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OpenAI verbietet Glücksspielwerbung für ChatGPT in Europa

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
OpenAI verbietet Glücksspielwerbung für ChatGPT in EuropaKI-GENERIERT

OpenAI weitet sein Werbegeschäft auf 31 europäische Märkte aus, schließt aber Casino- und Sportwettenanbieter konsequent von bezahlten Platzierungen aus.

Die künstliche Intelligenz ChatGPT verändert derzeit massiv, wie Menschen nach Informationen suchen und Dienstleistungen im Internet entdecken. Während OpenAI sein Geschäftsmodell um eine Werbekomponente erweitert und diese nun auch auf den europäischen Kontinent ausrollt, ziehen die Verantwortlichen in San Francisco eine klare Grenze. Glücksspielanbieter, die auf den nächsten großen Marketing-Kanal gehofft hatten, müssen enttäuscht feststellen, dass bezahlte Anzeigen für Online Casinos, Pokerplattformen und Sportwetten strikt untersagt bleiben. Diese Entscheidung trifft die Branche zu einem Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz um Sichtbarkeit in digitalen Räumen immer härter wird.

Seit dem 24. August ist das Werbesystem von ChatGPT in den Niederlanden und weiteren europäischen Märkten verfügbar. Am 31. August öffnete OpenAI zudem den Zugang zum Self-Service-Werbemanager für alle Rollout-Märkte. Doch wer versucht, hier Konten für regulierte Glücksspielprodukte anzulegen, scheitert an den strengen Richtlinien. OpenAI verfolgt dabei einen doppelten Ansatz: Es geht nicht nur darum, wer werben darf, sondern auch, in welchem Kontext Anzeigen erscheinen. Damit möchte das Unternehmen sicherstellen, dass die Nutzererfahrung nicht durch sensible oder potenziell schädliche Inhalte beeinträchtigt wird.

Zahlen und Fakten

Das europäische Rollout umfasst insgesamt 31 Märkte. Neben Deutschland gehören auch Frankreich, Spanien, Italien, Schweden und Dänemark zu den betroffenen Ländern. Die Anzeigen werden derzeit ausschließlich Nutzern der Tarife ChatGPT Free und Go angezeigt. Wer für die werbefreien Premium-Pläne bezahlt, bleibt von den Sponsoring-Inhalten verschont. Technisch setzt OpenAI auf modernste Methoden und bietet Funktionen wie Geo-Targeting, benutzerdefinierte Zielgruppen und Konversions-Optimierung an. Diese Werkzeuge bleiben Betreibern von Glücksspielen jedoch verwehrt.

Ein interessantes Detail ist die Ausnahmeregelung für den stationären Bereich. Casino-Resorts dürfen unter bestimmten Bedingungen werben, sofern der Fokus der Kampagne auf Unterbringung, Reisen oder Unterhaltung liegt und nicht auf dem eigentlichen Glücksspiel. Auch digitale Spiele ohne Echtgeldeinsatz oder Geldpreise können für das Werbesystem zugelassen werden. Für den klassischen Online-Sektor bleibt die Tür jedoch fest verschlossen.

Hintergrund

Die Werberichtlinien von OpenAI sind in zwei Kategorien unterteilt. Die erste Liste führt verbotene Werbekategorien auf, zu denen Casinos, Online-Sportwetten, Lotterien, Poker und Gaming-Plattformen mit Geldpreisen gehören. Die zweite Regel betrifft das Umfeld der Platzierung. OpenAI gibt an, dass Anzeigen nicht neben Konversationen erscheinen dürfen, die mit regulierten Gütern wie Glücksspiel oder Tabak in Verbindung stehen. Das bedeutet: Selbst wenn ein Werbetreibender aus einer völlig fremden Branche stammt, wird seine Anzeige nicht eingeblendet, wenn der Nutzer gerade über Wetten spricht.

Wie wichtig der Datenschutz in diesem Zusammenhang ist, zeigt der Abgleich mit den neuen Datenschutzrichtlinien für die EU vom 14. August. OpenAI basiert sein europäisches Anzeigengeschäft auf der expliziten Zustimmung der Nutzer (Consent). Dies ist eine Reaktion auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die für personalisierte Werbung eine klare Rechtsgrundlage erfordert. Während Wettbewerber oft auf berechtigtes Interesse setzen, geht OpenAI den Weg der direkten Einwilligung.

„OpenAIs Schritt in die Werbung scheint mit Blick auf die europäische Regulierung konzipiert zu sein, und das muss er auch, da die Regierungen sich zunehmend auf die gesellschaftlichen Auswirkungen der Plattformen konzentrieren, während wir in das KI-Zeitalter eintreten.“ - Alex Tait, Gründer von Entropy Consulting

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler bedeutet dieser Werbestopp auf ChatGPT eine Entlastung von oft aggressiven Marketingkampagnen, denen sie auf anderen Plattformen wie sozialen Medien oder Suchmaschinen ausgesetzt sind. Da in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr strenge Regeln für Werbung vorsieht, insbesondere zum Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Personen, fügt sich das Vorgehen von OpenAI indirekt in diese Schutzziele ein. Spieler in Deutschland können sich darauf verlassen, dass sie beim Chatten mit der KI nicht ungefragt zu Einzahlungen bei Casinos verleitet werden.

Allerdings gilt dies nur für den bezahlten Bereich. Die organische Ausgabe von Informationen bleibt unberührt. Wenn ein Nutzer ChatGPT nach den besten Casinos fragt, kann die KI weiterhin Informationen liefern. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Die KI unterscheidet nicht zwingend zwischen Casinos auf der GGL-Whitelist und illegalen Anbietern aus Übersee. Nutzer sollten daher immer prüfen, ob ein Anbieter die deutschen Standards erfüllt, wie etwa das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Spielautomaten oder das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für legal operierende Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bedeutet diese Nachricht den Verlust eines potenziell mächtigen Akquise-Kanals. Während sie auf Plattformen wie Google oder Meta unter strengen Auflagen werben dürfen, bleibt ihnen ChatGPT vorerst verwehrt. Dies zwingt die Marketingabteilungen dazu, sich verstärkt auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) für KI-Antworten zu konzentrieren, statt auf bezahlte Klicks zu setzen.

Die GGL-Whitelist bleibt das wichtigste Instrument für Spieler, um seriöse Anbieter zu identifizieren. Da OpenAI die Kriterien in Zukunft erweitern könnte, sollten Anbieter die Entwicklung genau beobachten. In der Ablehnungsnachricht an einen Glücksspiel-Werbetreibenden, über die CasinoNieuws berichtete, hieß es bereits, dass die Zulassungskriterien in einer späteren Phase angepasst werden könnten. Bis dahin bleibt der deutsche Markt für KI-Werbung im Glücksspielsektor eine geschlossene Gesellschaft.

Häufige Fragen

Darf Online-Glücksspiel bei ChatGPT beworben werden?

Nein, OpenAI untersagt derzeit jegliche Werbung für Online-Casinos, Sportwetten, Poker und Lotterien in Europa. Dies gilt sowohl für direkte Anzeigen als auch für Platzierungen in thematisch verwandten Chats.

In welchen Ländern hat OpenAI das Werbesystem gestartet?

Das Werbesystem wurde in 31 europäischen Märkten eingeführt, darunter Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Nutzer in diesen Ländern sehen Anzeigen in den kostenlosen Tarifen der KI-Plattform.

Gibt es Ausnahmen für Casinos bei der Werbung?

Ja, stationäre Casino-Resorts dürfen Werbung für Reisen, Unterbringung oder Unterhaltung schalten. Voraussetzung ist jedoch, dass das eigentliche Glücksspiel nicht im Mittelpunkt der Werbekampagne steht.

Wie schützt OpenAI die Daten der europäischen Nutzer?

OpenAI setzt auf ein System der expliziten Einwilligung (Consent) gemäß der DSGVO. Nutzer können in ihren Kontoeinstellungen selbst entscheiden, ob sie personalisierte oder lediglich kontextbezogene Werbung sehen möchten.

Was bedeutet das Werbeverbot für Spieler in Deutschland?

Spieler werden bei der Nutzung von ChatGPT nicht mit Glücksspielwerbung konfrontiert, was den Zielen des Spielerschutzes entspricht. Dennoch sollten Nutzer bei organischen Empfehlungen prüfen, ob der Anbieter auf der offiziellen GGL-Whitelist steht und die Limits des GlüStV 2021 einhält.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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