Minderjährige wetten Milliarden: US-Prognosemärkte geraten massiv unter Druck
KI-GENERIERTEin neuer Bericht zeigt, dass Unter-18-Jährige auf Plattformen wie Kalshi rund 5,4 Milliarden US-Dollar umsetzen, davon allein 3,9 Milliarden Dollar bei Sportwetten.
In der schillernden Welt der Online-Wetten braut sich ein Sturm zusammen, der die Grundfesten der jungen Prognosemärkte erschüttern könnte. Während Plattformen wie Kalshi und Polymarket mit Bewertungen in Milliardenhöhe jonglieren, rückt eine heikle Nutzergruppe ins Visier der Öffentlichkeit. Eine Analyse des US-Senders CNN hat nun ans Licht gebracht, dass Jugendliche unter 18 Jahren einen erschreckend hohen Anteil am Handelsvolumen auf diesen Plattformen ausmachen. Was offiziell als Handel mit Ereigniskontrakten deklariert wird, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen oft als getarnte Sportwette, die für Minderjährige eigentlich tabu sein sollte.
Die Debatte dreht sich um die Frage, ob diese Plattformen lediglich moderne Finanzinstrumente anbieten oder ob sie eine Hintertür zum illegalen Glücksspiel für Teenager geöffnet haben. In den USA ist das Mindestalter für Sportwetten in den meisten Bundesstaaten auf 21 Jahre festgesetzt. Prognosemärkte argumentieren zwar, dass sie sich rechtlich vom klassischen Glücksspiel unterscheiden, doch die Grenzen verschwimmen zusehends. Besonders kritisch wird gesehen, dass Anbieter wie Kalshi nun auch Kombinationswetten einführen, die in der Branche als Parlays bekannt sind und das Risiko sowie die Gewinnspannen für die Betreiber deutlich erhöhen.
Zahlen und Fakten
Die Ausmaße des Handels durch Minderjährige sind laut den vorliegenden Daten gigantisch. Allein auf Kalshi sollen Nutzer unter 18 Jahren für ein Handelsvolumen von etwa 5,4 Milliarden US-Dollar verantwortlich sein. Davon entfallen stolze 3,9 Milliarden US-Dollar auf Kontrakte, die direkt an Sportereignisse gekoppelt sind. Diese Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu den Beteuerungen der Anbieter, dass Minderjährige nur einen Bruchteil des Umsatzes generieren würden. Während Kalshi im März 2026 eine Bewertung von 22 Milliarden US-Dollar erreichte, wird der Konkurrent Polymarket derzeit mit rund 15 Milliarden US-Dollar bewertet. Zum Vergleich: Damit wäre Polymarket mehr wert als etablierte Branchenriesen wie DraftKings oder MGM Resorts International.
Das rasante Wachstum zeigt sich auch in den Quartalszahlen. Im ersten Quartal 2026 verdoppelte sich das Gesamtvolumen auf Polymarket im Vergleich zum Vorquartal, wobei allein im März 10,6 Milliarden US-Dollar umgesetzt wurden. Diese Plattformen ziehen massiv Kapital an. So hat die Intercontinental Exchange (ICE), die Muttergesellschaft der New Yorker Börse, bereits rund 600 Millionen US-Dollar in Polymarket investiert, als Teil einer umfassenderen Zusage über 2 Milliarden US-Dollar.
Hintergrund
Der Kern des Problems liegt in der psychologischen Wirkung dieser Angebote. Experten warnen davor, dass die Plattformen bewusst eine Videospiel-Atmosphäre schaffen, um junge Menschen anzulocken. Ein Artikel in der Fachzeitschrift Science betonte bereits im April, dass die ständige Verfügbarkeit neuer Ereignisse und ein unendlicher Strom an Datenströmen die natürlichen Stopp-Punkte für Nutzer eliminieren. Dies fördert ein Suchtverhalten, das gerade bei Jugendlichen verheerende Folgen haben kann.
„Sie versuchen, diese Erfahrung zu kreieren; es ist wie eine Videospiel-Erfahrung, die man jungen Menschen aufdrängt. Währenddessen wissen wir aus der Wissenschaft, dass dies ein extrem süchtig machendes Produkt ist, das unglaublichen Schaden anrichtet." - Les Bernal, Nationaler Direktor von Stop Predatory Gambling
Obwohl Kalshi seit Juli 2021 durch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert wird, bleibt der Jugendschutz eine offene Flanke. Andere Akteure wie Fanatics sind vorsichtiger und lassen auf ihren Prognosemärkten keine Nutzer unter 21 Jahren zu, um regulatorischen Konflikten aus dem Weg zu gehen. CEO Tarek Mansour verteidigt sein Unternehmen jedoch vehement und bezeichnet die Produkte als den herkömmlichen Wetten überlegen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation eindeutig, aber dennoch gefährlich. Plattformen wie Kalshi oder Polymarket besitzen keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Wer aus Deutschland auf diesen Seiten wettet, bewegt sich im Bereich des illegalen Glücksspiels. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt extrem hohe Hürden für den Spielerschutz, die von US-Prognosemärkten schlichtweg ignoriert werden. Dazu gehört das strikte Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Slots und strenge Identitätsprüfungen zur Abwehr von Minderjährigen sind in Deutschland Pflicht. Deutsche Nutzer sollten daher unbedingt auf der offiziellen Whitelist der GGL prüfen, ob ein Anbieter legal ist. Die Teilnahme an unregulierten Prognosemärkten bietet keinerlei Rechtsschutz bei Gewinnauszahlungen und birgt das Risiko einer Kontosperrung ohne Vorwarnung.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die deutschen lizenzierten Betreiber müssen diesen Trend genau beobachten. Die GGL wird ihre Anstrengungen verstärken müssen, um den Zugang zu solchen illegalen Drittstaaten-Plattformen per IP-Blocking oder Zahlungsblockaden zu unterbinden. Für legale Casinos bedeutet die US-Entwicklung eine Bestätigung ihrer eigenen strengen Auflagen. Während Kalshi mit Milliarden-Umsätzen durch Minderjährige Schlagzeilen macht, beweisen deutsche Anbieter durch den Anschluss an das Sperrsystem OASIS, dass Jugendschutz hierzulande oberste Priorität hat. Der Wettbewerbsnachteil durch die strengen 1-Euro-Limits in Deutschland schmerzt zwar, doch die aktuelle Kontroverse in den USA zeigt, wie schnell ein liberales System ohne effektive Alterskontrolle in Verruf geraten kann. Seriöse deutsche Anbieter nutzen diese Nachrichten oft, um ihr eigenes Engagement für sicheres Spielen zu unterstreichen.
Häufige Fragen
Wie viel Geld setzen Minderjährige auf Kalshi um?
Laut einer CNN-Analyse beläuft sich das Handelsvolumen von Nutzern unter 18 Jahren allein auf dieser Plattform auf rund 5,4 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil davon, etwa 3,9 Milliarden Dollar, entfällt auf Wetten zu Sportereignissen.
Sind Prognosemärkte wie Kalshi in Deutschland legal?
Nein, diese Plattformen verfügen über keine deutsche Lizenz der GGL und entsprechen nicht den Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Die Nutzung aus Deutschland gilt als Teilnahme am illegalen Glücksspiel.
Was ist der Unterschied zwischen Kalshi und Polymarket?
Kalshi wird in den USA durch die CFTC reguliert und ist mit 22 Milliarden Dollar bewertet, während Polymarket auf Krypto-Basis läuft und derzeit eine Bewertung von 15 Milliarden Dollar anstrebt. Kalshi bietet mittlerweile auch Kombiwetten an, die klassischen Parlays ähneln.
Warum warnen Experten vor diesen Plattformen für Jugendliche?
Kritiker wie Les Bernal bemängeln, dass die Plattformen wie Videospiele gestaltet sind und durch einen unendlichen Strom an Ereignissen Suchtpotenzial entfalten. Jugendliche werden so frühzeitig an riskante Wettformen herangeführt.
Welche Schutzmaßnahmen gelten für Spieler in Deutschland?
In Deutschland lizenzierte Anbieter müssen das LUGAS-System zur Überwachung des 1.000-Euro-Einzahlungslimits nutzen und sind an das Sperrsystem OASIS angebunden. Zudem gilt ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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