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International Entertainment warnt vor Millionenverlust trotz steigender Einnahmen

25. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
International Entertainment warnt vor Millionenverlust trotz steigender EinnahmenKI-GENERIERT

Die International Entertainment Corp meldet für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr einen erwarteten Reinverlust von etwa 63,8 Millionen US-Dollar.

Die Welt des internationalen Glücksspiels erlebt derzeit eine paradoxe Situation bei der International Entertainment Corp. Das an der Börse in Hong Kong gelistete Unternehmen steht vor einem deutlichen Anstieg seiner Verluste, obwohl das Kerngeschäft in den Casinos eigentlich floriert. Für das Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, rechnet der Konzern mit einem den Aktionären zurechenbaren Verlust von rund 500 Millionen HKD, was umgerechnet etwa 63,8 Millionen US-Dollar entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem der Verlust noch bei 282,1 Millionen HKD lag, stellt dies eine massive Ausweitung dar.

Interessanterweise ist dieser tiefe Griff in die roten Zahlen nicht auf ein Scheitern am Spieltisch zurückzuführen. Ganz im Gegenteil, die Bruttogewinne in den Gaming-Sparten sind gestiegen. Das Unternehmen betreibt unter anderem das Manila Bay Casino Hotel auf den Philippinen, das früher als New Coast Hotel Manila bekannt war und nun unter dem Namen LaVie Resort & Casino Manila vermarktet wird. Hier scheinen die Gäste bereitwillig ihr Geld zu lassen, doch die Buchhaltung schlägt mit unvorhergesehenen Faktoren zu, die weit über das tägliche Geschäft hinausgehen.

Zahlen und Fakten

Der Hauptgrund für den prognostizierten Rekordverlust liegt in einer speziellen buchhalterischen Position. International Entertainment gab an, dass eine nicht zahlungswirksame Belastung von etwa 425 Millionen HKD das Ergebnis verhagelt hat. Dieser Betrag resultiert aus einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Verbindlichkeiten. Konkret geht es um Wandelanleihen im Wert von 1,60 Milliarden HKD, die während des Berichtszeitraums ausgegeben wurden. Diese Papiere wurden von DigiPlus Interactive Corp gezeichnet, einem auf den Philippinen ansässigen Online-Gaming-Betreiber.

Sollte DigiPlus diese Anleihen vollständig in Aktien umwandeln, würde dies das Kräfteverhältnis im Unternehmen grundlegend verschieben. DigiPlus hielte dann 53,89 Prozent der Anteile an International Entertainment, basierend auf dem erweiterten Aktienkapital. Das Management betont jedoch, dass dieser Verlust von 425 Millionen HKD lediglich ein Buchwert sei. Es gebe keine Auswirkungen auf den normalen Geschäftsbetrieb oder den operativen Cashflow. Ohne diesen Sondereffekt wäre der Verlust sogar geringer ausgefallen als im Vorjahr.

Hintergrund

Während die Finanzabteilung mit komplexen Wandelanleihen kämpft, investiert die operative Leitung massiv in die Zukunft des LaVie Resort & Casino Manila. Im Juni wurde eine wegweisende Kooperation mit Total Gamezone Xtreme Inc (TGXI) geschlossen, einer Tochtergesellschaft von DigiPlus. Ziel ist die Integration und Bereitstellung von Online-Glücksspielinhalten, die direkt mit dem physischen Casino in Manila verknüpft sind. Damit reagiert das Unternehmen auf den Trend, landbasierte Angebote mit digitalen Plattformen zu verschmelzen.

Auch die Hardware vor Ort wird erneuert. Im Juli wurde bekannt, dass der Ausrüster Velvix Corp zunächst 16 CurlX Spielautomaten im LaVie Resort aufstellt. Dies ist nur ein Teil eines größeren Modernisierungsprogramms, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der starken Konkurrenz in Asien zu sichern. Das Unternehmen erklärte, dass die Marketing- und Vertriebskosten gestiegen sind, da man gezielt in Werbekampagnen investiert, um die Attraktivität der Casino-Angebote zu steigern. Die endgültigen, geprüften Zahlen werden für Ende August erwartet.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland haben die finanziellen Kapriolen eines in Hong Kong gelisteten Konzerns mit Fokus auf die Philippinen keine direkten Auswirkungen auf den Alltag. Allerdings zeigt das Beispiel sehr deutlich, wie eng die Verflechtung zwischen stationären Casinos und dem Online-Sektor weltweit wird. In Deutschland ist dieser Bereich durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reglementiert. Während Konzerne wie International Entertainment auf den Philippinen massive Online-Kooperationen eingehen, müssen deutsche Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, um legal agieren zu dürfen.

In Deutschland gelten harte Grenzen: Das Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, kontrolliert durch das LUGAS-System. Zudem ist der Einsatz an virtuellen Spielautomaten auf 1 Euro pro Spin begrenzt. Solche Beschränkungen gibt es im asiatischen Raum in dieser Form nicht, was die dortigen Märkte für Investoren wie DigiPlus trotz buchhalterischer Verluste so attraktiv macht. Deutsche Kunden sollten stets darauf achten, nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz zu spielen, da internationale Konstrukte wie in Manila keinen Spielerschutz nach deutschem Standard garantieren.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche lizenzierte Betreiber können aus der Situation von International Entertainment lernen, dass Transparenz bei Firmenbeteiligungen entscheidend ist. Die GGL prüft die Zuverlässigkeit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Lizenzinhaber sehr genau. Große Verschiebungen in den Eigentumsverhältnissen, wie sie durch die Wandelanleihen von DigiPlus möglich sind, müssten in Deutschland sofort gemeldet und neu bewertet werden. Die Stabilität eines Anbieters ist für den deutschen Regulierer ein hohes Gut, um sicherzustellen, dass Gewinne auch tatsächlich ausgezahlt werden können.

Zudem verdeutlicht der Fall den immensen Druck auf die Marketingbudgets. International Entertainment musste seine Marketingausgaben erhöhen, um relevant zu bleiben. Deutsche GGL-Casinos kämpfen ebenfalls mit hohen Kosten, dürfen aber aufgrund der strengen Werberichtlinien nur eingeschränkt agieren. Der Fokus auf Qualität und legale Sicherheit bleibt für deutsche Anbieter das wichtigste Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem unregulierten Schwarzmarkt oder Graumarkt-Angeboten aus MGA- oder Curacao-Lizenzen, die oft mit aggressiverem Marketing werben.

„Der erwartete Verlust resultierte hauptsächlich aus einem nicht zahlungswirksamen Verlust von etwa 425 Millionen HKD aufgrund der Änderung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Wandelanleihen.“ - Sprecher der International Entertainment Corp, Finanzbericht Juni 2026

Häufige Fragen

Warum macht International Entertainment trotz mehr Umsatz Verlust?

Der Hauptgrund ist eine buchhalterische Belastung von 425 Millionen HKD. Diese entsteht durch die Neubewertung von Wandelanleihen, die an DigiPlus ausgegeben wurden, und ist kein operativer Geldverlust.

Wer ist DigiPlus Interactive Corp und welche Rolle spielen sie?

DigiPlus ist ein philippinischer Online-Gaming-Betreiber, der Wandelanleihen im Wert von 1,60 Milliarden HKD gezeichnet hat. Bei einer Umwandlung würden sie mit 53,89 Prozent die Mehrheit am Unternehmen übernehmen.

Welches Casino wird von International Entertainment betrieben?

Das Unternehmen betreibt das LaVie Resort & Casino Manila auf den Philippinen. Es war früher unter dem Namen New Coast Hotel Manila bekannt und wird derzeit modernisiert.

Was hat sich im Juli im Casino in Manila geändert?

Im Juli wurde eine Vereinbarung mit Velvix Corp zur Installation von 16 CurlX Spielautomaten getroffen. Dies ist Teil einer Strategie, das landbasierte Angebot attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen.

Darf ich als deutscher Spieler bei LaVie oder DigiPlus spielen?

Nein, diese Anbieter besitzen keine deutsche Lizenz der GGL. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen Whitelist stehen und die Regeln des GlüStV 2021 einhalten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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