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Accel Entertainment übernimmt Truckstop-Casino-Betreiber in Louisiana

7. Juni 20265 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Truckstop in Louisiana mit Casino-Neonschild bei Nacht, Symbolbild zur Übernahme von Toucan Gaming durch Accel Entertainment

Der US-Slot-Route-Operator Accel Entertainment kauft den Louisiana-Spezialisten Toucan Gaming. Der Deal stärkt Accels Position in einem der profitabelsten US-Bundesstaaten für stationäres Glücksspiel.

Der US-Konzern Accel Entertainment, an der NYSE gelistet, hat am Freitag, den 6. Juni 2026, die komplette Übernahme des Louisiana-Betreibers Toucan Gaming LLC bekanntgegeben. Kostenpunkt: rund 80 Millionen US-Dollar bar. Dazu kommt eine umsatzabhängige Earn-out-Komponente von bis zu 25 Millionen US-Dollar, gestreckt über drei Jahre. Toucan betreibt im Süden Louisianas etwa 220 Video-Poker-Automaten. Die stehen an Truckstops und in lizenzierten Bars, sogenannte „Type IV“-Standorte. Diese Geräteklasse ist im Bundesstaat übrigens auf höchstens 50 Automaten pro Truckstop-Standort begrenzt.

Accel Entertainment ist mit über 27.000 Geräten in elf US-Bundesstaaten einer der größten sogenannten „Route Operator“ Amerikas. Ihr Geschäftsmodell? Ganz anders als bei den klassischen Casinos: Accel stellt Video-Lottery- und Video-Poker-Terminals in fremde Räume. Denken Sie an Bars, Truckstops, Tankstellen, kleine Hotels. Die Einnahmen teilen sie dann mit den Standortbetreibern, nach einem festen Schlüssel. In Louisiana ist dieser Schlüssel staatlich geregelt: 32,5 % der Bruttoerlöse gehen als Steuer direkt an den Bundesstaat. Der Rest? Den teilen sich Operator und Location.

Louisiana, das ist für Truckstop-Casinos ein echter Hotspot. Die Geräteklasse „Video Poker at Truck Stops“ ist hier schon seit 1991 erlaubt. Das dichte Netz an Interstate-Routen garantiert eine konstante Frequenz. Laut Louisiana Gaming Control Board erwirtschafteten die etwa 200 Truckstop-Standorte im Geschäftsjahr 2025/26 zusammen über 600 Millionen US-Dollar Bruttoumsatz. Das war ein Plus von rund 4 % gegenüber dem Vorjahr. Toucan, mit geschätzten 6–7 % Marktanteil, gehört zu den mittelgroßen Anbietern. Accel bekommt damit direkten Zugriff auf langjährige Standortverträge. Ein cleverer Schachzug.

Accel-CEO Andy Rubenstein sieht den Deal als Teil seiner aggressiven Expansionsstrategie. Er will in profitable, regulierte US-Märkte vordringen. Erst im April 2026 hat sein Unternehmen die Übernahme von FairPlay Gaming in Nebraska abgeschlossen. Die Logik dahinter? Route Operator müssen keine Bonus-Schlachten wie Online-Casinos führen. Der Wettbewerb spielt sich auf der Beziehungsebene zu den Standortbetreibern ab, auch bei der Geräte-Wartung. Die Margen liegen branchenüblich bei 18–22 % EBITDA, deutlich mehr als in vielen Online-Märkten.

Für deutsche Spielerinnen und Spieler hat der Deal kaum Belang. Accel Entertainment ist bei uns weder aktiv noch von der GGL lizenziert. Das US-Modell der „Distributed Gaming“-Geräte an untypischen Orten wie Tankstellen oder Bars? Das wäre bei uns, nach geltendem Spielhallenrecht, sowieso unzulässig. Der § 3 SpielV verbietet bundesweit das Aufstellen von Geldspielgeräten an Standorten ohne spezifische Spielhallenkonzession. Wer in Deutschland online zocken will, muss sich an GGL-lizenzierte Anbieter von der offiziellen Whitelist halten.

Strategisch zeigt dieser Deal aber einen Trend, der auch deutschen Marktbeobachtern zu denken gibt: Online-Märkte, klar, die werden immer stärker von wenigen Großkonzernen beherrscht. Aber auch die stationären Sub-Märkte, also Truckstops, Spielhallen, Bingo-Hallen, konsolidieren sich rasant. Bei uns in Deutschland sehen wir im Spielhallensektor seit Jahren eine ähnliche Entwicklung: Schmidt Gruppe, Löwen Play und Merkur Spielothek haben ihre Standortportfolios in den letzten zehn Jahren spürbar ausgebaut. Die kleineren, lokalen Betreiber? Die stehen durch das Mindestabstandsgebot des GlüStV 2021 unter Druck.

Die Transaktion soll, laut Pressemitteilung, im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Die Zustimmung der Louisiana State Police Gaming Enforcement Division steht noch aus. Accel rechnet mit zusätzlichen 55 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Und einem positiven EBITDA-Beitrag schon ab dem ersten vollen Quartal nach dem Abschluss.

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