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Regulierung

US-Ligen fordern lebenslange Sperren für aggressive Sportwetten-Fans

17. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Ligen fordern lebenslange Sperren für aggressive Sportwetten-FansKI-GENERIERT

NFL, NBA und weitere Top-Ligen verlangen harte Konsequenzen für Bettor, die Athleten bedrohen. Ein gemeinsamer Brief an 35 US-Bundesstaaten fordert nun einheitliche Verbotsregeln.

In den Vereinigten Staaten formiert sich eine mächtige Allianz gegen den wachsenden Missbrauch von Sportwetten-Plattformen durch aggressive Nutzer. Die großen Profiligen NFL, NBA, MLB, NHL und MLS haben sich mit ihren jeweiligen Spielergewerkschaften zusammengeschlossen, um ein deutliches Signal gegen Belästigungen und Gewaltandrohungen zu setzen. In einem gemeinsamen Schreiben, das am 15. September 2026 an Regulierungsbehörden in 35 Bundesstaaten sowie Washington, D.C. versandt wurde, fordern die Organisationen drastische Konsequenzen für kriminelles Verhalten im Kontext von Wetten. Es geht dabei nicht nur um einfache Pöbeleien, sondern um gezielte Einschüchterungen, die eine klare rote Linie überschreiten.

Die Unterzeichner betonen, dass die Sicherheit der Sportler und ihrer Angehörigen Vorrang vor jedem Wetteinsatz haben muss. Hintergrund dieser Forderung ist die rapide Expansion des legalen Sportwettenmarktes seit der Aufhebung des Bundesverbots PASPA im Jahr 2018. Mit der Verfügbarkeit mobiler Apps ist auch die Hemmschwelle für frustrierte Tipper gesunken, ihren Ärger über verlorene Einsätze direkt an den Hauptdarstellern des Sports auszulassen. Besonders sogenannte Player-Prop-Bets, bei denen auf die Leistung eines einzelnen Spielers gewettet wird, scheinen die Aggressionen anzuheizen.

Zahlen und Fakten

Die Initiative basiert auf drei zentralen Säulen, um den Schutz der Athleten zu gewährleisten. Erstens fordern die 10 Unterzeichner verpflichtende lebenslange Sperren. Lizenzierte Wettanbieter müssten demnach Konten von Personen dauerhaft schließen, die nachweislich Gewalt angedroht oder Belästigungen begangen haben. Zweitens soll ein gemeinsames Meldesystem etabliert werden. Verifizierte Beweise von Drohungen könnten so über eine plattformübergreifende Struktur direkt an Strafverfolgungsbehörden und Regulierer gemeldet werden. Drittens fordern die Ligen eine stärkere Überwachungspflicht für die Betreiber selbst. Das Monitoring und Sperren auffälliger Accounts soll zur Bedingung für den Erhalt der staatlichen Lizenzen werden.

„Die Bedrohung der Sicherheit eines Sportlers oder seiner Familienmitglieder wegen einer Sportwette überschreitet eine klare ethische und strafrechtliche Linie und ist völlig inakzeptabel.“ - Gemeinsames Statement der NFL, MLB, MLS, NBA und NHL

Einige Staaten haben bereits reagiert. Ohio, West Virginia, Wyoming und Louisiana verfügen über Mechanismen, um Belästiger auszuschließen. In Massachusetts wurde am 31. August das Programm Bet on Respect gestartet, das über das Portal 205 CMR 152 den Ausschluss von Tätern ermöglicht. Der MGC-Vorsitzende Jordan Maynard stellte klar, dass Erwachsene es besser wissen sollten, als Sportler zu schikanieren. Dennoch zeigt der Fall von Benjamin Parlay Patz aus dem Jahr 2021, wie extrem die Auswüchse sein können. Er gab zu, über 300 Konten von Profi- und College-Athleten mit Drohungen angegriffen zu haben.

Hintergrund

Ein kontroverser Aspekt des aktuellen Vorstoßes ist die Auswahl der Beteiligten. Keine einzige Frauen-Liga oder deren Gewerkschaft findet sich unter den Unterzeichnern. Terri Carmichäl Jackson, Geschäftsführerin der WNBPA, bezeichnete dies als tief enttäuschend, da auch Spielerinnen der WNBA regelmäßig Opfer von wettbezogenen Anfeindungen werden. Obwohl die NBA rund 42 Prozent der WNBA hält, wurden die Frauen bei dieser Sicherheitsinitiative offenbar übergangen. Auch die Gewerkschaft der NWSL (Frauen-Fußball) gab an, erst durch Medienberichte von dem Brief erfahren zu haben.

Die technische Umsetzung wird bereits von einigen Betreibern vorangetrieben. Fanatics Betting and Gaming hat mit dem Bad Actor Program eine Datenbank gestartet, die in Zusammenarbeit mit IC360 und der Signify Group auffällige Konten anonymisiert abgleicht. Anbieter wie DraftKings und BetMGM haben bereits vertragliche Klauseln, die ihnen die Schließung von Konten bei Belästigungen erlauben. Das Ziel der Ligen ist es jedoch, diese individuellen Maßnahmen in ein gesetzlich verankertes, bundesstaatenübergreifendes System zu überführen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr streng geregelt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt mit der Sperrdatei OASIS ein mächtiges Instrument, das Spieler nicht nur zum Selbstschutz, sondern auch bei Fremdgefährdung oder auffälligem Verhalten ausschließen kann. Deutsche Spieler, die auf Plattformen mit GGL-Lizenz wetten, unterliegen zudem dem Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Slots und einem generellen Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System. Aggressives Verhalten gegenüber Sportlern, wie es in den USA nun verstärkt sanktioniert werden soll, würde in Deutschland schnell zur Meldung an die GGL führen. Wer hierzulande Drohungen ausspricht, riskiert nicht nur eine strafrechtliche Verfolgung, sondern den sofortigen Entzug der Spielberechtigung bei allen legalen deutschen Anbietern.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz bedeuten solche Entwicklungen eine Bestätigung ihrer Compliance-Strategien. Die GGL-Whitelist garantiert, dass nur Anbieter am Markt sind, die den Spielerschutz und die Überwachung von Zahlungsströmen ernst nehmen. Der Fall aus den USA verdeutlicht, warum die Identitätsprüfung (KYC) und die Anbindung an LUGAS so wichtig sind. Nur durch klare Identifizierung können „Bad Actors“ effektiv vom Markt ferngehalten werden. Während in den USA nun erst um einheitliche Regeln gerungen wird, hat Deutschland mit dem GlüStV 2021 bereits die Infrastruktur geschaffen, um Missbrauch proaktiv zu bekämpfen. Anbieter müssen weiterhin sicherstellen, dass ihre Chat-Funktionen oder Support-Kanäle nicht für Belästigungen genutzt werden, da dies ihre Zuverlässigkeit als Lizenznehmer gefährden könnte.

Häufige Fragen

Welche Ligen fordern die lebenslangen Sperren?

Die NFL, NBA, MLB, NHL und MLS haben gemeinsam mit ihren Spielergewerkschaften einen Brief an die US-Regulierungsbehörden unterzeichnet. Sie fordern harte Konsequenzen für Bettor, die Drohungen gegen Athleten aussprechen.

Warum sind besonders Prop-Bets ein Problem?

Prop-Bets beziehen sich auf die individuelle Leistung eines Spielers, zum Beispiel die Anzahl der erzielten Punkte. Verfehlt ein Spieler diese Marke, entlädt sich der Frust der Wettkunden oft direkt gegen diesen Einzelnen.

Gibt es bereits Bundesstaaten mit solchen Gesetzen?

Ja, Staaten wie Ohio, West Virginia, Louisiana und Wyoming haben bereits spezifische Maßnahmen gegen die Belästigung von Sportlern durch Wettkunden implementiert. Die Ligen fordern nun jedoch eine landesweite Vereinheitlichung dieser Regeln.

Warum werden Frauen-Ligen in der Initiative nicht erwähnt?

Obwohl Frauen-Ligen wie die WNBA ebenfalls betroffen sind, wurden sie nicht als Unterzeichner aufgenommen. Dies führte zu öffentlicher Kritik seitens der Gewerkschaftsvertreterinnen an der NBA und den anderen Organisationen.

Gilt eine solche Sperre auch für deutsche Wettkunden?

Die aktuellen Forderungen beziehen sich auf den US-Markt, doch in Deutschland regelt der GlüStV 2021 über das OASIS-System bereits ähnliche Ausschlüsse. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter durch Drohungen auffällt, wird ebenfalls bundesweit gesperrt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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