Gewinneinbruch bei DigiPlus: Kaufkraftverlust bremst Online-Glücksspiel aus
KI-GENERIERTDie Maybank senkt ihre Gewinnprognose für DigiPlus um 43 Prozent. Grund ist die schwache Kaufkraft der philippinischen Haushalte im Jahr 2026.
Die wirtschaftliche Lage auf den Philippinen setzt dem börsennotierten Glücksspielbetreiber DigiPlus Interactive Corp. im laufenden Jahr 2026 massiv zu. Während die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf den verschiedenen Plattformen des Unternehmens die Erwartungen übertrifft, halten sich die Spieler bei ihren Einsätzen merklich zurück. Dieser Trend hat dazu geführt, dass Analysten der Maybank Securities ihre Prognosen für das Unternehmen radikal revidieren mussten. Die Brokerfirma geht davon aus, dass die zweite Hälfte des Jahres 2026 besonders herausfordernd wird, da der Druck auf die Haushaltsbudgets der philippinischen Bevölkerung unvermindert anhält.
Obwohl die fundamentalen Daten von DigiPlus laut Analysteneinschätzung grundsätzlich intakt bleiben, wird eine spürbare Erholung erst für das Jahr 2027 prognostiziert. Die Kaufzurückhaltung ist kein isoliertes Problem des Glücksspielsektors, sondern ein Symptom der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche im Land. Hohe Inflationsraten und ein langsames Wirtschaftswachstum haben dazu geführt, dass das verfügbare Einkommen für Freizeitaktivitäten wie Online-Bingo oder Sportwetten drastisch gesunken ist. Dies zeigt einmal mehr, dass selbst ein digitaler Wachstumsmarkt nicht immun gegen klassische ökonomische Krisenfaktoren ist.
Zahlen und Fakten
Die konkreten Anpassungen der Maybank sind tiefgreifend. Analyst Raffy Mendoza reduzierte die Prognose für den Kerngewinn (Core Net Income) für das Jahr 2026 um 43 Prozent. Für das Jahr 2027 fiel die Korrektur mit 48 Prozent sogar noch deutlicher aus. Aktuell rechnet die Maybank mit einem Kerngewinn von 7,8 Milliarden PHP (ca. 124,3 Millionen US-Dollar) für 2026. Zum Vergleich: Für 2027 wird ein Betrag von 8,6 Milliarden PHP erwartet. Diese revidierten Zahlen implizieren für das laufende Jahr einen Rückgang um etwa 39 Prozent, bevor 2027 eine leichte Erholung von rund 10 Prozent einsetzen könnte.
Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen der Reichweite und dem tatsächlichen Umsatz. Im zweiten Quartal 2026 stabilisierte sich die Zahl der monatlich aktiven Nutzer bei 5,75 Millionen. Damit wurde die ursprüngliche Prognose von 4,75 Millionen deutlich geschlagen. Die Plattform BingoPlus allein vereint 3,35 Millionen aktive Nutzer auf sich, während GameZone 1,83 Millionen und der Sportwetten-Ableger ArenaPlus rund 570.000 Nutzer zählen. Doch die schiere Menge an Spielern reicht nicht aus, um die sinkenden Pro-Kopf-Ausgaben zu kompensieren.
„Die Kernherausforderung des Unternehmens ist nicht unbedingt die Anzahl der Nutzer auf seinen Plattformen, sondern der Betrag, den die Kunden ausgeben." - Raffy Mendoza, Analyst bei Maybank Securities
Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben pro aktivem Nutzer (Average Revenue Per User) lagen im zweiten Quartal 2026 lediglich bei 805 PHP. Die Maybank war zuvor von einem Wert von 1.250 PHP ausgegangen. Dieser massive Einbruch der Durchschnittsausgaben ist der Hauptgrund für die Senkung der Umsatzprognosen für den Zeitraum von 2026 bis 2028 um 18 bis 32 Prozent.
Hintergrund
DigiPlus betreibt ein breites Portfolio auf dem philippinischen Inlandsmarkt. Dazu gehören die Online-Bingo-Plattform BingoPlus, der Sportwettenanbieter ArenaPlus sowie GameZone, das sich auf Gelegenheits- und Arcade-Spiele konzentriert. Im ersten Halbjahr 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 32,9 Milliarden PHP, was einem Rückgang von etwa 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das EBITDA sank um 40 Prozent auf 5,5 Milliarden PHP, während die EBITDA-Marge von 19,0 Prozent auf 16,7 Prozent schrumpfte.
Ein möglicher Lichtblick für die Zukunft liegt in der physischen Expansion und internationalen Investitionen. Im Juni schloss DigiPlus Zeichnungen von Wandelschuldverschreibungen im Wert von 1,6 Milliarden HKD bei der International Entertainment Corp. ab. Dies könnte DigiPlus eine Mehrheitsbeteiligung von 53,89 Prozent an der Gesellschaft sichern, die das LaVie Resort & Casino in Manila kontrolliert. Investitionen in Brasilien und Südafrika sind in den aktuellen Prognosen der Maybank noch nicht enthalten, da hier detaillierte Berichte des Managements abgewartet werden. Trotz der globalen Ambitionen bleibt das Inlandsgeschäft das Rückgrat, das derzeit unter der schwachen Kaufkraft leidet.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben die Turbulenzen auf den Philippinen keine direkten Auswirkungen auf ihr tägliches Spielerlebnis, dienen aber als mahnendes Beispiel für Marktstabilität. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Hierzulande sorgt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) durch die Whitelist für einen sicheren Rahmen. Während auf den Philippinen die Inflation das Spielverhalten drastisch ändert, sind deutsche Kunden durch das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System ohnehin vor übermäßigen Ausgaben geschützt. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten sorgt für eine stärkere Budgetkontrolle.
Wer in Deutschland online spielen möchte, sollte zwingend Anbieter wählen, die eine GGL-Lizenz besitzen. Diese Casinos unterliegen strengen Kontrollen hinsichtlich Spielerschutz und Fairness. Plattformen ohne deutsche Lizenz, etwa aus Curacao oder von der MGA, bieten zwar oft höhere Limits, verfügen aber nicht über das deutsche Sicherheitsnetz. Die Situation bei DigiPlus zeigt, dass wirtschaftlicher Druck oft zu riskanterem Geschäftsverhalten oder Einsparungen führen kann, weshalb die Stabilität eines regulierten Marktes wie in Deutschland für die Sicherheit der Spielergelder essenziell ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche GGL-lizenzierte Casinos können aus der Krise von DigiPlus lernen, dass Nutzerwachstum allein kein Garant für nachhaltigen Erfolg ist. Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwieriger werden, ist Kundenbindung wichtiger als aggressive Neukundenakquise. Die Maybank betonte in ihrem Bericht, dass eine Erholung von DigiPlus von einer höheren Spielerbindung und steigenden Ausgaben pro Kopf abhängen wird. In Deutschland ist dieser Spielraum durch die gesetzlichen Limits enger gesteckt, was die Betreiber dazu zwingt, effizienter zu wirtschaften und auf Qualität statt auf bloße Masse zu setzen. Langfristige Stabilität durch Compliance erweist sich in Krisenzeiten oft als wertvoller als kurzfristige Umsatzsprünge durch unregulierte Expansion.
Häufige Fragen
Warum hat die Maybank die Prognose für DigiPlus gesenkt?
Die Bank reagiert damit auf die gesunkenen Ausgaben der philippinischen Haushalte. Hohe Inflation und schwaches Wirtschaftswachstum reduzieren das für Glücksspiel verfügbare Einkommen massiv.
Wie viele Nutzer hat DigiPlus aktuell?
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen rund 5,75 Millionen monatlich aktive Nutzer. Die meisten entfallen mit 3,35 Millionen auf die Plattform BingoPlus.
Wie viel gibt ein durchschnittlicher Spieler bei DigiPlus aus?
Der durchschnittliche monatliche Betrag pro Nutzer liegt aktuell bei etwa 805 PHP. Dies liegt deutlich unter der ursprünglichen Erwartung der Analysten von 1.250 PHP.
Welche Plattformen gehören zu DigiPlus Interactive Corp.?
Zum Kernportfolio gehören BingoPlus für Online-Bingo, der Sportwettenanbieter ArenaPlus und die Spieleplattform GameZone. Diese bedienen primär den Inlandsmarkt der Philippinen.
Ist das Spielen bei asiatischen Anbietern für Deutsche sicher?
Nein, deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen. Nur dort greifen die Schutzmechanismen des GlüStV 2021 wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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