Neuausschreibung für Pferdewetten in den Niederlanden ab Januar 2027
KI-GENERIERTDie niederländische Glücksspielbehörde KSA öffnet im Januar das Bieterverfahren für die Totalisator-Lizenz mit einer Gebühr von 40.900 Euro.
Die niederländische Glücksspiellandschaft steht vor einer bedeutenden Veränderung im Bereich der Pferdewetten. Die Regierung in Den Haag bereitet derzeit die Neuausschreibung der nationalen Totalisator-Lizenz vor. Diese exklusive Konzession ermöglicht es dem Inhaber, Wetten auf Pferderennen an Rennbahnen und in stationären Annahmestellen nach dem Pari-Mutül-Prinzip anzubieten. Es handelt sich um ein klassisches Monopol, das für einen Zeitraum von fünf Jahren vergeben wird und somit eine langfristige Planungssicherheit für den zukünftigen Betreiber bietet.
Der aktuelle Inhaber dieser begehrten Erlaubnis ist ZEbetting & Gaming. Das Unternehmen hält die Rechte noch bis zum 30. Juni, bevor der neue Lizenzzyklus beginnt. Für interessierte Unternehmen aus der Branche bedeutet dies, dass sie sich auf einen intensiven Wettbewerb vorbereiten müssen. Die niederländische Regulierungsbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat bereits den Zeitrahmen für das Auswahlverfahren abgesteckt, um einen nahtlosen Übergang der Wettgeschäfte sicherzustellen. Das Verfahren ist streng formalisiert und lässt wenig Spielraum für Fehler in der Antragsstellung.
Zahlen und Fakten
Das Zeitfenster für die Bewerbungen öffnet sich am 4. Januar und schließt bereits am 31. Januar. In diesem knappen Monat müssen alle Unterlagen bei der KSA eingereicht werden. Wer teilnehmen möchte, muss tief in die Tasche greifen, denn allein die Antragsgebühr beträgt 40.900 Euro. Wichtig zu wissen ist, dass diese Summe nicht erstattungsfähig ist, selbst wenn der Antragsteller im Verfahren scheitert oder die Lizenz am Ende nicht erhält. Die neue Lizenz wird ab dem 30. Juni gültig sein und läuft exakt fünf Jahre bis zum 30. Juni 2032.
Die KSA prüft die Bewerber in zwei Phasen. In der ersten Phase geht es um die fachliche Eignung. Hierbei müssen die Unternehmen nachweisen, dass sie über umfassende Erfahrung im Bereich der terrestrischen Wetten verfügen. Zudem sind detaillierte Konzepte zur Bekämpfung von Spielsucht und zur Sicherstellung der sportlichen Integrität vorzulegen. Sollten nach dieser Prüfung mehrere geeignete Kandidaten übrig bleiben, wird es spannend. Da es sich um eine exklusive Lizenz handelt, kann nur ein Betreiber gewinnen. In diesem Fall sieht das Gesetz eine ungewichtete Auslosung durch einen Notar vor, um den Sieger zu ermitteln.
Hintergrund
Pferdewetten haben in den Niederlanden eine lange Tradition, auch wenn der Markt im Vergleich zu Online-Casinos oder Sportwetten auf Fußballnischencharakter hat. Das Totalisator-Prinzip, bei dem die Wetter gegeneinander antreten und der Betreiber lediglich eine Gebühr einbehält, erfordert eine spezielle Infrastruktur an den Rennbahnen. Die KSA legt großen Wert darauf, dass der zukünftige Lizenznehmer nicht nur das Geschäftliche beherrscht, sondern aktiv gegen Manipulationen im Reitsport vorgeht. Weitere Details zu den spezifischen Anforderungen will die Behörde im Dezember veröffentlichen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Tipper hat diese Ausschreibung in den Niederlanden keine direkten Auswirkungen auf ihr tägliches Spielvergnügen. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) die maßgebliche Rechtsgrundlage. Während in den Niederlanden nun eine exklusive terrestrische Lizenz vergeben wird, setzt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Deutschland auf ein offenes Konzessionsmodell für Online-Sportwetten. Deutsche Spieler sollten unbedingt darauf achten, nur bei Anbietern zu wetten, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Nur dort greifen die strengen deutschen Schutzmaßnahmen wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Die Überwachung dieser Limits erfolgt über das IT-System LUGAS, was in dieser Form in den Niederlanden nicht existiert.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Online-Casinos und Wettanbieter mit GGL-Lizenz beobachten solche internationalen Ausschreibungen genau, da sie oft als Blaupause für regulatorische Entwicklungen dienen. Die Betonung der KSA auf nachweisbare Erfahrung im terrestrischen Sektor zeigt, dass physische Präsenz und Expertise weiterhin hoch im Kurs stehen. Für Anbieter, die sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden aktiv sein wollen, bedeutet dies eine doppelte regulatorische Last. Während man in Deutschland mit den Herausforderungen von LUGAS und OASIS kämpft, muss man in den Niederlanden beweisen, dass man ein stationäres Netzwerk effizient und sicher betreiben kann. Unternehmen, die sich auf das niederländische Totalisator-Geschäft bewerben, müssen ihre Compliance-Abteilungen darauf trimmen, die hohen Anforderungen an die Integrität des Sports zu erfüllen, was auch für den deutschen Markt unter der GGL-Aufsicht immer relevanter wird.
Häufige Fragen
Wer kann die Lizenz für Pferdewetten in den Niederlanden beantragen?
Betreiber von Pool-Wetten können sich im Januar bewerben. Sie müssen Erfahrung im landbasierten Wettgeschäft nachweisen und Konzepte gegen Spielsucht vorlegen.
Wann wird die neue Lizenz vergeben?
Das Bewerbungsverfahren läuft vom 4. Januar bis zum 31. Januar. Die neue Lizenz ist dann vom 30. Juni bis zum 30. Juni 2032 gültig.
Wie wird der Gewinner ermittelt, wenn es mehrere Bewerber gibt?
Nach einer ersten Prüfung der Anforderungen entscheidet bei Gleichstand ein Notar. Dieser wählt den Gewinner in einer ungewichteten Auslosung aus.
Was kostet die Bewerbung um die Totalisator-Lizenz?
Die Gebühr für den Lizenzantrag liegt bei 40.900 Euro. Dieser Betrag wird von der Behörde nicht zurückerstattet, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.
Gilt diese Lizenz auch für deutsche Spieler?
Nein, diese Lizenz betrifft ausschließlich den niederländischen Markt für terrestrische Pferdewetten. Deutsche Spieler unterliegen den Regeln des GlüStV 2021 und sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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