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Vorhersagemärkte: Polymarket dominiert die Suche trotz Kalshi-Handelsmacht

30. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Vorhersagemärkte: Polymarket dominiert die Suche trotz Kalshi-HandelsmachtKI-GENERIERT

Neue Analysen von Blask zeigen eine Kluft zwischen Markenbekanntheit und Handelsvolumen: Kalshi erreichte 37,17 Milliarden Dollar Volumen, doch Polymarket bleibt der Suchbegriff-König.

Der Markt für Vorhersagemärkte in den USA erlebt derzeit eine paradoxe Entwicklung. Während ein Anbieter die Milliardenbeträge kontrolliert, bleibt ein anderer in den Köpfen der Internetnutzer präsent. Daten des iGaming-Analysten Blask für den Zeitraum von Januar bis August 2026 belegen, dass die Marke Polymarket trotz eines Rückgangs beim sogenannten Brand’s Accumulated Power (BAP) Index die Liste der Suchanfragen anführt. Polymarket verlor zwar 16,56 Prozentpunkte, hält aber mit 57,8 Prozent immer noch die Mehrheit des Suchinteresses gegenüber dem Konkurrenten Kalshi.

Interessant ist dabei die Verschiebung der Marktanteile. Kalshi konnte seinen BAP-Wert von 23,1 Prozent auf 35,8 Prozent steigern. Zusammen beherrschen diese beiden Schwergewichte über 93 Prozent des Marktes für Markensuchen im Bereich der Prognosebörsen. Kleinere Akteure wie Novig konnten zwar zwischen Januar und Juli ein Wachstum von 64,9 Prozent im Blask Index verzeichnen, spielen aber im Vergleich zu den beiden Platzhirschen eine eher untergeordnete Rolle. Die Kluft zwischen dem, was Menschen bei Google suchen, und dem, wo sie tatsächlich ihr Geld investieren, war selten so deutlich wie in diesem Sommer.

Zahlen und Fakten

Beim Blick auf das harte Handelsvolumen dreht sich das Bild komplett. Laut Daten von The Block verzeichnete Kalshi im August 2026 ein Volumen von 37,17 Milliarden Dollar. Im Gegensatz dazu kamen Polymarket und Polymarket US zusammen nur auf 8,16 Milliarden Dollar. Dieser massive Unterschied verdeutlicht, dass Kalshi eine deutlich höhere Liquidität und Ausführungsrate besitzt, während Polymarket von seiner globalen Bekanntheit und dem Namen als Pionier der Branche profitiert. Blask erklärte dazu, dass das Handelsvolumen eine Kennzahl für die Ausführung sei, während der BAP-Index die reine Aufmerksamkeit der Konsumenten misst.

Besonders während der Weltmeisterschaft im Sommer 2026 zeigten sich diese Unterschiede. Kalshi generierte während des Turniers etwa 27 Milliarden Dollar an Handelsvolumen, wie Reuters berichtete. TickerTracker schätzte das Volumen auf den spezifischen WM-Märkten auf 13,8 Milliarden Dollar, wobei Kombinationsmärkte nicht eingerechnet waren. Trotz dieser gewaltigen Summen wurde der Jahreshöchstwert bei den Suchanfragen nicht während der Weltmeisterschaft erreicht. Der Blask Index peakte stattdessen am 2. März 2026, zeitgleich mit den ersten Vorwahlen in Texas, North Carolina und Arkansas. An diesem Tag lag das Suchvolumen viermal höher als der Durchschnittswert im Mai.

Hintergrund

Warum suchen die Menschen nach Polymarket, wenn sie bei Kalshi handeln? Blask vermutet, dass dies mit den verschiedenen Phasen der Kundenbindung zusammenhängt. Viele Nutzer der Weltmeisterschaftsmärkte waren wahrscheinlich bereits aktive Kunden, die direkt über Apps handelten, ohne den Markennamen erneut in eine Suchmaschine eingeben zu müssen. Sensor Tower fand heraus, dass die App-Downloads von Kalshi während der ersten drei WM-Wochen fast doppelt so hoch waren wie zum Super Bowl LX. Polymarket verzeichnete sogar viermal höhere Downloadzahlen.

„Trading-Volumen ist eine Metrik für Liquidität und Ausführung; BAP ist eine Metrik für Aufmerksamkeit.“ - Sprecher von Blask, Analyseunternehmen für iGaming

Ein weiterer Faktor ist die Spezialisierung. Während große Sportwettenanbieter wie DraftKings oder FanDül in ihren Kernbereichen dominieren, spielen sie in der spezifischen Suche nach Vorhersagemärkten kaum eine Rolle. Kalshi und Polymarket existieren fast ausschließlich als Prognoseplattformen, weshalb fast jede Suche nach ihrem Namen direkt diesem Sektor zugerechnet werden kann.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Nutzer ist die rechtliche Situation bei Vorhersagemärkten wie Polymarket oder Kalshi komplex. In Deutschland unterliegt das Glücksspiel dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dieser regelt streng, welche Arten von Wetten erlaubt sind. Klassische Vorhersagemärkte, die oft auf Krypto-Basis funktionieren oder politische Ereignisse wetten lassen, besitzen in der Regel keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Spieler sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen.

Bei lizenzierten Anbietern gelten strenge Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots. Da Prognosemärkte oft als Finanzderivate oder Wetten auf nicht-sportliche Ereignisse eingestuft werden, bewegen sie sich in Deutschland häufig in einer Grauzone oder sind schlichtweg nicht zugelassen. Wer von Deutschland aus auf solche Plattformen zugreift, genießt nicht den rechtlichen Schutz durch die deutsche Aufsicht und riskiert Probleme bei der Auszahlung oder rechtliche Konsequenzen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit GGL-Lizenz zeigt der Bericht, dass Markenbekanntheit ein wertvolles Gut ist, das aber durch eine starke App-Anbindung und hohe Nutzerbindung ergänzt werden muss. Wenn Spieler erst einmal in einer App registriert sind, sinkt ihr Suchvolumen bei Google, was die Akquisekosten langfristig senkt. Deutsche Casinos müssen sich jedoch an die strengen Werberichtlinien halten, die politische Wetten oder Wetten auf gesellschaftliche Ereignisse untersagen. Der Trend zu Vorhersagemärkten in den USA könnte dennoch langfristig Druck auf die deutschen Regulierer ausüben, die Wettmärkte für innovativere Produkte zu öffnen, sofern der Spielerschutz gewährleistet bleibt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Handelsvolumen und Suchvolumen?

Das Handelsvolumen misst den tatsächlichen Wert der platzierten Wetten oder Trades auf einer Plattform. Das Suchvolumen hingegen zeigt, wie oft Menschen aktiv nach dem Namen einer Marke in Suchmaschinen suchen, was ein Indikator für allgemeine Bekanntheit ist.

Wie viel Geld wurde bei Kalshi während der Weltmeisterschaft 2026 gehandelt?

Laut Berichten von Reuters generierte Kalshi während des Turniers ein Handelsvolumen von rund 27 Milliarden Dollar. Andere Schätzungen, die nur spezifische Einzelmärkte ohne Kombiwetten zählen, kamen auf etwa 13,8 Milliarden Dollar.

Warum hat Polymarket mehr Suchanfragen als Kalshi?

Polymarket ist die international bekanntere Marke mit einer längeren Historie in der globalen Berichterstattung. Dies führt dazu, dass mehr Menschen den Namen suchen, auch wenn sie nicht zwangsläufig dort handeln oder keinen Zugang zur Plattform haben.

Sind Vorhersagemärkte wie Polymarket in Deutschland legal?

In der Regel verfügen diese Plattformen über keine deutsche Lizenz der GGL und entsprechen nicht den Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Deutsche Spieler sollten nur Anbieter nutzen, die auf der offiziellen Whitelist stehen, um rechtlich abgesichert zu sein.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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