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Regulierung

Kalshi CEO kündigt neue Regeln und NBA-Deal im Rechtsstreit um Wettmärkte an

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Kalshi CEO kündigt neue Regeln und NBA-Deal im Rechtsstreit um Wettmärkte anKI-GENERIERT

Tarek Mansour plant die Stabilisierung von Kalshi durch neue CFTC-Regeln und Kooperationen mit der NBA, während New York eine Milliardenstrafe fordert.

Die Welt der Vorhersagemärkte steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Tarek Mansour, der Kopf hinter der 22 Milliarden Dollar schweren Plattform Kalshi, gibt sich trotz juristischem Gegenwind kämpferisch. Er erwartet, dass neue regulatorische Richtlinien bereits in den nächsten Wochen oder Monaten für die dringend benötigte Klarheit sorgen werden. Diese Entwicklung folgt auf ein wegweisendes Urteil eines dreiköpfigen Richtergremiums des Ninth Circuit, das Kalshis Sportkontrakte rechtlich als Sportwetten eingestuft hat. Mansour sieht in dieser Entscheidung jedoch mehr offene Fragen als Antworten und kritisiert die dadurch entstandene Rechtsunsicherheit massiv.

Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, setzt Kalshi auf eine Doppelstrategie aus politischer Lobbyarbeit und prestigeträchtigen Sportpartnerschaften. Mansour deutete an, dass Deals mit mindestens einer der verbleibenden großen US-Ligen, vermutlich der NBA oder der NFL, kurz vor dem Abschluss stehen. Da Kalshi bereits mit der NHL zusammenarbeitet und kürzlich Verträge mit fünf MLB-Teams unterzeichnet hat, wäre ein NBA-Engagement ein weiterer Meilenstein zur Legitimierung des Geschäftsmodells als Finanzprodukt statt als reines Glücksspiel.

Zahlen und Fakten

Der rechtliche Druck auf Kalshi ist immens. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James wirft dem Unternehmen vor, ein illegales, nicht lizenziertes Glücksspielunternehmen zu betreiben. Die Forderungen des Staates haben es in sich: Kalshi soll nicht nur sämtliche Erlöse abgeben, sondern auch den dreifachen Betrag der mutmaßlichen Gewinne als Strafe zahlen. Besonders brisant ist die Forderung von 100.000 Dollar für jedes einzelne unbefugte Sportwettangebot, das in oder von New York aus getätigt wurde. Bei der Masse an Transaktionen auf der Plattform könnte dies in die Milliarden gehen.

Kalshi argumentiert hingegen, dass seine Nutzer keine Zocker, sondern Trader seien. Mansour betont, dass viele Teilnehmer einen akademischen Hintergrund in Mathematik oder Statistik haben und ihre Entscheidungen auf tiefgreifender Forschung basieren. Er vergleicht das Wetten auf Sportereignisse mit dem Kauf von Aktien. Wenn jemand Tesla-Aktien kauft, sage er im privaten Kreis oft auch, er wette auf Elon Musk, ohne dass dies rechtlich als Glücksspiel gelte. Die Gegenseite, angeführt von Branchengrößen wie Jeff Benson von Circa Sports, hält dies für eine bewusste Irreführung. Benson wies darauf hin, dass die Daten von Kalshi selbst zeigen, dass 70 Prozent der Nutzer Geld verlieren, was exakt der Quote bei klassischen Sportwetten oder beim Daytrading entspreche.

Hintergrund

Der Kern des Streits liegt in der Auslegung von Regel 40.11 des Commodity Exchange Act (CEA). Diese erlaubt es der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Kontrakte zu verbieten, wenn sie dem öffentlichen Interesse widersprechen und Gaming beinhalten. Die CFTC arbeitet jedoch an neuen Regeln, die Sportevent-Kontrakte explizit zulassen könnten. Mansour setzt darauf, dass diese neuen Bestimmungen die bisherige Unklarheit beseitigen. Kritiker mahnen jedoch an, dass die Behörde hierfür möglicherweise die Zustimmung des Kongresses benötigt, da sie sonst ihre Kompetenzen überschreitet.

„A lot of the announcements centered on Rule 40.11 – but there is a new rule coming in the next few weeks or next few months that is going to clarify that.“ - Tarek Mansour, CEO von Kalshi

Interessanterweise zeigen sich die Profiligen unterschiedlich offen für diese neue Form des Marktes. Während die NHL und MLB bereits kooperieren und NBA-Kommissar Adam Silver seit März in Gesprächen über die Nutzung von Ligadaten steht, zögert die NFL. Die Football-Liga hat zwar Fanatics, DraftKings und FanDül als Partner, lehnt Vorhersagemärkte derzeit jedoch ab. Renie Anderson von der NFL stellte klar, dass dieser Bereich kommerziell momentan nicht in Betracht gezogen wird.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Nutzer bleibt die Situation eindeutig, aber restriktiv. Kalshi besitzt keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und steht somit nicht auf der offiziellen Whitelist. In Deutschland unterliegen Vorhersagemärkte, sofern sie als Sportwetten eingestuft werden, dem strengen Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dies bedeutet unter anderem ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots oder vergleichbare Beschränkungen bei Wetten sowie ein generelles monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System. Da Kalshi versucht, sich der Glücksspielregulierung zu entziehen, bietet die Plattform nicht den in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Spielerschutz. Wer von Deutschland aus auf solchen Plattformen agiert, bewegt sich im Bereich des illegalen Glücksspiels und genießt keinerlei Rechtssicherheit bei Gewinnauszahlungen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche lizenzierte Anbieter beobachten den Fall Kalshi genau, da er die Grenze zwischen Finanzwetten und Sportwetten neu definiert. Sollten sich Vorhersagemärkte in den USA als Finanzprodukte etablieren, könnte dies langfristig auch Druck auf die europäische Regulierung ausüben. Aktuell müssen GGL-lizenzierte Casinos jedoch streng darauf achten, dass ihre Produkte klar als Glücksspiel deklariert sind und alle Anforderungen an Suchtprävention und Steuerabführung erfüllen. Der Vorwurf des Circa-CEOs Derek Stevens, Kalshi sei ein Dieb, weil es durch die Deklaration als Börse Steuern vermeidet, die reguläre Buchmacher zahlen müssen, unterstreicht den Wettbewerbsvorteil, den sich unregulierte Anbieter verschaffen wollen. Deutsche Anbieter mit GGL-Siegel garantieren hingegen die Abführung der Sportwettsteuer und den Schutz der Spielerdaten.

Häufige Fragen

Ist Kalshi in Deutschland legal nutzbar?

Nein, Kalshi verfügt über keine Lizenz der GGL und steht nicht auf der offiziellen Whitelist für Deutschland. Die Nutzung solcher Plattformen gilt nach dem GlüStV 2021 als Teilnahme an illegalem Glücksspiel.

Warum stuft New York Kalshi als illegales Glücksspiel ein?

Die Generalstaatsanwältin Letitia James argumentiert, dass Kalshi Wetten auf Sport und Wahlen als Finanzgeschäfte tarnt, ohne eine notwendige Glücksspiellizenz zu besitzen. Zudem wurde Kalshis eigene Werbung zitiert, die die App als legale Sportwetten-App bezeichnete.

Was droht Kalshi bei einer Niederlage vor Gericht?

Das Unternehmen könnte zur Rückzahlung aller Einnahmen an Kunden und zur Zahlung des dreifachen Gewinns als Strafe verpflichtet werden. Zusätzlich fordert New York Bußgelder von 100.000 Dollar für jedes einzelne nicht genehmigte Wettangebot.

Welche Rolle spielt die NBA in diesem Konflikt?

Die NBA steht laut Tarek Mansour kurz vor einem Abschluss mit Kalshi, um Ligadaten für Prognosemärkte bereitzustellen. Dies würde Kalshi als seriösen Marktplatz legitimieren, ähnlich wie es bereits bei der NHL und MLB der Fall ist.

Wie unterscheidet sich die Regulierung bei GGL-lizenzierten Anbietern?

Anbieter mit GGL-Lizenz müssen strikte Limits einhalten, Steuern abführen und sind an das Sperrsystem OASIS sowie das Kontrollsystem LUGAS angeschlossen. Plattformen wie Kalshi versuchen diese Regeln zu umgehen, indem sie sich als Finanzbörse definieren.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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