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Las Vegas Sands: Rückschlag in Macau und politische Hürden in Texas

23. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Las Vegas Sands: Rückschlag in Macau und politische Hürden in Texas

Der Casinoriese Las Vegas Sands meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz-Dämpfer in Macau. Der Nettogewinn von Sands China brach um 50 Prozent auf 107 Millionen US-Dollar ein.

Die Welt der glitzernden Casinos ist oft launisch, und das musste Las Vegas Sands im zweiten Quartal 2026 schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Während die Touristenzahlen eigentlich gut aussehen, machen den Verantwortlichen die Launen des Glücks einen Strich durch die Rechnung. Der Casinogigant meldete einen Rückgang der Nettoeinnahmen, was vor allem an schwächeren Ergebnissen im Kerngeschäft Casino lag. Das Wachstum in anderen Bereichen konnte diese Verluste nicht vollständig auffangen. Besonders in Macau, dem wichtigsten Standbein des Konzerns, zeigt sich ein gemischtes Bild aus regem Betrieb und enttäuschenden Erträgen.

Sands China, die Tochtergesellschaft für das asiatische Glücksspiel-Mekka, musste für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 1,78 Milliarden US-Dollar ausweisen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem leichten Rückgang von 0,8 Prozent. Viel drastischer liest sich jedoch die Zahl unter dem Strich. Der Nettogewinn stürzte um satte 50 Prozent auf nur noch 107 Millionen US-Dollar ab. Auch das bereinigte Immobilien-EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, sank deutlich von 566 Millionen auf 430 Millionen US-Dollar. Es sind Zahlen, die an der Börse für Stirnrunzeln sorgen, obwohl das reine Spielvolumen eigentlich gestiegen ist.

Zahlen und Fakten

Warum sinkt der Gewinn, wenn mehr Menschen spielen? Die Antwort liegt in der Mathematik des Glücksspiels. Laut Las Vegas Sands wurde die Performance durch eine außergewöhnlich niedrige Gewinnquote im VIP-Segment belastet. Die sogenannte VIP Rolling Hold lag im Quartal bei lediglich 1,35 Prozent. Das ist weit unter dem, was statistisch zu erwarten wäre. Hätte das Würfelglück der High Roller auf einem normalen Niveau gelegen, wäre das Macau-EBITDA laut Unternehmen bei 517 Millionen US-Dollar gelandet. So aber blieb ein fader Beigeschmack.

Besonders das Venetian Macao spürte diesen Effekt. Hier belief sich der Nettoumsatz auf 591 Millionen US-Dollar, ein deutliches Minus zum Vorjahr mit 663 Millionen US-Dollar. Die Gewinnquote bei den Rolling Chips lag hier sogar bei mageren 0,62 Prozent. Im krassen Gegensatz dazu steht das Londoner Macao, das sich zum wichtigsten Zugpferd entwickelte. Dort stieg der Nettoumsatz von 642 Millionen auf 710 Millionen US-Dollar. Die Hotelbelegung erreichte dort beeindruckende 96,7 Prozent. Auch das Parisian Macao konnte zulegen und steigerte den Umsatz um 12,4 Prozent auf 218 Millionen US-Dollar. Das Plaza Macao hingegen enttäuschte mit einem Rückgang von 194 Millionen auf 137 Millionen US-Dollar Umsatz.

Hintergrund

Neben den mathematischen Schwankungen in Asien kämpft Las Vegas Sands an einer ganz anderen Front: Texas. Der Versuch, das Glücksspiel im zweitgrößten US-Bundesstaat zu legalisieren, erlitt bei den jüngsten Vorwahlen einen herben Dämpfer. Mehrere von der Firma unterstützte Kandidaten verloren gegen Amtsinhaber, die dem Casino-Business kritisch gegenüberstehen. Einige Niederlagen fielen mit Abständen von über 20 Prozentpunkten sehr deutlich aus. Es zeigt sich einmal mehr, dass Geld allein keine politischen Mauern einreißen kann, auch wenn der Konzern über Millionenbeträge in seine Political Action Committees wie Texas Sands PAC pumpt.

„Wenn das Ziel integrierte Casino-Resorts in Texas sind, ist Las Vegas Sands im Jahr 2026 weiter davon entfernt als noch 2023." - Mark Jones, Politikwissenschaftler an der Rice University

Dieser Rückschlag wiegt schwer, da der Konzern seit dem Tod von Gründer Sheldon Adelson im Jahr 2021 massiv in die Erschließung neuer Märkte investiert. Texas gilt als einer der größten unerschlossenen Märkte der USA. Doch die konservative Einstellung vieler Wähler und Politiker scheint vorerst unüberwindbar.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Casinofreunde wirken die Milliardenbeträge aus Macau und Texas oft weit weg, doch sie zeigen die Mechanismen der Branche. Wenn große Konzerne unter Druck geraten, konzentrieren sie sich oft stärker auf regulierte Wachstumsmärkte. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) klar geregelt. Wer hierzulande spielt, profitiert von der GGL-Whitelist, die nur Anbietern mit strenger deutscher Lizenz den Betrieb erlaubt. Einzelschläge wie eine Pechsträhne im VIP-Bereich in Macau haben auf das Spielangebot in Deutschland keine direkten Auswirkungen.

Allerdings verdeutlichen die Berichte von Las Vegas Sands, wie wichtig Transparenz und staatliche Aufsicht sind. In Deutschland schützen das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten die Spieler vor exzessiven Verlusten. Deutsche Spieler sollten sich immer an Anbieter halten, die an das LUGAS-System angeschlossen sind. Dies garantiert, dass die strengen Spielerschutzvorgaben eingehalten werden und Gewinne im Ernstfall auch sicher ausgezahlt werden können. Anbieter ohne GGL-Lizenz, etwa aus Curacao, bieten diesen Schutz nicht und stehen oft im Fokus der Aufsichtsbehörden wegen fehlender Sicherheitsstandards.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die hiesigen Betreiber schauen mit Interesse auf die globale Entwicklung. Ein schwächelndes internationales Geschäft großer Konzerne könnte dazu führen, dass Fokus und Kapital vermehrt in stabile, sicher regulierte Märkte wie Deutschland fließen. Die GGL-Casinos müssen sich jedoch an weitaus strengere Regeln halten als die Resorts in Macau. Während in Asien mit VIP-Hold-Ratios von knapp über einem Prozent operiert wird, unterliegt jedes Online-Spiel in Deutschland strengsten technischen Prüfungen. Für Lizenznehmer bedeutet die Volatilität der Weltmärkte, dass Verlässlichkeit und ein sauberes Image die wichtigsten Währungen sind. Ein stabiles Umfeld unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder bietet langfristige Sicherheit für Anbieter und Kunden gleichermaßen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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