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Neuer Chef für Briten-Galopp: Simon Cox übernimmt das Ruder bei der BHA

22. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Neuer Chef für Briten-Galopp: Simon Cox übernimmt das Ruder bei der BHA

Simon Cox wird neuer Vorsitzender der British Horseracing Authority. Er erbt eine Branche, die durch neue Finanzprüfungen laut Schätzungen bis zu 250 Millionen Pfund verlieren könnte.

Die personelle Hängepartie an der Spitze des britischen Galopprennsports ist beendet. Simon Cox wird am 1. Oktober den Posten als Vorsitzender der British Horseracing Authority (BHA) antreten. Das ist ein wichtiger Schritt für die Regulierung im Vereinigten Königreich, da die Position seit dem überraschenden Rückzug von Lord Allen im März verwaist war. Cox ist kein Unbekannter in der Welt der kühlen Rechner und schnellen Pferde. Er war früher regionaler CEO beim Brauereiriesen Molson Coors und bringt jahrelange Erfahrung aus der Wirtschaft mit, die er nun in die waidwunde Rennsportbranche einbringen muss.

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die britische Glücksspielwelt unter extremem Druck steht. Simon Cox übernimmt das Amt zunächst für eine Amtszeit von drei Jahren. Er wurde vom Nominierungsausschuss der BHA empfohlen und soll nun das Erbe von Lord Allen antreten, der das Handtuch nach nur sechs Monaten im Amt geworfen hatte. Übergangsweise hatte David Jones, der Senior Independent Director der BHA, die Geschäfte geführt. Jetzt liegt es an Cox, die tiefen Gräben zwischen dem Sport, den Buchmachern und der Politik zuzuschütten.

Zahlen und Fakten

Die Herausforderungen, vor denen der neue Besen an der Spitze steht, lassen sich klar in Zahlen ausdrücken. Besonders die sogenannten Financial Risk Assessments (FRAs), also finanzielle Risikoprüfungen für Spieler, bereiten der Branche Kopfzerbrechen. Diese wurden im Weißbuch 2023 nach der Überprüfung des Gambling Act 2005 vorgeschlagen. Die Strategieberatung Regulus Partners hat berechnet, dass diese Politik den Pferderennsport teuer zu stehen kommen könnte. Die Schätzungen belaufen sich auf Einnahmeverluste von rund 250 Millionen Pfund über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das ist eine gewaltige Summe für einen Sport, der ohnehin mit sinkenden Zuschauerzahlen und steigenden Kosten kämpft.

Cox selbst ist tief im Rennsport verwurzelt, was ihm bei den Aktiven Sympathien einbringen dürfte. Er ist seit über 15 Jahren Besitzer von Rennpferden und hat aktuell vier Tiere im Training. Zudem betreibt er eine eigene Zucht mit zehn Zuchtstuten, die im Shade Oak Stud untergebracht sind. Da er nun die Regulierungsseite vertritt, muss er seine bisherigen Ämter niederlegen. Dazu gehören sein Posten im Kuratorium der Thoroughbred Breeders’ Association, den er seit November 2021 innehat, sowie der Vorsitz im Jump Pattern Committee der BHA und die Mitgliedschaft in der High Quality Horse group.

Hintergrund

Die BHA sieht in Cox die ideale Besetzung, um die regulatorischen Sorgen des Sports mit dem wirtschaftlichen Überlebenskampf zu vereinen. Es geht dabei nicht nur um Steuern, sondern auch um die gesellschaftliche Akzeptanz von Glücksspielwerbung. Im Vereinigten Königreich gibt es immer lautere Forderungen nach einem kompletten Verbot von Wettsponsoring. Gleichzeitig belasten Steuererhöhungen für Betreiber die Margen. Die BHA betonte bei der Ernennung, dass Cox die nötigen Referenzen besitzt, um in dieser kritischen Phase Führung zu zeigen.

„Cox verfügt über die erforderlichen Referenzen, um in einer für die Branche kritischen Zeit die Führung zu übernehmen.“ - Offizielle Mitteilung, British Horseracing Authority

Er muss nun beweisen, dass ein ehemaliger Bier-Manager den richtigen Riecher für die komplexen Geflechte aus Tierschutz, Wettsuchtprävention und Lobbyarbeit hat. Der britische Markt gilt oft als Vorreiter für europäische Entwicklungen, weshalb auch deutsche Beobachter genau hinschauen, wie Cox die 250 Millionen Pfund schwere Lücke füllen will, die durch strengere Spielerschutzregeln zu entstehen droht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Obwohl die BHA eine britische Behörde ist, zeigen die dortigen Entwicklungen, wohin die Reise auch in Deutschland gehen kann. Die im White Paper 2023 diskutierten Finanzchecks ähneln in ihrer harten Konsequenz den Mechanismen, die wir hierzulande durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits kennen. Während in England noch über Verluste von 250 Millionen Pfund gestritten wird, sind deutsche Spieler bereits an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro gewöhnt. Dieses Limit wird über das zentrale System LUGAS überwacht. Wer in einem GGL-lizenzierten Casino spielt, spürt diese regulatorische Hand täglich.

Für deutsche Spieler bedeutet der Fokus auf solche personellen Wechsel in England vor allem eines: Die Regulierung wird weltweit strenger. Der Schutz vor Überschuldung steht über der Freiheit des maximalen Einsatzes. In Deutschland gibt es zudem das strikte 1 Euro Limit pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Wer versucht, diese Regeln zu umgehen, landet schnell bei zwielichtigen Anbietern aus Übersee, die keine Rechtssicherheit bieten. Die GGL-Whitelist ist hier der einzige sichere Anker. Der Fall Simon Cox zeigt, dass selbst ein traditionsreicher Sport wie das Pferderennen nicht mehr ohne knallharte Compliance-Experten an der Spitze auskommt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) können aus der Situation in UK eine wichtige Lehre ziehen: Stabilität an der Spitze ist das A und O. Während es bei der BHA ein ständiges Kommen und Gehen gab, setzt die GGL auf Kontinuität bei der Durchsetzung des GlüStV 2021. Anbieter in Deutschland müssen sich nicht nur mit dem Einzahlungslimit und LUGAS herumschlagen, sondern auch mit der Sperrdatei OASIS. Das sorgt für einen extrem sicheren, aber auch wirtschaftlich eng gesteckten Rahmen.

Ein Vergleich mit MGA- oder Curacao-Anbietern verbietet sich für seriöse deutsche Redaktionen fast von selbst. Während Simon Cox in England um 250 Millionen Pfund kämpft, die durch Spielerschutz verloren gehen könnten, haben GGL-Anbieter diesen Anpassungsprozess bereits hinter sich. Sie operieren in einem Markt, der Fairplay und Prävention priorisiert. Deutsche Casinos müssen sicherstellen, dass sie ihre Bonusangebote innerhalb der engen rechtlichen Grenzen gestalten, damit diese nicht als aggressive Lockmittel eingestuft werden. Die Professionalität, die Cox von der Wirtschaft in den Sport bringt, ist genau das, was auch deutsche Betreiber benötigen, um im regulatorischen Dickicht der GGL zu bestehen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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