Schwarzmarkt-Alarm in Schweden: Jesper Karrbrink sieht 50/50-Teilung beim Geldfluss
KI-GENERIERTJesper Karrbrink, Vorsitzender von Internet Vikings, warnt vor einer massiven Unterschätzung des schwedischen Schwarzmarktes, der finanziell bereits bei 50 Prozent liegen könnte.
Die Debatte um die Kanalisierung im Online-Glücksspiel erreicht einen neuen Höhepunkt. Jesper Karrbrink, der Vorsitzende des Hosting-Spezialisten Internet Vikings und CEO der Immense Group, zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen Marktsituation in Schweden. Während die offiziellen Behörden von einer Kanalisierungsrate von rund 84 Prozent sprechen, hält Karrbrink diese Zahlen für eine gefährliche Fehleinschätzung der Realität. Seiner Ansicht nach fließen die Geldbeträge längst zu gleichen Teilen in legale und illegale Kanäle.
Das Kernproblem liegt laut Karrbrink in der Art und Weise, wie Daten erhoben werden. Oft basieren Schätzungen auf Traffic-Zahlen, die jedoch nicht die tatsächlichen Einsätze widerspiegeln. Zudem verzerren Sektoren wie der Trabrennsport, der in Schweden ein faktisches Monopol ohne nennenswerte Schwarzmarkt-Konkurrenz darstellt, die Gesamtstatistik. Werden diese speziellen Bereiche herausgerechnet, sinkt die legale Quote deutlich. Die Diskrepanz zwischen Klicks und Kapital ist das zentrale Argument des erfahrenen Managers, der zuvor jahrelang als CEO für Mr Green tätig war.
Zahlen und Fakten
Internet Vikings operiert derzeit in 24 US-Bundesstaaten und verfolgt eine strikte Strategie, ausschließlich lizenzierte Märkte zu bedienen. In den USA ist der Markt für Online-Casinos jedoch noch stark begrenzt, da bisher nur sieben Staaten diese Spielform legalisiert haben. Die Wachstumsdynamik verlagert sich daher zunehmend auf Prognosemärkte (Prediction Markets) und Sweepstakes, die Karrbrink jedoch meidet, da sie nicht lizenziert sind.
Ein Blick auf die schwedischen Zahlen verdeutlicht den Ernst der Lage. Karrbrink schätzt die tatsächliche Kanalisierung auf nur 70 bis 75 Prozent, wenn man den Markt realistisch betrachtet.
„Verkehrstechnisch mag die Aufteilung bei 80/20 oder 70/30 liegen, aber finanziell ist viel mehr Geld draußen. Ich würde sagen, dass es beim Geld wieder bei 50/50 liegt.“ - Jesper Karrbrink, Chairman bei Internet Vikings
Besonders alarmierend ist ein Beispiel aus Deutschland, das Karrbrink anführt: Ein einziger Schwarzmarkt-Betreiber soll dort Einnahmen generiert haben, die einem Drittel des gesamten regulierten Marktes entsprachen. Dies verdeutlicht, welche Finanzkraft hinter nicht lizenzierten Angeboten steckt, während staatliche Stellen oft nur an der Oberfläche kratzen.
Hintergrund
Karrbrink äußert sich zudem sehr kritisch zu den Entwicklungen in Brasilien. Er bezeichnet das Vorgehen der dortigen Regierung, Betreiber nach der Zahlung von Lizenzgebühren für fünf Jahre bereits nach zwei Jahren aus dem Markt zu drängen, unverblümt als Betrug. Solche politischen Entscheidungen untergraben das Vertrauen in internationale Regulierungsbemühungen. Für Internet Vikings bleibt die Devise dennoch klar: Man konzentriert sich auf erstklassiges Hosting für den regulierten Bereich in Europa und den USA. Die technische Infrastruktur wird dabei kontinuierlich ausgebaut, um Lastspitzen wie bei einer Weltmeisterschaft problemlos abzufangen. Rickard und Victor, die Gründer des Unternehmens, bringen über 20 Jahre Branchenerfahrung ein, um potenzielle Schwachstellen in den Hosting-Lösungen zu vermeiden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland unterstreichen Karrbrinks Aussagen die Bedeutung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) wurde geschaffen, um genau diese 50/50-Szenarien zu verhindern. Wer bei Anbietern spielt, die nicht auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen, begibt sich in den von Karrbrink beschriebenen finanziellen Graubereich. In Deutschland greifen strikte Schutzmaßnahmen wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Diese Regeln, flankiert durch das Überwachungssystem LUGAS, dienen dazu, den legalen Markt sicher zu gestalten. Spieler sollten stets prüfen, ob ein Casino die deutsche Lizenz hält, um nicht Teil der Schwarzmarkt-Statistik zu werden, in der Spielerschutz oft ein Fremdwort ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte Betreiber stehen vor der Herausforderung, trotz der strengen Auflagen wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn Karrbrinks Einschätzung stimmt, dass der Schwarzmarkt finanziell so stark ist wie der legale Sektor, müssen GGL-Casinos durch Seriosität und Sicherheit punkten. Die hohen Kosten für Compliance und Steuern in Deutschland machen es schwer, mit den unregulierten Angeboten bei den Auszahlungsquoten mitzuhalten. Dennoch ist die Rechtssicherheit für die Unternehmen und der Schutz für die Kunden ein hohes Gut. Die Branche muss gemeinsam mit der GGL daran arbeiten, die Kanalisierung zu verbessern, damit nicht auch in Deutschland das Pendel in Richtung 50/50 ausschlägt, wie es Karrbrink für Schweden befürchtet.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Kanalisierungsrate in Schweden laut offiziellen Angaben?
Die offiziellen Stellen in Schweden geben die Kanalisierungsrate mit 84 Prozent an. Jesper Karrbrink bezweifelt dies jedoch und schätzt den Wert auf 70 bis 75 Prozent, wobei er finanziell sogar von einer 50/50-Verteilung ausgeht.
Warum sind Prognosemärkte in den USA für legale Anbieter relevant?
Obwohl sie oft nicht lizenziert sind, zeigen sie den Bundesstaaten, dass hohe Steuereinnahmen verloren gehen. Karrbrink glaubt, dass dies den Druck auf die Politik erhöht, Online-Sportwetten und Casinos schneller zu regulieren.
Was kritisiert Jesper Karrbrink an der Situation in Brasilien?
Karrbrink bezeichnet das Vorgehen in Brasilien als Betrug, da Betreiber für eine fünfjährige Lizenz bezahlt haben, aber nach zwei Jahren ausgeschlossen wurden. Er erwartet eine Klagewelle gegen diese politische Entscheidung.
In wie vielen US-Staaten ist Internet Vikings derzeit aktiv?
Das Unternehmen bietet seine Hosting-Dienstleistungen aktuell in 24 US-Bundesstaaten an. Dabei liegt der Fokus ausschließlich auf Märkten, in denen bereits eine offizielle Lizenzierung vorliegt.
Welchen Einfluss hat ein einzelner Schwarzmarkt-Betreiber laut Karrbrink?
Er verweist auf einen Fall aus Deutschland, bei dem ein einziger illegaler Betreiber Einnahmen in Höhe von einem Drittel des gesamten regulierten Marktes erzielt haben soll. Dies demonstriert die enorme Macht des Schwarzmarktes.
Wie erkenne ich als deutscher Spieler ein sicheres Online-Casino?
Ein sicheres Casino in Deutschland muss zwingend über eine Lizenz der GGL verfügen und auf der offiziellen Whitelist stehen. Nur dort sind die strengen Vorgaben des GlüStV 2021 wie Einzahlungslimits und LUGAS-Anbindung garantiert.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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