Cirsa expandiert in Portugal: Übernahme des Casino Figueira stärkt Omnichannel-Strategie

Cirsa hat den portugiesischen Casinomarkt betreten, indem es eine Mehrheitsbeteiligung an Sociedade Figueira Praia S.A. erworben hat. Das Unternehmen plant, die Omnichannel-Strategie zu festigen, nachdem es Q1-Umsätze von 623 Millionen Euro verzeichnete.
Der Glücksspielkonzern Cirsa hat seine rasante Expansionsstrategie fortgesetzt und sich eine Mehrheitsbeteiligung am portugiesischen Glücksspielunternehmen Sociedade Figueira Praia S.A. gesichert. Damit übernimmt Cirsa das traditionsreiche Casino Figueira, das eine Spiellizenz seit 1948 besitzt und als eines der historisch bedeutsamsten Casinos auf der Iberischen Halbinsel gilt. Diese Akquisition, die am Montag bekannt gegeben wurde, markiert einen entscheidenden Schritt für Cirsa, um seine Präsenz auf dem europäischen Markt auszubauen und die Omnichannel-Strategie in Portugal zu verstärken.
Die Übernahme des landbasierten Casinos ergänzt Cirsas bereits bestehende Online-Präsenz in Portugal, die durch den Erwerb des Online-Betreibers CasinoPortugal Ende 2024 geschaffen wurde. Diese Integration von Online- und Offline-Angeboten ist ein zentraler Eckpfeiler der Unternehmensstrategie, um ein umfassendes Spielerlebnis zu bieten. Cirsa finanziert die Transaktion aus vorhandenen Barmitteln, ohne dass ein wesentlicher Einfluss auf das Verschuldungsprofil des Unternehmens erwartet wird.
Zahlen und Fakten
Cirsa hat im ersten Quartal dieses Jahres beeindruckende Finanzzahlen vorgelegt. Die Betriebserträge beliefen sich auf 623 Millionen Euro, während der Gewinn 194 Millionen Euro erreichte. Diese Zahlen belegen den anhaltenden Erfolg und die solide finanzielle Basis des Unternehmens. Seit 2015 hat Cirsa über 130 Akquisitionen vollzogen, was die aggressive M&A-Strategie unterstreicht. Im Juni 2025 erfolgte der Börsengang an spanischen Börsen, der 400 Millionen Euro einbringen sollte, um die Wachstumsstrategie und künftige Übernahmen zu finanzieren.
Die jüngste Übernahme reiht sich ein in eine Serie von Expansionen. Erst letzte Woche drang Cirsa in den paraguayischen Markt ein, indem es eine Mehrheitsbeteiligung am lokalen Online-Spielautomatenbetreiber Slots del Sol erwarb. In Lateinamerika ist Cirsa bereits in Peru durch eine Partnerschaft mit Apuesta Total präsent und in Kolumbien mit Sportium aktiv. Das Unternehmen erwartet die Veröffentlichung seiner Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 am 30. Juli.
Hintergrund
Diese Strategie der Omnichannel-Integration wird in der Branche als zukunftsweisend erachtet. Spieler erwarten zunehmend ein nahtloses Erlebnis über verschiedene Kanäle hinweg, sei es online, mobil oder im traditionellen landbasierten Casino. Durch die Verknüpfung dieser Angebote kann Cirsa Kundenbindungen stärken und neue Zielgruppen erschließen.
Antonio Hostench, CEO von Cirsa, betonte die Bedeutung dieser Akquisition für die europäische Expansionsstrategie des Unternehmens:
„Casino Figueira ist ein herausragendes Gut in Portugals Unterhaltungsindustrie, mit einer starken Erfolgsbilanz und einem Managementteam, das über tiefgreifende Marktkenntnisse verfügt. Diese Transaktion stärkt unsere Präsenz in Portugal und stellt einen entscheidenden Schritt in unserer Omnichannel-Wachstumsstrategie in Europa dar.“ - Antonio Hostench, CEO von Cirsa
Joaquim Agut, Executive Chairman von Cirsa, ergänzte, dass die Kombination mit der CasinoPortugal-Akquisition die Fähigkeit des Unternehmens verbessern werde, ein vollständig integriertes Gaming- und Unterhaltungsangebot über Online- und Einzelhandelskanäle hinweg zu liefern.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bedeutet Cirsas Expansion in Portugal direkt nichts, da der deutsche Glücksspielmarkt spezifisch reguliert ist. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat eine strenge Lizenzierung unter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) eingeführt. Nur Casinos auf der White-List der GGL dürfen legal Online-Glücksspiele in Deutschland anbieten.
Innerhalb dieses Rahmens gelten strenge Regeln: Spieler unterliegen einem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten und einem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Dieses System soll den Spielerschutz gewährleisten und Geldwäsche bekämpfen. Anbieter, die nicht auf der GGL-Whitelist stehen, agieren illegal in Deutschland und bieten Spielern keinerlei rechtlichen Schutz. Während Cirsa in Portugal auf Omnichannel setzt, müssen deutsche Spieler sich auf die regulierten GGL-Casinos konzentrieren, welche diese strengen Auflagen erfüllen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos sind Cirsas Expansionsschritte in Portugal ein Beispiel für internationale Wachstumsstrategien, die jedoch im deutschen Markt nicht direkt replizierbar sind. Die deutsche Regulierung ist weitaus restriktiver. Deutsche Anbieter müssen sich auf die Einhaltung der nationalen Vorschriften konzentrieren, anstatt auf sofortige Omnichannel-Expansion im europäischen Ausland zu hoffen. Das schließt die strengen Regeln für Bonusangebote und die strikte Trennung zwischen einzelnen Spielformen ein. Während internationale Konzerne wie Cirsa von lockeren Regulierungen in anderen Ländern profitieren, bleibt der Fokus deutscher Glücksspielunternehmen auf dem stark kontrollierten heimischen Markt.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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