FAQ · Recht & Rechtsschutz

Ist das Spielen in nicht-lizenzierten Online-Casinos für Spieler strafbar?

Autorin: Lisa Lustich · Aktualisiert am 5. Juni 2026

§ 285 StGB stellt die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel unter Strafe — bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis 180 Tagessätze. Theoretisch betrifft das jeden Spieler in einem nicht-GGL-lizenzierten Online-Casino.

Praktisch gibt es seit über zehn Jahren keine bekannten Strafverfahren gegen einzelne Spieler in Deutschland mehr. Staatsanwaltschaften verfolgen ausschließlich Anbieter, Affiliates und Zahlungsdienstleister. Auch das Bundeskriminalamt hat in seinem Lagebild 2024 bestätigt, dass Spieler nicht im Fokus stehen.

Wichtig zu wissen: Auch wenn keine Strafe droht, hat das Spielen in nicht-lizenzierten Casinos andere Folgen:

- Steuerlich: Gewinne sind grundsätzlich steuerfrei in Deutschland (privates Glücksspiel), aber bei Verdacht auf gewerbliches Spielen kann das Finanzamt Steuerpflicht annehmen.
- Bank-Probleme: Manche Banken sperren Konten bei häufigen Casino-Transaktionen ins Ausland (Geldwäsche-Prüfung).
- Verbraucherschutz fehlt: Du hast keinen rechtlichen Anspruch auf Auszahlungen — Casino kann theoretisch Konto sperren, Gewinne einbehalten, und du hast keine Handhabe.
- Verluste rückforderbar: Wie oben beschrieben — der einzige praktische Vorteil.

Fazit: Strafrechtlich passiert nichts, aber alle Verbraucherschutz-Sicherheiten entfallen. Wer auf der sicheren Seite sein will, spielt bei GGL-Casinos.

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