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Erfahrung gegen Informationsflut: Rasmus Sojmark über den Wert echter Begegnungen

17. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Erfahrung gegen Informationsflut: Rasmus Sojmark über den Wert echter BegegnungenKI-GENERIERT

SBC-Gründer Rasmus Sojmark plant für den SBC Summit in Lissabon mit über 600 Sprechern auf sechs Bühnen, um wertvolle Praxiserfahrungen statt bloßer Daten zu vermitteln.

Die Welt des Online-Glücksspiels wandelt sich rasant, doch eine Konstante bleibt laut Rasmus Sojmark, dem Gründer und CEO von SBC, unverzichtbar: der persönliche Austausch. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz komplexe regulatorische Fragen in Sekunden beantworten kann und Berichte per Mausklick verfügbar sind, stellt sich die Frage nach dem Sinn großer Branchenveranstaltungen neu. Sojmark argumentiert leidenschaftlich dafür, dass Informationen allein nicht ausreichen, um in einem hart umkämpften Markt wie dem deutschen oder internationalen Glücksspielsektor zu bestehen. Es geht um den Kontext, den nur Menschen liefern können, die bereits Jahre in einem Markt tätig sind oder teure Fehlentscheidungen selbst durchlebt haben.

Der SBC Summit in Lissabon soll genau diesen Mehrwert bieten. Mit einer erwarteten Teilnehmerzahl von 40.000 Menschen geht es nicht darum, jeden zu treffen, sondern die richtigen Kontakte zu knüpfen. Sojmark vergleicht das Geschäft treffend mit einem Kontaktsport. Vertrauen, so seine These, lässt sich digital nur schwer simulieren. Wenn Unternehmen Millionenbeträge in neue Technologien investieren oder Partnerschaften für den Markteintritt schließen, bleibt das persönliche Gegenübersitzen der Goldstandard für die Risikobewertung. Dies gilt insbesondere für regulierte Märkte, in denen die Einhaltung komplexer Regeln über Erfolg oder Scheitern entscheidet.

Zahlen und Fakten

Die schiere Größe der Veranstaltung unterstreicht den Stellenwert des Themas. Mehr als 600 Sprecher werden auf insgesamt sechs verschiedenen Bühnen ihr Wissen teilen. Dabei geht es Sojmark weniger um die Quantität der Vorträge als vielmehr um die darin repräsentierte Erfahrung. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der Kooperation mit regulatorischen Fachverbänden. Es sind über 20 Regulatory Gaming Meetups geplant, die in Zusammenarbeit mit der IAGR (International Association of Gaming Regulators) und der IMGL (International Masters of Gaming Law) durchgeführt werden. Diese Treffen sollen den direkten Draht zu Behörden und Rechtsexperten ermöglichen, was Monate an eigener Recherche ersparen kann.

„Informationen sind überall zu finden. Erfahrung ist immer noch erheblich schwerer zu finden.“ - Rasmus Sojmark, CEO und Gründer von SBC

Zudem setzt SBC auf neue interaktive Formate. Nach erfolgreichen Tests beim SBC Summit Americas werden nun auch in Lissabon Speed Networking und spezielle Touren über die Ausstellungsfläche eingeführt. Das Ziel ist es, aus der Masse von 40.000 Besuchern genau die fünf Menschen herauszufiltern, die für das eigene Geschäft entscheidend sein könnten. Dabei wird auch Technologie zur Unterstützung der Partnerwahl eingesetzt, doch Sojmark warnt davor, sich allein auf Algorithmen zu verlassen. Ein Algorithmus kann zwar Gemeinsamkeiten finden, aber er kann kein Vertrauen zwischen zwei Geschäftspartnern herstellen.

Hintergrund

Der Wandel der Konferenzkultur spiegelt die Reifung der iGaming-Industrie wider. Früher reiste man an, um überhaupt zu erfahren, was in einem neuen Markt passiert. Heute sind diese Daten ubiquitär. Der wahre Wert liegt nun darin, von Betreibern zu hören, wie sie sich konkret auf neue Gesetze vorbereiten oder ob ihre KI-Investitionen tatsächlich die erwarteten Ergebnisse liefern. Sojmark betont, dass gerade die Bereitschaft, über Fehler zu sprechen, den größten Nutzen bringt. Wer hört, welche Hürden drei Konkurrenten in einer bestimmten Jurisdiktion hatten, stellt bei seinen eigenen Investitionsplänen bessere Fragen.

Besonders interessant ist Sojmarks Ansatz, auch über den Tellerrand der Glücksspielbranche hinauszublicken. Auf der sogenannten Super Stage werden Sprecher aus den Bereichen Sport, Technologie, Finanzen und Unterhaltung erwartet. Die Idee dahinter ist simpel: Wenn die Branche nur mit sich selbst spricht, wiederholen sich die Ideen. Impulse von außen sind notwendig, um auf Herausforderungen wie den demografischen Wandel oder neue Zahlungsmodalitäten zu reagieren. Die soziale Komponente, von Abendveranstaltungen im Festival Square bis hin zu Auftritten von Künstlern wie Tiësto, sieht Sojmark nicht als Ablenkung, sondern als integralen Bestandteil des Netzwerkens. In entspannter Atmosphäre lerne man mehr über die Arbeitsweise eines Partners als in jedem LinkedIn-Profil.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben diese globalen Branchenentwicklungen eine indirekte, aber spürbare Auswirkung. Wenn sich internationale Betreiber und Regulierer auf Plattformen wie dem SBC Summit austauschen, fließen dort auch Erfahrungen zum deutschen Glücksspielstaatsvertrag 2021 ein. Die strengen Regeln in Deutschland, etwa das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat oder das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots, sind oft Thema solcher Diskussionen. Deutsche Spieler profitieren davon, wenn Betreiber durch den Austausch in Lissabon lernen, wie sie Spielerschutz-Maßnahmen technologisch effizienter und kundenfreundlicher umsetzen können.

Zudem sorgt der Dialog zwischen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und internationalen Experten dafür, dass das deutsche Regulierungssystem stetig auf dem Prüfstand steht. Spieler, die Wert auf Sicherheit legen, sollten stets darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Der Austausch in Lissabon hilft den Unternehmen dabei, die Anforderungen des LUGAS-Systems und der Sperrdatei OASIS besser zu verstehen und technisch sauber zu implementieren, was letztlich die Spielsicherheit für den Nutzer in Deutschland erhöht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz ist der Erfahrungsaustausch auf solchen Events überlebenswichtig. Der deutsche Markt gilt aufgrund der Steuerlast und der strikten Überwachung als einer der schwierigsten weltweit. Hier können GGL-lizenzierte Casinos von den Erfahrungen anderer Firmen lernen, die bereits ähnliche Hürden in Ländern wie Großbritannien oder Dänemark genommen haben. Der Austausch über Player Protection und die Nutzung von KI zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten sind zentrale Themen, die direkt in die deutsche Praxis einfließen. Nur wer den Kontext versteht, kann die hohen Standards der GGL dauerhaft erfüllen, ohne die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren.

Häufige Fragen

Warum sind physische Konferenzen laut SBC-Chef Rasmus Sojmark trotz KI noch wichtig?

Informationen sind zwar überall digital verfügbar, aber echte Erfahrungswerte und der Kontext hinter Entscheidungen lassen sich nur im Gespräch vermitteln. Vertrauen zwischen Geschäftspartnern entsteht am effektivsten durch persönlichen Kontakt, was in einer digitalen Branche entscheidend ist.

Wie viele Sprecher werden auf dem SBC Summit in Lissabon erwartet?

Es werden mehr als 600 Sprecher auf insgesamt sechs verschiedenen Bühnen erwartet. Diese decken ein breites Spektrum von Regulierung über Technologie bis hin zu Marketing ab.

Welche Rolle spielen Regulierungsbehörden auf dem Event?

Es sind über 20 spezialisierte Regulatory Gaming Meetups geplant. Diese finden in enger Zusammenarbeit mit Organisationen wie der IAGR und der IMGL statt, um den Austausch zwischen Betreibern und Aufsichtsbehörden zu fördern.

Was ist das Ziel des neuen Speed Networking Formats?

Bei einer Gesamtteilnehmerzahl von 40.000 Menschen soll das Speed Networking helfen, effizient die passenden Geschäftspartner zu finden. Es geht darum, aus der Masse die wenigen Kontakte herauszufiltern, die einen echten kommerziellen Mehrwert bieten.

Wie beeinflussen solche internationalen Treffen die Sicherheit für deutsche Spieler?

Durch den Austausch über Best Practices im Spielerschutz und technologische Lösungen zur Einhaltung gesetzlicher Limits verbessern lizenzierte Anbieter ihre Systeme. Dies unterstützt die Einhaltung der Regeln des GlüStV 2021 und schützt deutsche Nutzer vor illegalen Angeboten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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