Douyin geht gegen Glücksspiel-Accounts vor: 417.000 Konten gesperrt
KI-GENERIERTDie chinesische TikTok-Schwester-App Douyin hat im Rahmen ihrer verschärften Maßnahmen gegen Online-Glücksspiel während der Weltmeisterschaft 417.000 Konten ins Visier genommen.
Die chinesische Social-Media-Plattform Douyin, bekannt als die TikTok-Schwester-App des Tech-Giganten ByteDance, hat im Kampf gegen illegales Glücksspiel massive Schritte unternommen. Im Fokus der Bemühungen steht die Unterbindung von Wettaktivitäten, insbesondere im Kontext der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Plattform agiert hier mit großer Härte und hat in den letzten Wochen eine beeindruckende Anzahl von Accounts gesperrt. Dies ist ein klares Signal an kriminelle Gruppen, die versuchen, Sportwetten über soziale Medien zu verbreiten. Die Vorgehensweise ist ein Musterbeispiel dafür, wie große Technologie-Unternehmen behördlichen Druck umsetzen können.
Diese Maßnahmen sind nicht neu, sondern Teil einer bereits im April angekündigten Strategie. Douyin hat seine Kapazitäten im Bereich Überwachung und Durchsetzung deutlich ausgebaut. Die Plattform betont, dass sie eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet, um nicht nur Accounts zu sperren, sondern auch die Verantwortlichen hinter den illegalen Machenschaften zur Rechenschaft zu ziehen.
Zahlen und Fakten
Douyin hat nach eigenen Angaben in nur einem Monat gegen 417.000 Konten Maßnahmen ergriffen. Diese Konten hatten Glücksspiel beworben oder ermöglicht. Von dieser großen Zahl wurden 90.000 Accounts dauerhaft gesperrt. Diese Sperrungen erfolgten wegen der „Beteiligung an Schwarzmarkt-Fußballwettaktivitäten“. Die Plattform hat die Details mehrerer Kontoinhaber an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Ein Sprecher von Douyin erklärte die Schwierigkeit bei der Erkennung solcher Aktivitäten: Kriminelle Gruppen nutzten oft verschlüsselte oder „subtile“ Methoden, um Glücksspiel-Apps und -Webseiten Dritter zu bewerben. Manchmal wurden sogar QR-Codes in Videos eingebettet, die Nutzer auf illegale Sportwetten-Seiten umleiteten.
Douyin hatte schon im April dieses Jahres über erste Maßnahmen berichtet und damals bekanntgegeben, täglich über 10.000 Konten zu sperren. Diese Accounts nutzten „kryptische Nachrichten“ und bekannte Euphemismen, um die Anti-Glücksspiel-Algorithmen der Plattform zu umgehen. Im letzten Monat unterstützte Douyin die Polizei bei der Festnahme von 162 Verdächtigen. Diese Personen waren an der Bewerbung illegaler Glücksspielseiten und der Verbreitung von Pornografie beteiligt. Darüber hinaus wurden rund 4.000 Livestreams mitten in der Sitzung beendet, weil glücksspielbezogene Referenzen entdeckt wurden.
Parallel dazu setzt China seine umfassenderen Maßnahmen gegen Glücksspiel fort. In Qingdao, Provinz Shandong, beschlagnahmten Zollbeamte 35 silberne Glücksspiel-Chips. Diese waren als „importierte Sammlermünzen“ falsch deklariert worden. Chinesisches Recht stuft Glücksspiel-Chips als „verbotene Import- und Exportartikel“ ein. Sie gelten als „schädlich für Chinas Politik, Wirtschaft, Kultur und Moral“.
Hintergrund
Das Vorgehen von Douyin und den chinesischen Behörden ist vor dem Hintergrund der strengen Glücksspielgesetze in China zu sehen. Online-Glücksspiel ist dort generell verboten. Die Weltmeisterschaft zieht traditionell ein erhöhtes Interesse an Sportwetten nach sich. Die Plattformen stehen unter enormem Druck, ihre Inhalte zu kontrollieren und illegale Aktivitäten zu unterbinden. Douyin reagiert damit auf eine gesellschaftliche und politische Erwartungshaltung. Die Zusammenarbeit mit der Polizei zeigt, dass es sich hier nicht nur um eine interne Plattform-Policy handelt, sondern um eine staatlich gestützte Kampagne.
„Eine Reihe krimineller Gruppen nutzte verschlüsselte oder ‘subtile’ Methoden, um Drittanbieter-Glücksspiel-Apps und -Websites zu bewerben. Einige betteten QR-Codes ein, die Videozuschauer auf illegale Sportwetten-Seiten umleiteten.“ – Douyin Sprecher, zur Vorgehensweise illegaler Glücksspielanbieter
Dieser Fall beleuchtet die globale Herausforderung, illegales Glücksspiel im digitalen Raum zu bekämpfen. Insbesondere soziale Medien stellen durch ihre Reichweite und anonyme Nutzung ein fruchtbares Feld für solche Aktivitäten dar. Die technischen Möglichkeiten zur Umgehung von Algorithmen sind vielfältig. Plattformen müssen ständig ihre Erkennungsmethoden verbessern.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind die Maßnahmen in China nur indirekt relevant. Sie zeigen jedoch den globalen Trend zur Regulierung und Bekämpfung von illegalem Glücksspiel. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) maßgeblich. Dieser hat das Online-Glücksspiel in Deutschland umfassend neu geregelt. Spieler in Deutschland können legal und sicher in Online-Spielotheken mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen. Casinos auf der GGL-Whitelist halten sich an strenge Auflagen. Dazu gehören der Spielerschutz, wie ein maximaler Einsatz von 1 Euro pro Spin an Automatenspielen und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro.
Diese Limits und Maßnahmen sollen Spielsucht vorbeugen und ein sicheres Spielumfeld gewährleisten. Das zentrale Sperrsystem LUGAS ist ein weiteres wichtiges Instrument. Es verhindert das gleichzeitige Spielen bei mehreren Anbietern und schützt vor übermäßigem Spielverhalten. Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf der GGL-Whitelist gelistete Anbieter wählen, um auf der sicheren Seite zu sein. Seiten mit MGA- (Malta Gaming Authority) oder Curacao-Lizenzen sind in Deutschland nicht legal.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland bedeutet der Fall Douyin eine Bestätigung des eigenen Weges. Die strengen Auflagen in Deutschland sollen genau das verhindern, was Douyin in China bekämpft: illegale und unregulierte Glücksspielangebote. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Versuche, illegale Angebote über soziale Medien oder andere Kanäle zu verbreiten. Die GGL arbeitet hier eng mit den Plattform-Betreibern und den Behörden zusammen, um gegen solche Fälle vorzugehen.
Legale GGL-Casinos haben strenge Vorgaben für ihre Werbemaßnahmen. Irreführende oder aggressive Werbung ist tabu. Das Bewerben von Glücksspiel auf chinesischen Plattformen wie Douyin, die nicht in Deutschland operieren und zudem strenge Glücksspielverbote haben, ist für GGL-Casinos irrelevant. Der Fokus liegt bei GGL-Casinos auf der Einhaltung des GlüStV 2021 und der Sicherstellung des Spielerschutzes innerhalb des deutschen Rechtsrahmens. Die deutsche Regulierung, auch wenn sie mancherorts als zu streng empfunden wird, dient letztlich dem Verbraucherschutz und der Kanalisierung des Spieltriebs in legale Bahnen.
Häufige Fragen
Wie viele Konten hat Douyin im Rahmen des Vorgehens gegen Glücksspiel gesperrt?
Douyin hat im Rahmen seiner Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel über 417.000 Konten ins Visier genommen. Davon wurden 90.000 Konten wegen der Beteiligung an Schwarzmarkt-Fußballwettaktivitäten dauerhaft gesperrt.
Welche Methoden nutzten kriminelle Gruppen, um Glücksspiel auf Douyin zu bewerben?
Kriminelle Gruppen nutzten oft verschlüsselte oder subtile Methoden, um Glücksspiel-Apps und -Websites Dritter zu bewerben. Manchmal wurden sogar QR-Codes in Videos eingebettet, die Nutzer auf illegale Sportwetten-Seiten umleiteten.
Wie arbeitet Douyin mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen?
Douyin arbeitet eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um nicht nur Accounts zu sperren, sondern auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Plattform hat Details zu Kontoinhabern an die Polizei weitergeleitet und unterstützte diese bei Festnahmen.
Was bedeutet das Vorgehen von Douyin für Spieler in Deutschland?
Die Maßnahmen in China sind für deutsche Spieler indirekt relevant und zeigen den globalen Trend zur Bekämpfung von illegalem Glücksspiel. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 das Online-Glücksspiel, und Spieler sollten ausschließlich auf GGL-gelistete Anbieter zurückgreifen, um legal und sicher zu spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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