Bragg Gaming Group entlässt Personal für KI-Strategie

Die Bragg Gaming Group baut ihre Belegschaft um 19 % ab, um Kosten zu senken und in Künstliche Intelligenz zu investieren. Dies soll jährliche Einsparungen von rund 6 Millionen Euro bringen.
Die Bragg Gaming Group hat eine weitere Entlassungsrunde bekannt gegeben. Das Unternehmen reduziert seine globale Belegschaft um 19 Prozent. Dieser Schritt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung hin zu mehr Effizienz und einer verstärkten Investition in Künstliche Intelligenz (KI). Bragg Gaming verspricht sich davon signifikante Kosteneinsparungen und eine schlankere Unternehmensstruktur. Die Maßnahme soll das Unternehmen nachhaltiger und schneller profitabler machen. Die jetzigen Kürzungen ergänzen bereits im Januar vorgenommene Personalreduzierungen. Damals waren 12 Prozent der Mitarbeiter betroffen. Die Umsetzung der neuen Entlassungen ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Insgesamt verfolgt Bragg Gaming das Ziel, bis 2027 ein „AI-first“-Unternehmen zu werden.
Zahlen und Fakten
Die aktuelle Personalabbau-Runde umfasst 19 Prozent der weltweiten Belegschaft. Zuvor wurden bereits im Januar 2026 zwölf Prozent der Mitarbeiter entlassen. Durch die jüngsten Kürzungen erwartet Bragg jährliche Einsparungen von etwa 6 Millionen Euro. Diese kommen zu den 4,5 Millionen Euro hinzu, die bereits durch die Entlassungen im Januar erzielt wurden. Insgesamt belaufen sich die erwarteten jährlichen Einsparungen damit auf 10,5 Millionen Euro. Für die Kündigungen fallen einmalige Kosten von rund 600.000 Euro an.
Matevž Mazij, Geschäftsführer von Bragg Gaming, betonte die Bedeutung dieser Schritte. Er erklärte, dass die Umstrukturierung dazu diene, den Fokus, die Disziplin, die Umsetzung und die Cash-Generierung zu verbessern. > „Diese Maßnahmen sind darauf ausgelegt, Fokus, Disziplin, Umsetzung und Cash-Generierung zu liefern. Durch die Kombination einer fokussierteren Organisation mit der Beschleunigung unserer KI-First-Transformation verbessern wir strukturell unsere Kosten und schützen gleichzeitig die Technologie, Inhalte und Mitarbeiter, die unseren Wettbewerbsvorteil ausmachen.“ - Matevž Mazij, Geschäftsführer der Bragg Gaming Group
Im dritten Quartal 2025 verzeichnete Bragg Gaming einen erhöhten Nettoverlust. Dieser stieg von 1,2 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 3 Millionen Euro im Zeitraum bis zum 30. September 2025. Der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 war zwar um 4,8 Prozent höher, und der Bruttogewinn stieg um 11,5 Prozent auf 42,7 Millionen Euro. Jedoch überstiegen die Ausgaben die Einnahmen. Der operative Verlust weitete sich von 2,9 Millionen Euro auf 5,2 Millionen Euro aus. Der Nettoverlust nach Steuern verdoppelte sich sogar auf 11,6 Millionen Euro.
Hintergrund
Der Schritt von Bragg Gaming ist nicht singulär im Glücksspielsektor. Die Branche erlebt derzeit mehrere Personalabbauwellen. Beispielsweise trennte sich IGT kürzlich von rund 700 Mitarbeitern, was etwa 10 Prozent ihrer globalen Belegschaft entspricht. Firmen wie Underdog und DraftKings reduzierten ebenfalls ihre Mitarbeiterzahl. Branchenexperten sehen dies als Reaktion auf ein schwieriges makroökonomisches Umfeld. Steigende Baukosten, Handelskriege und hohe Inflationsraten machen den Unternehmen zu schaffen. Dies führt zu unsicheren Marktbedingungen. Bragg Gaming will diesem Druck mit einer Fokussierung auf Künstliche Intelligenz begegnen. Eine Partnerschaft mit Golden Whale Productions soll die Datennutzung und prädiktive Analysen verbessern. Bragg plant, bis nächstes Jahr 90 Prozent seiner Produkte mit KI-Verbesserungen auf den Markt zu bringen und drei Viertel der operativen Arbeitsabläufe durch KI zu beeinflussen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ändert sich durch die Umstrukturierung bei Bragg Gaming nicht unmittelbar etwas. Bragg bietet primär technologische Lösungen und Inhalte für Casinobetreiber an. Indirekt könnten Effizienzsteigerungen und eine verbesserte KI-Technologie jedoch zu einem optimierteren Spielerlebnis führen. Dies kann sich in besseren Spielvorschlägen, optimierter Kundenbetreuung oder stabileren Plattformen äußern.
Wichtig für deutsche Spieler ist weiterhin, ausschließlich bei Online-Glücksspielanbietern zu spielen, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Nur diese Anbieter halten sich an die strengen Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021). Dazu gehören wichtige Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Sperrsystem LUGAS überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Spielautomaten gehört dazu. Casinos ohne deutsche Lizenz bieten diese Schutzmaßnahmen nicht. Sie sind in Deutschland illegal. Black-Market-Anbieter verlocken oft mit scheinbar besseren Boni oder höheren Einsatzmöglichkeiten. Diese potenziellen Vorteile werden jedoch von erheblichen Risiken überschattet. Spieler sind dort rechtlich ungeschützt. Ihre Einlagen sind nicht sicher.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die strategische Ausrichtung von Bragg Gaming auf KI ist auch für GGL-lizenzierte Casinos relevant. Wenn Bragg Gaming als Zulieferer von Spielen oder Plattformtechnologie fungiert, könnten die verbesserten KI-Funktionen indirekt die Qualität der angebotenen Dienstleistungen und Produkte erhöhen. Das könnte zum Beispiel effizientere Betrugsprävention und verantwortungsvolles Spielen durch KI-gestützte Analysen von Spielerverhalten bedeuten. Ein Fokus auf Effizienz bei Technologieanbietern kann langfristig auch zu stabileren Partnerschaften und Dienstleistungen für die regulierten Casinos führen. Deutsche Casinos, die Bragg-Produkte nutzen, könnten somit von den Innovationsschüben profitieren. Dies trägt dazu bei, den hohen Standards der GGL gerecht zu werden und ein sicheres sowie unterhaltsames Umfeld zu gewährleisten.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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