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Spielerschutz

Darts-Star Stephen Bunting offenbart 90.000 Pfund Spielschulden

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Darts-Star Stephen Bunting offenbart 90.000 Pfund SpielschuldenKI-GENERIERT

Der PDC-Profi Stephen Bunting spricht offen über seine Sucht nach Online-Slots und Schulden in Höhe von rund 104.850 Euro.

Stephen Bunting, aktuell die Nummer 10 der Weltrangliste der Professional Darts Corporation (PDC), sorgt mit einer mutigen Beichte für Schlagzeilen in der Sportwelt. Der 41-jährige Profi aus Liverpool offenbarte in einem Interview mit dem Guardian und in seinem Buch Bulletproof die dunklen Seiten seines Erfolgs. In einer Phase sportlicher Erfolglosigkeit flüchtete er sich in das Spiel an virtuellen Spielautomaten, was ihn fast seine gesamte Existenz gekostet hätte.

Die Tragweite seines Problems wurde Bunting erst bewusst, als seine Partnerin Keila die Bankauszüge kontrollierte und die enormen Verluste entdeckte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Darts-Spieler bereits Schulden in Höhe von 90.000 Pfund angesammelt, was etwa 104.850 Euro entspricht. Diese Summe häufte sich trotz scheinbar kleiner Einsätze von nur einem Pfund pro Drehung an, da die Frequenz und der Kontrollverlust zu einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale führten.

Zahlen und Fakten

Bunting schildert eindringlich, wie die Sucht seinen Alltag bestimmte. Er spielte heimlich und versuchte, die finanziellen Löcher vor seinem Umfeld zu verbergen. Erst der Schock durch die Entdeckung seiner Partnerin führte zu einem Umdenken. Zu diesem Zeitpunkt war er psychisch so stark belastet, dass er sogar erwog, seine Darts-Karriere komplett zu beenden und sich beim Arbeitsamt nach gewöhnlichen Jobs umzusehen. Er dachte über eine Rückkehr in den Einzelhandel oder zum Gemeinderat nach, wo er früher bereits tätig war.

„Es war wahnsinnig. Ich habe diese Online-Fruchtmaschinen gespielt und natürlich merkt man nicht, was man da tut. Es ist nur 1 Pfund pro Spin, aber es waren sehr viele 1-Pfund-Spins. Als Keila den Kontoauszug erhielt, dachte ich: 'Oh nein!' Aber ich wusste nicht, wie schlimm es war, bis sie es mir tatsächlich zeigte. Ich war am Boden zerstört. Ich habe das nie wieder getan.“ - Stephen Bunting, PDC Darts-Profi

Besonders brisant ist die Tatsache, dass Bunting trotz dieser Historie Partnerschaften mit Unternehmen aus dem erweiterten Glücksspielsektor eingegangen ist. Im Februar 2025 sicherte er sich einen Vertrag mit Stealth Competitions, einem Anbieter von Gewinnspielen. Später folgte eine Kooperation mit Diamond Draws Competitions. Auf seinem Trikot prangten zudem Logos bekannter Marken wie Betfred, BetMGM, bet365 und Paddy Power, die als Titelsponsoren der PDC-Turniere fungieren.

Hintergrund

Die Debatte dreht sich vor allem darum, ob Sportler mit einer Suchtvergangenheit für Produkte werben sollten, die dem Glücksspiel ähneln. In Großbritannien fallen Anbieter von sogenannten Prize Draws rechtlich nicht unter das Glücksspielgesetz, obwohl das Nutzerverhalten oft identisch ist. Eine Studie der University of Southern California zeigt zudem, dass die Legalisierung von Online-Sportwetten in US-Bundesstaaten wie Ohio zu einem Anstieg der Privatinsolvenzen um 9 Prozent führte. Dies unterstreicht die globale Relevanz des Themas Spielerschutz.

Bunting selbst sieht seine heutige Situation stabil. Er beschreibt das Glücksspiel als eine Krankheit, die seinen damaligen mentalen Zustand widerspiegelte. Heute habe er seine Impulse unter Kontrolle und setze gelegentlich nur noch kleine Beträge bei Pferderennen als Belohnung, nicht mehr als zwanghafte Handlung. Dennoch blieb er jahrelang damit beschäftigt, die angehäuften Schulden abzuarbeiten, während er gleichzeitig versuchte, sich mit Hilfe eines Sportpsychologen und eines Hypnotherapeuten wieder an die Weltspitze zu kämpfen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist der Fall Bunting eine mahnende Erinnerung an die Gefahren von Online-Slots ohne wirksame Limits. In Deutschland wurde mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ein strenges Regelwerk geschaffen, um genau solche Fälle wie den von Bunting zu verhindern. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System überwacht wird, soll sicherstellen, dass Spieler nicht über ihre finanziellen Verhältnisse agieren. Hätte ein solches System in Großbritannien früher gegriffen, wären 90.000 Pfund Schulden durch 1-Pfund-Spins kaum möglich gewesen. Deutsche Spieler sollten zudem das Panik-Knopf-System und die OASIS-Sperrdatei nutzen, falls sie merken, dass das Spiel zur Belastung wird. Transparenz über Verluste, wie sie Bunting erst durch seine Partnerin erfuhr, ist im deutschen lizenzierten Markt durch monatliche Abrechnungen gesetzlich vorgeschrieben.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) müssen strikte Anforderungen an den Spielerschutz erfüllen. Das bedeutet unter anderem das Verbot von Autoplay und eine Wartezeit von fünf Sekunden zwischen den Drehungen an Slots. Diese Maßnahmen reduzieren die Geschwindigkeit des Spiels massiv und verhindern den von Bunting beschriebenen Effekt der „vielen 1-Pfund-Spins“ in kürzester Zeit. Zudem dürfen GGL-lizenzierte Anbieter keine irreführende Werbung schalten, die Glücksspiel als Lösung für finanzielle Probleme darstellt. Für Betreiber bedeutet die Offenheit von Stars wie Bunting eine erhöhte Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf Sponsoring-Aktivitäten. In Deutschland ist die Trennung von Sport-Idolen und direkter Casino-Werbung bereits wesentlich strenger geregelt als im Vereinigten Königreich.

Häufige Fragen

Wie viel Geld hat Stephen Bunting durch Glücksspiel verloren?

Stephen Bunting verlor insgesamt 90.000 Pfund, was umgerechnet etwa 104.850 Euro entspricht. Diese Schulden entstanden hauptsächlich durch das Spielen an Online-Spielautomaten während einer sportlichen Krise.

Welche Hilfsmittel nutzte Bunting zur Bewältigung seiner Sucht?

Der Darts-Profi suchte sich professionelle Unterstützung bei einem Sportpsychologen und einem Hypnotherapeuten. Zudem half ihm sein privates Umfeld, insbesondere seine Partnerin Keila und sein bester Freund Drew, die schwierige Zeit zu überstehen.

Warum sind die Sponsoren von Stephen Bunting umstritten?

Kritiker hinterfragen, ob ein Sportler mit einer bekannten Spielsucht-Vergangenheit für Unternehmen wie Stealth Competitions oder Diamond Draws werben sollte. Diese Firmen bieten Gewinnspiele an, die dem Glücksspiel strukturell sehr ähnlich sind.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sportwetten und Privatinsolvenzen?

Ja, eine Studie der University of Southern California belegt diesen Trend. In US-Bundesstaaten, die Sportwetten legalisierten, stiegen die Insolvenzanträge um bis zu 28 Prozent an, in Ohio speziell um 9 Prozent.

Wie schützt die GGL deutsche Spieler vor solchen Schuldenfallen?

In Deutschland verhindert das LUGAS-System Einzahlungen von mehr als 1.000 Euro im Monat über alle Anbieter hinweg. Zudem sind Einsatzlimits von maximal 1 Euro pro Spielrunde an Online-Slots gesetzlich vorgeschrieben, um hohe Verluste in kurzer Zeit zu vermeiden.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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