Rekordstrafe von 37 Millionen Euro gegen illegalen Glücksspiel-Anbieter verhängt
KI-GENERIERTDie niederländische KSA greift hart durch: EOD Code SRL muss 37 Millionen Euro zahlen, weil das Unternehmen dutzende Online-Casinos ohne Lizenz betrieb.
Die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hat ein deutliches Zeichen gegen den illegalen Glücksspielmarkt gesetzt. Mit einer Rekordstrafe von 37 Millionen Euro gegen das Unternehmen EOD Code SRL unterstreicht die Behörde ihren Anspruch, den digitalen Raum konsequent zu überwachen. Der Anbieter, der laut Handelsregister in Costa Rica gemeldet ist, hatte über ein Geflecht von zahlreichen Webseiten Casinospiele in den Niederlanden angeboten, ohne die dafür notwendige staatliche Lizenz zu besitzen. Es ist die höchste Geldbuße, die die KSA jemals für derartige Verstöße ausgesprochen hat.
Das Vorgehen der Regulierer zeigt eine neue Härte in der europäischen Glücksspielpolitik. Die Ermittler konnten nachweisen, dass niederländische Spieler nahezu ungehindert auf die Plattformen zugreifen konnten. Dabei wurden grundlegende Spielerschutzmaßnahmen, die im regulierten Markt Standard sind, schlicht ignoriert. Besonders die Tatsache, dass eine Altersprüfung oft komplett fehlte oder nur oberflächlich stattfand, alarmierte die Aufsicht. In einer Zeit, in der Jugendschutz oberste Priorität genießt, werten Experten diesen Fall als Weckruf für die gesamte Branche.
Zahlen und Fakten
Im Zentrum der Ermittlungen stand zunächst das Portal Instantcasino. Doch die KSA-Inspektoren stießen bei ihren Recherchen schnell auf ein ganzes Netzwerk. Insgesamt wurden zwölf Webseiten identifiziert, darunter bekannte Namen wie Skyhills, Slotmonster, Betiro, Betblast, Fastslots, Goldenpanda, Sambaslots, Winningz, Incognitocasino, Foxygold und Luckypays.io. Die Höhe der Strafe von 37 Millionen Euro resultiert nicht aus einem Pauschalbetrag, sondern basiert auf einer Schätzung der illegalen Einnahmen, die das Unternehmen mit niederländischen Kunden generiert hat.
Die KSA nutzte hierbei eine spezielle Berechnungsformel. Wenn Standardstrafen in keinem Verhältnis zum erzielten Umsatz stehen, greift die Behörde zu umsatzbasierten Sanktionen. Die Ermittler stellten fest, dass Mitarbeiter der Behörde sich problemlos registrieren und Einsätze tätigen konnten. Dabei wurden keine technischen Barrieren genutzt, um Nutzer aus den Niederlanden auszuschließen. Ein weiterer gravierender Punkt war die Annahme von Kryptowährungen und anderen anonymen Zahlungsmethoden. Dies begünstigt laut KSA nicht nur illegales Spiel, sondern erhöht massiv das Risiko für Geldwäsche.
Hintergrund
EOD Code SRL war kein Unbekannter für die niederländischen Behörden. Bereits in der Vergangenheit wurde eine Zwangsgeldanordnung gegen das Unternehmen erlassen. Da diese Maßnahme jedoch nicht zu einer Einstellung der illegalen Aktivitäten führte, eskalierte die KSA nun das Verfahren. Die Behörde betonte, dass der Kampf gegen den Schwarzmarkt nicht allein durch Bußgelder gewonnen werden kann. Es bedarf einer engen Kooperation mit Drittparteien wie Banken, Hosting-Anbietern und Zahlungsdienstleistern, um den Zugang zu solchen Plattformen nachhaltig zu unterbinden.
„Das Vorgehen gegen illegale Angebote beschränkt sich nicht auf Verwaltungsstrafen, wie hier erwähnt, sondern beinhaltet auch eine intensive Zusammenarbeit mit Dritten, wie Zahlungsdienstleistern, Hosting-Parteien, Banken und großen Technologieunternehmen." - Sprecher der Kansspelautoriteit (KSA)
Die Situation in den Niederlanden ist angespannt. Obwohl das Online-Glücksspiel dort im Oktober 2021 legalisiert wurde, zeigen Studien, dass der Schwarzmarkt weiterhin floriert. Schätzungen aus dem Vorjahr legen nahe, dass zeitweise sogar mehr Geld in unlizenzierte Kanäle floss als in den regulierten Markt. Die jetzige Rekordstrafe soll daher auch eine abschreckende Wirkung auf andere Anbieter haben, die ohne Erlaubnis operieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler aus Deutschland ist dieser Fall eine wichtige Mahnung. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt. Anbieter ohne Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sind illegal. Wer auf Seiten wie den oben genannten spielt, begibt sich in eine rechtliche Grauzone und verzichtet auf jeglichen Schutz. In Deutschland greifen strikte Limits, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots.
Diese Regeln dienen dem Schutz vor Spielsucht und Überschuldung. Illegale Anbieter werben oft mit dem Wegfall dieser Limits, doch genau hier liegt die Gefahr. Ohne Anbindung an das Sperrsystem OASIS und ohne deutsche Lizenz gibt es keine Garantie für die Auszahlung von Gewinnen. Zudem ist die Nutzung anonymer Kryptowährungen, wie sie bei EOD Code SRL möglich war, bei legalen deutschen Anbietern streng untersagt, um Geldwäsche zu verhindern. Deutsche Kunden sollten daher immer die offizielle Whitelist der GGL konsultieren, bevor sie ein Konto eröffnen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte Anbieter in Deutschland sehen sich durch solche Meldungen bestätigt. Der hohe regulatorische Aufwand und die Kosten für Compliance sind nur dann wettbewerbsfähig, wenn der Schwarzmarkt effektiv bekämpft wird. Die GGL beobachtet die Entwicklungen in den Nachbarländern genau. Eine derart hohe Strafe wie in den Niederlanden sendet das Signal, dass Verstöße gegen nationale Gesetze existenzbedrohend sein können. Für die GGL-Casinos bedeutet dies auch eine Chance, sich durch Vertrauenswürdigkeit und Transparenz vom unregulierten Markt abzuheben, während die Behörden den Druck auf Zahlungswege und Werbeplattformen der Illegalen weiter erhöhen.
Häufige Fragen
Warum wurde die Strafe gegen EOD Code SRL so hoch angesetzt?
Die KSA entschied sich für eine Rekordsumme von 37 Millionen Euro, da Standardstrafen angesichts der hohen Einnahmen des Unternehmens nicht angemessen gewesen wären. Die Behörde berechnete das Bußgeld auf Basis des geschätzten Umsatzes, den der Anbieter illegal mit niederländischen Kunden erzielte.
Welche Webseiten sind von der Strafe betroffen?
Insgesamt wurden zwölf Plattformen identifiziert, darunter Instantcasino, Skyhills, Slotmonster, Betiro, Betblast und Fastslots. Auch Seiten wie Goldenpanda, Sambaslots, Winningz, Incognitocasino, Foxygold und Luckypays.io gehören zu dem illegal operierenden Netzwerk von EOD Code SRL.
Was waren die Hauptgründe für das harte Durchgreifen der Behörden?
Neben dem Fehlen einer Lizenz kritisierte die KSA vor allem die mangelhafte Altersverifikation für Spieler. Zudem akzeptierten die Seiten Kryptowährungen und andere anonyme Zahlungsmethoden, was das Risiko für Geldwäsche und fehlenden Spielerschutz massiv erhöhte.
Können deutsche Spieler auf diesen Seiten sicher spielen?
Nein, diese Seiten verfügen über keine deutsche Lizenz der GGL und sind in Deutschland illegal. Spieler riskieren den Verlust ihres Geldes, da es keine rechtliche Handhabe für Gewinnauszahlungen gibt und wichtige Schutzmechanismen wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit fehlen.
Wie erkenne ich, ob ein Online-Casino in Deutschland legal ist?
Ein legales Online-Casino muss auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter halten sich an den Glücksspielstaatsvertrag 2021, sind an das Sperrsystem OASIS angebunden und halten Einsatzlimits von maximal 1 Euro pro Spielrunde ein.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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