattformen wie Instagram und TikTok aktiv Werbung für illegale Glücksspielanbieter ohne griechische Lizenz gemacht zu haben. Die Behörden haben Strafanzeigen erstattet, da diese Werbung gezielt Jugendliche anspricht und gegen das neue Gesetz verstößt.
Wie hoch sind die angedrohten Strafen für illegale Casino-Werbung?
Das griechische Gesetz sieht Bußgelder zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro pro Verstoß vor. Diese Sanktionen können sowohl gegen die Influencer selbst als auch gegen Agenturen und Affiliate-Partner verhängt werden.
Wie groß ist der Schaden durch illegales Glücksspiel in Griechenland?
Allein im Jahr 2025 wurden geschätzt 1,8 Milliarden Euro bei illegalen Anbietern gesetzt. Dem griechischen Staat entgeht dadurch jährlich etwa eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen, während fast 900.000 Menschen ungeschützt spielen.
Welche Rolle spielt die Behörde EEEP bei diesem Vorgehen?
Die Hellenic Gaming Commission (EEEP) leitet die Ermittlungen und hat ihre Expertenstäbe für Cybersicherheit und Technologie auf 110 Stellen aufgestockt. Sie nutzt KI-Tools, um illegale Werbenetzwerke aufzuspüren und arbeitet eng mit Internetprovidern für Sperrungen zusammen.
Was müssen deutsche Spieler bei Casino-Werbung auf Social Media beachten?
In Deutschland dürfen Influencer nur für Casinos werben, die eine offizielle Lizenz der GGL besitzen und auf der Whitelist stehen. Werbung für Anbieter mit Sitz in Curacao oder Malta ohne deutsche Konzession ist illegal und deutet auf fehlenden Spielerschutz (wie das 1.000 Euro Limit) hin.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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