Kalshi verklagt US-Bundesstaat Louisiana wegen Sport-Prognosemärkten
KI-GENERIERTDie Plattform Kalshi wehrt sich gerichtlich gegen Louisiana, nachdem Aufsichtsbehörden dortige Ereignisverträge als illegale Sportwetten eingestuft haben.
Der Markt für Prognosemärkte in den USA steht vor einer entscheidenden Zerreißprobe. Kalshi, ein prominenter Akteur in diesem Sektor, hat nun offiziell Klage gegen den Bundesstaat Louisiana eingereicht. Ziel der Klage ist es, die staatlichen Regulierungsbehörden daran zu hindern, rechtliche Schritte gegen die Plattform und deren spezifische Ereignisverträge einzuleiten. Dieser Schritt folgt auf eine deutliche Verschärfung der Gangart durch die Behörden im Pelican State, die Prognosemärkte zunehmend als Bedrohung für ihr reguliertes Glücksspielmonopol wahrnehmen.
Die Auseinandersetzung erreicht damit eine neue Ebene der Eskalation. Während Kalshi argumentiert, dass seine Produkte als Finanzinstrumente unter die Aufsicht der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen, sieht Louisiana darin schlichtweg illegale Sportwetten. Diese rechtliche Grauzone führt nun zu einem direkten Konflikt vor einem Bundesgericht, dessen Ausgang weitreichende Folgen für die gesamte Branche der Event-Contracts haben könnte, insbesondere da auch Schwergewichte wie DraftKings und FanDül bereits in den Startlöchern für ähnliche Produkte stehen.
Zahlen und Fakten
Das Louisiana Gaming Control Board (LGCB) hat in einem aktuellen Beratungsschreiben klargestellt, dass es keinen Spielraum für unlizenzierte Anbieter sieht. Laut dem Vorsitzenden Christopher Hebert stellt jede direkte oder indirekte Beteiligung an Sportveranstaltungsverträgen ein Risiko für die Eignung zur Lizenzierung dar. Die Behörde betonte, dass Sportwetten in Louisiana ausschließlich über lizenzierte Betreiber und auf Basis des offiziellen Katalogs für Sportwetten abgewickelt werden dürfen. In der jüngeren Vergangenheit hat das LGCB bereits Stärke bewiesen und etwa 40 Unterlassungserklärungen an illegale Offshore-Anbieter und Online-Sweepstakes-Betreiber versandt.
Ein wichtiger Aspekt des Streits ist die föderale Komponente. Dave Yost, der Generalstaatsanwalt von Ohio, führt eine Koalition aus fast drei Dutzend Bundesstaaten an, die sich gegen die Ausweitung von Prognosemärkten ohne staatliche Kontrolle aussprechen. Zu dieser Gruppe gehören gewichtige Staaten wie New York, Pennsylvania, Massachusetts und Illinois. Kalshi-CEO Tarek Mansour hält dagegen und pocht auf eine nationale Regulierung durch die CFTC, um den Flickenteppich aus einzelstaatlichen Verboten zu umgehen. Das Gericht in New Jersey gewährte Kalshi zuletzt eine Fristverlängerung bis zum 24. Juli, um auf die Argumente der Gegenseite zu reagieren.
Hintergrund
Der Konflikt in Louisiana wurde durch ein Schreiben des LGCB-Vorsitzenden Christopher Hebert ausgelöst. Darin richtete er sich an alle Lizenznehmer, die eventuell planen, Prognosemärkte zu nutzen oder zu ermöglichen. Die Position der Behörde ist eindeutig: Solche Aktivitäten sind Sportwetten im Sinne des Gesetzes von Louisiana. Da Kalshi und ähnliche Anbieter keine spezifische Sportwettenlizenz des Bundesstaates besitzen, werden ihre Angebote als illegal eingestuft.
„Der Vorstand gibt diesen Hinweis heraus, um klarzustellen, dass jede direkte oder indirekte Beteiligung am Betrieb, Angebot oder der Ermöglichung von Sportveranstaltungsverträgen die Eignung einer regulierten Partei für eine Lizenzierung oder Genehmigung in Louisiana beeinträchtigen kann." - Christopher Hebert, Vorsitzender des Louisiana Gaming Control Board
Die Regulierungsbehörde lehnt die Sichtweise ab, dass es sich bei diesen Verträgen um reine Warentermingeschäfte handelt. Vielmehr sieht man darin eine Umgehung der staatlichen Steuern und Sicherheitsmechanismen, die für klassische Buchmacher gelten. In Louisiana ist man der Ansicht, dass der Commodities Exchange Act keine Rechtsgrundlage bietet, um staatliche Glücksspielgesetze auszuhebeln, wenn es um Wetten auf Sportereignisse geht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA ein interessantes Anschauungsbeispiel für die Definition von Glücksspiel versus Finanzwette. In Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr strikt geregelt. Wetten auf Ereignisse, die über den rein sportlichen Ausgang hinausgehen, sind hierzulande kaum zulässig. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achtet streng darauf, dass nur Anbieter auf der offiziellen Whitelist agieren. Prognosemärkte, wie Kalshi sie anbietet, hätten es in Deutschland schwer, da sie oft Aspekte von Finanzwetten und Sportwetten vermischen.
Deutsche Nutzer müssen sich zudem an die strengen Limits halten, die das LUGAS-System vorgibt, wie etwa das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten zeigt, wie stark der deutsche Gesetzgeber den Spielerschutz gewichtet. Eine Plattform, die versucht, diese Regeln durch die Hintertür der Finanzmarktregulierung zu umgehen, würde in Deutschland umgehend mit einer Untersagungsverfügung der GGL konfrontiert werden. Wer sicher spielen möchte, sollte daher ausschließlich Anbieter wählen, die über eine deutsche Konzession verfügen und somit den hohen Anforderungen an Jugend- und Spielerschutz genügen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet der US-Konflikt vor allem Rechtssicherheit durch Abgrenzung. Während in den USA nun Gerichte klären müssen, was eine Sportwette und was ein Warenterminhandel ist, bietet das deutsche System klare Kriterien. Lizensierte Anbieter in Deutschland investieren hohe Summen in die Einhaltung der Compliance, um ihre Erlaubnis nicht zu gefährden. Ein Aufweichen der Grenzen, wie es Kalshi in den USA versucht, ist unter der Aufsicht der GGL kaum vorstellbar. Dies schützt lizenzierte Betreiber vor unlauterem Wettbewerb durch Plattformen, die sich der Glücksspielsteuer und den Sozialkonzept-Pflichten entziehen wollen. Der Fall Louisiana zeigt, dass staatliche Regulierer weltweit bereit sind, ihre Souveränität bei der Glücksspielkontrolle hartnäckig zu verteidigen.
Häufige Fragen
Warum verklagt Kalshi den Bundesstaat Louisiana?
Kalshi wehrt sich gegen die Einstufung seiner Prognosemärkte als illegales Glücksspiel durch die dortigen Behörden. Das Unternehmen möchte gerichtlich feststellen lassen, dass seine Ereignisverträge unter die Bundesaufsicht der CFTC fallen und nicht durch staatliche Glücksspielgesetze verboten werden können.
Welche Konsequenzen drohen Anbietern in Louisiana?
Das Louisiana Gaming Control Board hat gewarnt, dass jede Beteiligung an solchen Wettverträgen die Eignung für eine staatliche Lizenz gefährdet. Dies betrifft auch indirekte Kooperationen, was den Druck auf traditionelle Buchmacher erhöht, die mit Plattformen wie Kalshi zusammenarbeiten wollen.
Wer unterstützt die Verbote von Prognosemärkten in den USA?
Eine Koalition aus fast drei Dutzend Generalstaatsanwälten, angeführt von Dave Yost aus Ohio, fordert strengere Kontrollen. Sie argumentieren, dass Staaten das Recht haben müssen, ihre Bürger vor den negativen Folgen von Online-Glücksspiel zu schützen, unabhängig von der gewählten Verpackung.
Darf man solche Prognosemärkte in Deutschland nutzen?
In Deutschland ist das Angebot von Online-Glücksspiel ohne Lizenz der GGL streng untersagt. Plattformen, die Sportwetten oder ähnliche Ereignisverträge ohne deutsche Konzession anbieten, gelten als illegal, und Spieler haben bei diesen Anbietern keinen rechtlichen Schutz durch deutsche Behörden.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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