Milliarden-Rekord bei Prognosemärkten: DraftKings und FanDül investieren in Nebraska
KI-GENERIERTPrognosemärkte erreichen ein Handelsvolumen von 9,4 Milliarden Dollar, während DraftKings und FanDül 7 Millionen Dollar in Nebraska investieren.
Die Dynamik auf dem globalen Wettmarkt verschiebt sich spürbar in Richtung der sogenannten Prognosemärkte. An einem einzigen Wochenende im Oktober 2026 verzeichneten diese Plattformen ein Handelsvolumen von mehr als 9,4 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig ist dabei die Dominanz von Kombinationswetten und Sportereignissen, die den Großteil dieses Volumens ausmachen. Während Nutzer früher lediglich gegen Buchmacher antraten, tauschen sie heute Positionen auf den Ausgang von Wahlen, Sportereignissen oder wirtschaftlichen Kennzahlen wie an einer Börse. Diese Entwicklung ruft nun verstärkt Regulierungsbehörden und etablierte Glücksspielunternehmen auf den Plan.
In den USA konzentriert sich der politische Kampf aktuell auf den Bundesstaat Nebraska. Dort steht am 3. November eine wegweisende Abstimmung über die Legalisierung von Online-Sportwetten bevor. Die Branchenriesen DraftKings und FanDül haben ihre Bemühungen massiv verstärkt und jeweils weitere 3,5 Millionen US-Dollar in die Kampagne Tax Relief Nebraska eingezahlt. Damit belaufen sich die Beiträge dieser beiden Unternehmen in diesem Zyklus auf insgesamt 7 Millionen US-Dollar, während die gesamte Spendensumme für das Wahljahr bereits 14,65 Millionen US-Dollar erreicht hat. Ziel ist es, eine Verfassungsänderung durchzusetzen, die bis zu 12 mobile Sportwettenanbieter in Partnerschaft mit den sechs Glücksspieleinrichtungen des Staates zulässt.
Zahlen und Fakten
Die Plattform Kalshi sticht mit einem Handelsvolumen von 7,13 Milliarden US-Dollar an einem Wochenende hervor, wobei der Sonntag mit 3,68 Milliarden US-Dollar einen neuen Tagesrekord aufstellte. Bemerkenswert ist, dass Sportwetten und Kombinationen etwa 91 Prozent dieses Volumens ausmachten. Allein der Bereich American Football generierte auf Kalshi rund 4 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz dazu verzeichnete Polymarket US ein Volumen von gut einer Milliarde US-Dollar, was einen leichten Rückgang gegenüber der Vorwoche bedeutet. Auch DraftKings Predictions konnte zulegen und erreichte zirka 372 Millionen US-Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Grenze zwischen klassischem Trading und Glücksspiel immer weiter verschwimmt.
Ein kritischer Blick auf diese Expansion kommt aus Kanada. Eine Studie aus Ontario, veröffentlicht im American Journal of Preventive Medicine, stellt eine Verbindung zwischen der Marktöffnung im Jahr 2022 und einem Anstieg von Notaufnahmebesuchen aufgrund von Glücksspielstörungen fest. Zwischen Januar 2012 und Juni 2025 wurden 952 solcher Besuche registriert. Die Forscher stellten fest, dass die Rate im zweiten Quartal 2025 um 99 Prozent höher lag, als ohne die Marktexpansion zu erwarten gewesen wäre. Besonders junge Männer im Alter von 10 bis 29 Jahren waren mit einem Anstieg von 154 Prozent betroffen.
Hintergrund
Der juristische Streit um die Natur dieser Märkte spitzt sich zu. In den Niederlanden geht Polymarket gerichtlich gegen die Glücksspielbehörde KSA vor. Das Unternehmen argumentiert, dass seine Kontrakte unter die Aufsicht der Finanzmarktaufsicht (AFM) fallen sollten und nicht als illegales Glücksspiel eingestuft werden dürfen. Die KSA hatte zuvor eine Strafe von 420.000 Euro verhängt, da Polymarket ohne Lizenz agierte. Parallel dazu hat die US-Behörde CFTC Kalshi die Genehmigung für unbefristete Futures-Kontrakte auf US-Aktienindizes erteilt, was den Plattformen den Weg in klassische Finanzprodukte ebnet.
Die Debatte wird auch durch die Frage der politischen Beeinflussung befeuert. Eine Analyse des Ökonomen Eric Zitzewitz von der Universität Dartmouth untersuchte Daten von 1880 bis 2025 und fand keine systematische politische Voreingenommenheit in den Prognosemärkten. Dennoch gibt es kritische Stimmen, wie die von Lance Morgan, CEO von Ho-Chunk Inc. und WarHorse Casino:
„Es sieht aus wie eine Sportwette. Es quakt wie eine Sportwette. Es ist eine Sportwette. Wie kann das Wetten auf die Huskers dasselbe sein wie der Handel mit Sojabohnenpreisen?" - Lance Morgan, CEO von Ho-Chunk Inc.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation eindeutig, aber auch einschränkend. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strikt, was erlaubt ist und was nicht. Prognosemärkte, wie sie in den USA gerade boomen, verfügen in der Regel über keine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Kunden dürfen nur bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen Whitelist stehen. Dort greifen Schutzmechanismen wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automaten. Die Überwachung erfolgt über das System LUGAS. Wer auf nicht lizenzierten Plattformen wie Polymarket aktiv wird, begibt sich in den illegalen Raum und genießt keinerlei rechtlichen Schutz bei Gewinnauszahlungen oder Suchtprävention. Da die GGL aktiv gegen Schwarzmarktangebote vorgeht, müssen Spieler damit rechnen, dass der Zugang zu solchen Plattformen durch IP-Blocking oder Zahlungsunterbindungen erschwert wird.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte deutsche Anbieter stehen vor der Herausforderung, mit diesen globalen Trends zu konkurrieren, während sie an die strengen deutschen Regeln gebunden sind. Während US-Plattformen Milliarden mit Kombinationswetten und politischem Trading umsetzen, dürfen GGL-Casinos nur ein begrenztes Portfolio anbieten. Wetten auf politische Ereignisse oder gesellschaftliche Ausgänge sind in Deutschland generell untersagt. Die GGL wird die Entwicklung der Prognosemärkte genau beobachten, um zu verhindern, dass solche Produkte unter dem Deckmantel von Finanzgeschäften den regulierten deutschen Markt unterwandern. Für Betreiber bedeutet dies, dass sie sich weiterhin auf Transparenz und Spielerschutz fokussieren müssen, um ihre Lizenz nicht zu gefährden, auch wenn der internationale Druck durch milliardenschwere Trading-Alternativen wächst.
Häufige Fragen
Was sind Prognosemärkte und warum sind sie so erfolgreich?
Prognosemärkte erlauben es Nutzern, Anteile am Ausgang zukünftiger Ereignisse zu handeln, wobei die Preise durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Am Rekordwochenende im Oktober 2026 erreichte das Handelsvolumen über 9,4 Milliarden US-Dollar, da viele Nutzer dies als Form des Tradings statt des klassischen Glücksspiels betrachten.
Warum investieren DraftKings und FanDül Millionen in Nebraska?
Die Unternehmen haben insgesamt 7 Millionen US-Dollar gespendet, um die Kampagne zur Legalisierung von Online-Sportwetten in Nebraska zu unterstützen. Am 3. November findet dort eine Abstimmung statt, die den Weg für bis zu 12 mobile Sportwettenanbieter ebnen könnte.
Welche Risiken zeigen Studien zur Marktöffnung von Online-Glücksspiel?
Eine Studie aus Ontario belegt, dass die Notaufnahmebesuche wegen Glücksspielproblemen seit 2022 massiv gestiegen sind. Besonders bei Männern zwischen 10 und 29 Jahren gab es eine Zunahme von 154 Prozent im Vergleich zu den Prognosen ohne Marktöffnung.
Sind Prognosemärkte in Deutschland legal nutzbar?
Nein, in Deutschland dürfen Spieler nur auf Plattformen wetten, die eine offizielle Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Die meisten internationalen Prognosemärkte gelten nach dem GlüStV 2021 als illegales Glücksspiel, da sie weder Einzahlungslimits noch Anschluss an das Sperrsystem OASIS garantieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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