Präventionserfolg: Ygam erreicht 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche
KI-GENERIERTDie britische Wohltätigkeitsorganisation Ygam meldet in ihrem aktuellen Wirkungsbericht für das Jahr 2025/26 einen neuen Rekord bei der Aufklärung über Glücksspielrisiken.
Die britische Wohltätigkeitsorganisation Ygam, kurz für Young Gamers and Gamblers Education Trust, setzt neue Maßstäbe in der Präventionsarbeit. In ihrem am 9. September 2026 veröffentlichten Wirkungsbericht für den Zeitraum 2025 und 2026 wird deutlich, wie tiefgreifend die Aufklärung über die Gefahren von Gaming und Glücksspiel mittlerweile im Bildungssystem verankert ist. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr schätzungsweise 1,2 Millionen junge Menschen erreicht, wobei über 100.000 von ihnen Studierende an Universitäten sind. Diese Entwicklung ist eine direkte Folge der verstärkten institutionellen Unterstützung und der Umstellung der Finanzierung von freiwilligen Branchenbeiträgen auf eine gesetzliche Abgabe im April 2025.
Das Kernstück der Arbeit von Ygam ist die Befähigung von Erwachsenen, die eine Vertrauensstellung gegenüber Kindern einnehmen. Durch die Ausbildung von 11.000 Fachkräften, zu denen Lehrer, Jugendarbeiter und medizinisches Personal zählen, wird ein Multiplikatoreffekt erzielt. Die Daten zeigen, dass 92 Prozent der Teilnehmer sich nach den Schulungen besser gerüstet fühlen, Anzeichen von Glücksspielschäden bei jungen Menschen zu erkennen. Besonders erfreulich ist die nachhaltige Wirkung: 67 Prozent der Lehrkräfte integrierten die Inhalte innerhalb eines Jahres fest in ihren Lehrplan, während 69 Prozent der Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen neue Schutzverfahren einführten.
Zahlen und Fakten
Seit der Gründung im Jahr 2014 hat Ygam seine Reichweite massiv ausgebaut. Die kumulierte Zahl der erreichten Kinder und Jugendlichen beläuft sich seit 2020 auf über 7 Millionen. Ein wesentlicher Treiber im aktuellen Berichtsjahr war das im April 2025 gestartete Gaming- und Esports-Programm, das bereits über 50.000 junge Menschen direkt ansprach. Auch das Alumni-Netzwerk der Organisation ist mit mehr als 14.000 Mitgliedern mittlerweile die größte Gemeinschaft weltweit, die sich der Prävention von Schäden durch Gaming und Glücksspiel bei Minderjährigen widmet. In finanzieller Hinsicht erhielt Ygam im März 2026 eine Zusage über 3 Millionen Pfund aus dem VCSE Gambling Harms Prevention and Resilience Fund, der für den Zeitraum von 2026 bis 2028 bereitgestellt wird.
„Hinter jeder Zahl stehen Kinder und Jugendliche, die besser gerüstet sind, um sich in einer zunehmend komplexen digitalen Welt zurechtzufinden, vertrauenswürdige Erwachsene mit größerem Vertrauen, sie zu unterstützen, und durch Bildung und Prävention gestärkte Gemeinschaften.“ - Emily Tofield, Chief Executive Officer von Ygam
Hintergrund
Die Notwendigkeit solcher Programme wird durch die Forschung von Ygam untermauert. Demnach befürworten 91 Prozent der Eltern Unterrichtseinheiten zu Gaming-Risiken und 83 Prozent fordern Aufklärung über Glücksspielschäden in den Schulen. Interessanterweise glauben die meisten Eltern, dass diese Erziehung bereits in der Grundschule beginnen sollte. Dem steht gegenüber, dass bisher nur 40 Prozent der Eltern angaben, ihr Kind habe eine solche Ausbildung tatsächlich erhalten. Ygam arbeitet hierbei eng mit akademischen Institutionen zusammen, darunter die Universitäten von Birmingham, Plymouth, Loughborough und Bournemouth, um die Programme auf eine wissenschaftlich fundierte Basis zu stellen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Obwohl der Bericht von Ygam primär auf das Vereinigte Königreich fokussiert ist, sind die Erkenntnisse für den deutschen Markt und die hiesigen Spieler von großer Bedeutung. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strikte Spielerschutzmaßnahmen, die durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht werden. Während im UK eine gesetzliche Abgabe die Prävention finanziert, setzt Deutschland auf technische Schranken wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das zentrale Sperrsystem LUGAS. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern auf der offiziellen Whitelist der GGL zu spielen, da nur dort die strengen deutschen Jugendschutz- und Präventionsstandards garantiert sind. Das Beispiel Ygam zeigt, dass technischer Schutz allein nicht ausreicht, sondern durch frühzeitige pädagogische Aufklärung ergänzt werden muss, um langfristige Spielsucht zu verhindern.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für lizenzierte Online-Casinos in Deutschland bedeutet dieser Trend eine Verschärfung der Sorgfaltspflichten. Die GGL fordert von Betreibern ein ausgefeiltes Sozialkonzept. Die Erfahrungen aus dem Ygam-Bericht legen nahe, dass die Identifizierung von Risikogruppen, insbesondere jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, durch geschultes Personal entscheidend ist. Casinos müssen sicherstellen, dass ihre Algorithmen zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten ständig verfeinert werden. Zudem wird die Zusammenarbeit mit unabhängigen Präventionsorganisationen immer wichtiger, um die eigene Glaubwürdigkeit in Sachen Spielerschutz zu untermauern. Wer die Jugendschutzregeln missachtet oder aggressives Marketing bei Minderjährigen betreibt, riskiert in Deutschland den Entzug der Konzession.
Häufige Fragen
Wie viele Kinder hat Ygam im Jahr 2025 und 2026 erreicht?
Die Organisation erreichte schätzungsweise 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche durch ihre Programme. Darunter befanden sich auch über 100.000 Studenten an Universitäten in ganz Großbritannien.
Wer finanziert die Präventionsarbeit von Ygam?
Seit April 2025 erfolgt die Finanzierung primär durch eine gesetzliche Glücksspielabgabe der Industrie. Im März 2026 erhielt Ygam zudem 3 Millionen Pfund aus einem speziellen Präventionsfonds für den Zeitraum bis 2028.
Welchen Einfluss hat die Schulung auf Lehrer und Fachkräfte?
Laut Bericht haben 67 Prozent der geschulten Lehrkräfte das Thema Gaming und Glücksspiel fest in ihren Unterricht integriert. Bei Pflegekräften und Sozialarbeitern führten sogar 69 Prozent neue Schutzmaßnahmen in ihren Einrichtungen ein.
Gibt es ähnliche Schutzprogramme in Deutschland?
In Deutschland wird der Spielerschutz durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und die Aufsicht der GGL gewährleistet. Deutsche Spieler profitieren von LUGAS und Einsatzlimits, sollten aber für umfassenden Schutz nur bei lizenzierten Whitelist-Anbietern spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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