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Regulierung

Steuerreform in Malta: Neue Regeln für Mehrwertsteuer und Glücksspielabgaben ab Oktober

1. Oktober 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Steuerreform in Malta: Neue Regeln für Mehrwertsteuer und Glücksspielabgaben ab OktoberKI-GENERIERT

Malta strukturiert seine Glücksspielsteuern und die Mehrwertsteuer-Behandlung um. Seit dem 1. Oktober 2026 gelten die neuen gesetzlichen Mitteilungen 84 und 86.

Die Mittelmeerinsel Malta hat pünktlich zum 1. Oktober 2026 ein neues Steuerregime für den Glücksspielsektor eingeführt. Diese Reformen, die auf den gesetzlichen Mitteilungen 84 und 86 des Jahres 2026 basieren, zielen darauf ab, die Mehrwertsteuer-Behandlung von Wett- und Casinodienstleistungen zu restrukturieren und gleichzeitig die Glücksspielsteuern für Aktivitäten innerhalb Maltas zu vereinfachen. Die Malta Gaming Authority (MGA) und die Steuer- und Zollverwaltung des Landes haben monatelang an diesen Änderungen gearbeitet, um sicherzustellen, dass die Besteuerung den Ort widerspiegelt, an dem das Glücksspiel tatsächlich konsumiert wird.

Für viele Betreiber ist vor allem die Klärung der Mehrwertsteuerbefreiung von Bedeutung. Der neue Rahmen legt fest, welche Dienstleistungen genau unter die Befreiung fallen, wobei Sportwetten und spezifische Casino-Produkte explizit genannt werden. Ein wesentlicher Vorteil für die Unternehmen besteht darin, dass die neue Regelung es ihnen ermöglicht, berechtigte Vorsteuerkosten zurückzufordern. Dies soll die steuerliche Neutralität wahren und Malta als attraktiven Standort für internationale Glücksspielunternehmen erhalten, die von hier aus weltweit Kunden bedienen.

Zahlen und Fakten

Die Reformen sehen eine Konsolidierung der bisherigen Abgaben vor. Anstatt die Glücksspielsteuer und die Abgabe für Spielgeräte separat zu erheben, führt Malta ein einheitliches System ein. Dieses klassifiziert die Steuersätze nach der Art des Spiels und der Art und Weise des Angebots. Wichtig zu wissen: Diese spezifische Änderung der Glücksspielsteuer betrifft nur Dienstleistungen, die an Spieler erbracht werden, die sich physisch in Malta befinden. Internationale Einnahmen der in Malta lizenzierten Betreiber sind von dieser lokalen Steuererhöhung oder Umstrukturierung nicht direkt betroffen, sofern der Konsum außerhalb erfolgt.

Der Zeitplan für die Umsetzung ist straff gesteckt. Obwohl die Regeln seit dem 1. Oktober 2026 in Kraft sind, erfolgt die Berichterstattung in zwei Phasen. Die Berichte für September 2026 müssen noch bis zum 20. Oktober nach dem alten System eingereicht werden. Erst der Berichtszeitraum Oktober wird komplett unter dem neuen Regime abgewickelt. Die MGA geht davon aus, dass die entsprechende Funktionalität im Online-Portal bis zum 1. November bereitgestellt wird, damit die Einreichungen bis zum 20. November fristgerecht erfolgen können.

Hintergrund

Die Regierung hatte diese Reformen bereits im Budget 2026 angekündigt. Ziel war es, auf das Feedback der Branche zu reagieren und die langfristige Nachhaltigkeit des Sektors zu sichern. Experten von PwC weisen darauf hin, dass durch die Präzisierung der Mehrwertsteuerbefreiung im Value Added Tax Act (Kapitel 406) nun ein breiteres Spektrum an Dienstleistungen steuerpflichtig werden könnte, was paradoxerweise die Vorsteuerabzugsberechtigung der Betreiber verbessern kann. Besonders bei Live-Casino-Diensten wurde klargestellt, dass diese als Unterhaltungsdienstleistungen gelten und dort besteuert werden, wo der Kunde ansässig ist.

„Diese Reformen bieten einen klareren und vorhersehbareren Steuerrahmen für Betreiber und stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Attraktivität Maltas als führende Glücksspiel-Jurisdiktion.“ - Statement der Malta Gaming Authority (MGA)

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland ändert sich durch die maltesische Steuerreform direkt wenig an ihrem Spielerlebnis, aber indirekt unterstreicht es die Bedeutung von Lizenzen. In Deutschland lebende Personen sollten ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter unterliegen dem GlüStV 2021, der strikte Regeln wie das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat und das Einsatzlimit von 1 € pro Spin bei virtuellen Automaten vorschreibt.

Da Malta nun präzisiert, dass Steuern dort anfallen, wo der Konsum stattfindet, bestätigt dies den Weg der GGL: Glücksspiel, das in Deutschland genutzt wird, muss auch nach deutschen Regeln reguliert und besteuert werden. Maltesische MGA-Lizenzen bieten zwar einen hohen Standard innerhalb der EU, sind aber für Spieler in Deutschland kein Ersatz für die deutsche Konzession. Die Überwachung durch das IT-System LUGAS stellt sicher, dass die Limits anbieterübergreifend eingehalten werden, was ein MGA-Casino ohne deutsche Lizenz nicht leisten kann.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz agieren bereits in einem hochregulierten Umfeld, in dem die Steuerlast klar definiert ist. Die Reform in Malta zeigt jedoch, dass auch klassische Offshore-Standorte ihre Regelwerke an internationale Standards der Verbrauchssteuer anpassen. Für Betreiber, die sowohl eine deutsche als auch eine maltesische Lizenz halten, wird die steuerliche Trennung der Märkte nun präziser. Dies könnte langfristig dazu führen, dass der rechtliche Graubereich kleiner wird und die Akzeptanz der strengen deutschen Regeln wächst, da auch Malta den Fokus auf den Ort des Verbrauchs legt.

Häufige Fragen

Was hat sich am 1. Oktober 2026 in Malta geändert?

Malta hat neue Regeln für die Mehrwertsteuer und die Glücksspielsteuer eingeführt, die durch die Legal Notices 84 und 86 von 2026 definiert wurden. Diese fassen lokale Abgaben zusammen und präzisieren die Steuerbefreiungen für Casino-Produkte und Sportwetten.

Werden maltesische Anbieter jetzt teurer für Spieler?

Die Glücksspielsteuer-Reform bezieht sich primär auf Dienste, die innerhalb Maltas für dort ansässige Spieler erbracht werden. Für internationale Spieler ergeben sich meist keine direkten Kostenänderungen, allerdings könnten Betreiber ihre Margen aufgrund der geänderten Vorsteuerabzugsberechtigung anpassen.

Wann müssen Betreiber die ersten Berichte nach neuem Recht einreichen?

Die erste Einreichung unter dem neuen System muss bis zum 20. November 2026 für den Berichtszeitraum Oktober erfolgen. Die Berichte für September werden noch bis zum 20. Oktober nach den alten Regeln bearbeitet.

Was bedeutet das Prinzip des Verbrauchsortes für die Steuer?

Das bedeutet, dass die Steuer dort gezahlt werden soll, wo der Spieler die Wette platziert oder das Spiel nutzt. Malta passt seine Regeln an, um klarzustellen, dass die Mehrwertsteuer bei grenzüberschreitenden Diensten oft im Land des Kunden anfällt.

Darf ich als deutscher Spieler weiterhin in MGA-Casinos spielen?

Nach deutschem Recht des GlüStV 2021 ist das Spielen in Deutschland nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz legal. Die MGA-Lizenz ist in Deutschland nicht gültig, und Spieler sollten zur eigenen Sicherheit nur Whitelist-Anbieter mit 1.000 € Einzahlungslimit nutzen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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