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Stammescasino in Alaska: Tlingit und Haida festigen Souveränität durch Glücksspiel

24. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Stammescasino in Alaska: Tlingit und Haida festigen Souveränität durch GlücksspielKI-GENERIERT

Präsident Richard Peterson bekräftigt beim 91. Stammestreffen den Erfolg des Two Coppers Casino, das trotz rechtlicher Hürden als Motor für wirtschaftliche Unabhängigkeit dient.

In Juneau herrscht Aufbruchstimmung. Während der 91. jährlichen Stammesversammlung der Central Council of the Tlingit and Haida Indian Tribes of Alaska trat Präsident Chalyee Éesh Richard Peterson vor die Delegierten, um eine Bilanz der letzten Monate zu ziehen. Im Zentrum seiner Rede am Mittwoch, den 23. September 2026, stand ein Projekt, das weit über das bloße Drehen von Walzen hinausgeht. Die Rede in der Elizabeth Peratrovich Hall machte deutlich, dass das Glücksspiel für den Stamm ein politisches Werkzeug ist.

Das Two Coppers Casino auf Douglas Island hat in diesem Sommer seine Pforten geöffnet. Für Peterson ist dies nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern ein Akt der Selbstbestimmung. Vor Dutzenden von Delegierten, die 22 Gemeinschaften in ganz Alaska und an der Westküste vertreten, betonte er die Bedeutung dieses Schrittes. Der Weg dorthin war steinig. Über Jahre hinweg musste sich der Stamm gegen rechtliche Widerstände der Bundesregierung und des Bundesstaates Alaska durchsetzen. Einige dieser Verfahren sind bis zum heutigen Tag nicht vollständig abgeschlossen.

„Bei der Eröffnung von Two Coppers ging es nie nur darum, ein Casino zu eröffnen. Es ging darum, unsere Souveränität auszuüben, Chancen für unser Volk zu schaffen und eine weitere Quelle nachhaltiger Einnahmen aufzubauen, die unseren Stamm für Generationen stärken kann.“ - Richard Peterson, Präsident der Tlingit und Haida Indian Tribes

Zahlen und Fakten

Das Two Coppers Casino ist das erste und einzige Casino in der Landeshauptstadt Juneau. Es wurde nach einer Soft-Opening-Phase am 1. Juli offiziell eröffnet. Die Einrichtung ist eine von nur sehr wenigen Glücksspielstätten, die im gesamten Bundesstaat Alaska operieren dürfen. Der Betrieb unterliegt strengen Kontrollen. Laut der General Managerin Janice Hotch werden alle Angestellten einer gründlichen Hintergrundprüfung unterzogen. Die Spielautomaten und technischen Systeme müssen von unabhängigen Stellen zertifiziert werden, bevor sie in Betrieb gehen dürfen. Dies dient dem Schutz der Gäste und der Integrität des Unternehmens.

Ein wichtiger Aspekt, der bei der Eröffnung im Juli versprochen wurde, blieb in der aktuellen Rede jedoch ohne detailliertes Update. Peterson hatte angekündigt, ein Programm zur Behandlung von Spielsucht zu starten. Obwohl er dieses Thema am Mittwoch nicht vertiefte, hob er die positiven Effekte der Einnahmen hervor. David Bean, der Vorsitzende der Indian Gaming Association, unterstützte diese Sichtweise in seiner Gastrede. Er erklärte, dass Gelder aus dem Glücksspiel direkt in die Gesundheitsversorgung, den Wohnungsbau, die Bildung und die öffentliche Sicherheit fließen. Auch die Breitbandversorgung und der Schutz der indigenen Sprache hängen oft an diesen Budgets.

Hintergrund

Die Tlingit und Haida verfolgen eine langfristige Strategie der wirtschaftlichen Diversifizierung. Neben dem Casino investiert der Stamm in Katastrophenschutz, Landrückgabe-Projekte und Bildungsprogramme. Die Partnerschaft mit der Familie George war laut Peterson entscheidend, um das Casino-Projekt auf Douglas Island zu realisieren. Es ist ein mühsamer Prozess, da Alaska traditionell sehr restriktive Glücksspielgesetze hat. Stammescasinos operieren oft in einer juristischen Grauzone oder auf Basis spezieller Bundesverträge, was immer wieder zu Reibereien mit staatlichen Aufsichtsbehörden führt.

Das Casino schafft nicht nur Steuereinnahmen, sondern auch direkte Arbeitsplätze für Stammesmitglieder. Für viele Bewohner von Douglas Island bedeutet das Projekt einen Karrieresprung in einer Region, in der qualifizierte Jobs oft rar gesät sind. Die Überwachung und Sicherheit im Casino laufen rund um die Uhr, um die strengen Auflagen des föderalen Regulierungsrahmens für Stammesglücksspiele zu erfüllen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Situation in Alaska ein interessantes Vergleichsbeispiel zur hiesigen Regulierung. Während in Alaska Stämme um jedes Recht auf ein Casino kämpfen müssen, ist in Deutschland seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) der Markt für Online-Slots bundesweit geregelt. Wer aus Deutschland spielt, sollte zwingend auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achten. Nur dort ist sichergestellt, dass die strengen deutschen Spielerschutzregeln eingehalten werden. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen.

Deutsche Urlauber in Alaska könnten das Two Coppers Casino besuchen, müssen sich aber bewusst sein, dass dort völlig andere Regeln gelten als in einem GGL-lizenzierten Casino oder einer deutschen Spielbank. Die Systeme wie LUGAS (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem) oder die Sperrdatei OASIS existieren in den USA in dieser Form nicht. Dort wird der Spielerschutz oft individueller oder über stammeseigene Programme geregelt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Transparenz, die Janice Hotch für das Two Coppers Casino forderte, ist in Deutschland bereits Standard. GGL-lizenzierte Casinos müssen jede Transaktion und jede Spielrunde protokollieren. Der Fokus auf wirtschaftliche Souveränität, wie ihn Peterson beschreibt, lässt sich auf die deutsche Branche übertragen, die versucht, durch Kanalisierung den Schwarzmarkt aus Curacao oder Malta zurückzudrängen. Nur durch legale, regulierte Angebote können staatliche Aufgaben und soziale Projekte über Steuereinnahmen finanziert werden. Der Bericht aus Alaska zeigt, dass Glücksspiel weltweit als Motor für Infrastruktur dient, sofern die Regulierung einen sicheren Rahmen bietet.

Häufige Fragen

Wo befindet sich das neue Two Coppers Casino?

Das Casino liegt auf Douglas Island in Juneau, Alaska. Es ist die erste und einzige Glücksspielstätte ihrer Art in der Landeshauptstadt und wurde von den Tlingit und Haida Indian Tribes errichtet.

Wann wurde das Casino offiziell eröffnet?

Nach einer Soft-Opening-Phase Anfang Juni fand die offizielle feierliche Eröffnung des Casinos am 1. Juli 2026 statt. Präsident Richard Peterson feierte dies als historischen Moment für den Stamm.

Wofür werden die Einnahmen aus dem Glücksspiel verwendet?

Die Gelder fließen in soziale Projekte des Stammes, darunter Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnungsbau und Notfallhilfe. Auch Programme zur Förderung der indigenen Sprache und Kultur werden damit finanziert.

Gibt es in Alaska Programme gegen Spielsucht?

Obwohl Präsident Peterson bei der Eröffnung im Juli ein spezielles Behandlungsprogramm ankündigte, gab es bei der Versammlung im September kein neues Update dazu. Der Stamm betont jedoch die Einhaltung strenger föderaler Sicherheitsvorschriften.

Dürfen deutsche Spieler im Two Coppers Casino spielen?

Vor Ort in Alaska ist das möglich, sofern die Altersgrenzen eingehalten werden. Online sollten Spieler in Deutschland jedoch nur Anbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nutzen, da nur dort die deutschen Schutzregeln wie das 1.000-Euro-Limit gelten.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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