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Churchill Downs: Rekord Quartal führt zu möglichem Verkauf von acht Casinos

31. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Churchill Downs: Rekord Quartal führt zu möglichem Verkauf von acht Casinos

Trotz Rekordeinnahmen von 980 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2026 prüft Churchill Downs den Verkauf von acht regionalen Casinos, um sich auf Pferderennen zu fokussieren.

Das US-amerikanische Traditionsunternehmen Churchill Downs Incorporated (CDI) steht vor einem radikalen Umbau seines Portfolios. Während die Rennstrecke in Louisville mit dem 152. Kentucky Derby neue Maßstäbe bei den Finanzen setzte, bahnt sich im Hintergrund eine massive Konsolidierung an. Das Unternehmen hat in einem offiziellen Form 8-K Dokument offengelegt, dass es strategische Alternativen für acht seiner regionalen Casino-Immobilien prüft. Dies könnte das Ende einer Ära als breit aufgestellter Casino-Betreiber einläuten und CDI zu einem hoch spezialisierten Giganten für Rennsport und historische Wettmaschinen (Historical Racing Machines, HRM) machen.

Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen offensichtlicher nicht sein könnte. Während das Segment für Rennsport und HRM eine beeindruckende Marge von 55 Prozent erzielt, kommen die rein konventionellen Casinos, die komplett im Besitz von CDI sind, lediglich auf eine Marge von etwa 31 Prozent. Dieser Unterschied in der Rentabilität scheint das Management nun dazu zu bewegen, sich von weniger profitablen, kapitalintensiven Standorten zu trennen. Die betroffenen Immobilien erstrecken sich über mehrere US-Bundesstaaten, darunter Florida, Maryland, New York und Pennsylvania.

Zahlen und Fakten

Für die drei Monate bis zum 30. Juni 2026 meldete Churchill Downs einen Nettoumsatz von 980 Millionen Dollar, was einer Steigerung von 46 Millionen Dollar oder 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte EBITDA stieg ebenfalls kräftig um 6 Prozent auf den Rekordwert von 477 Millionen Dollar. Besonders beeindruckend war die Leistung des Churchill Downs Racetrack selbst, der allein 21 Millionen Dollar mehr Umsatz generierte, getrieben durch TV-Rechte, Ticketverkäufe und Sponsoring. Die Übertragung des Derbys auf NBC lockte in der Spitze 24,4 Millionen Zuschauer an, was ein Plus von 12 Prozent bedeutet.

Auf der anderen Seite steht das Segment Gaming, das einen Umsatz von 270 Millionen Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 133 Millionen Dollar auswies. Hier muss man jedoch genau hinsehen: 50 Millionen Dollar dieses Gewinns stammen aus Minderheitsbeteiligungen wie dem Rivers Des Plaines in Illinois und Miami Valley Gaming in Ohio. Diese lukrativen Anteile stehen explizit nicht zum Verkauf. Die acht betroffenen Casinos, die vollständig im Besitz von CDI sind, steuerten lediglich 83 Millionen Dollar zum bereinigten EBITDA bei. Analyst Jordan Bender von Citizens bewertet den möglichen Verkauf positiv.

„Wir betrachten die Portfolioüberprüfung als einen ermutigenden Schritt, der mit der Strategie des Managements übereinstimmt, sich auf margenstärkere Vermögenswerte mit höherem Wachstum zu konzentrieren.“ - Jordan Bender, Analyst bei Citizens

Hintergrund

Die acht zur Disposition stehenden Objekte sind das Calder Casino (Florida), das Terre Haute Casino Resort (Indiana), das Hard Rock Hotel & Casino (Iowa), das Oxford Casino Hotel (Maine), das Ocean Downs Casino (Maryland), die Harlow’s und Riverwalk Casinos (Mississippi), das Del Lago Resort (New York) sowie das Presque Isle Downs (Pennsylvania). Ein Verkauf würde es dem Unternehmen ermöglichen, die Nettoverschuldung, die aktuell beim 3,7-fachen des EBITDA liegt, weiter zu reduzieren oder Aktienrückkäufe zu finanzieren. Gleichzeitig investiert CDI massiv in neue Projekte wie das Rockingham Grand Casino in New Hampshire, das bis Mitte 2027 fertiggestellt sein soll und Schätzungen zufolge 180-200 Millionen Dollar kostet.

Ein interessantes Detail ist der zunehmende Wettbewerbsdruck im Bereich der historischen Rennmaschinen. In Zentral-Virginia sank der Umsatz um 4 Millionen Dollar, da neue Konkurrenten auf den Markt drängten. Dies ist einer der ersten Risse in der bisherigen marktbeherrschenden Stellung von Churchill Downs in diesem Sektor. Umso wichtiger scheint es dem Management zu sein, das Kapital dort zu bündeln, wo die höchsten Renditen erzielt werden können, anstatt sich in gesättigten regionalen Casinomärkten aufzureiben.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Obwohl Churchill Downs ein US-zentriertes Unternehmen ist, zeigt der Fall deutlich, wie sich der globale Glücksspielmarkt in Richtung hoher Spezialisierung und strenger Regulierung bewegt. Deutsche Spieler, die nach legalen und sicheren Alternativen suchen, sollten sich ausschließlich an Anbieter halten, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt klare Grenzen, um den Spielerschutz zu gewährleisten. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Spielautomaten. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass Spieler Summen verlieren, die ihre wirtschaftliche Existenz gefährden könnten.

Die in Deutschland lizenzierten Betreiber sind an das LUGAS-System angebunden, welches die Einhaltung der Limits überwacht. Während US-Konzerne wie Churchill Downs massiv auf physische Standorte und Rennwetten setzen, konzentriert sich der deutsche Markt stark auf den digitalen Raum unter strengen Auflagen. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Casino spielt, genießt Rechtssicherheit. Im Falle von Gewinnauszahlungsschwierigkeiten oder Verstößen gegen den Datenschutz bietet nur die deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) eine echte Handhabe für Verbraucher, im Gegensatz zu Anbietern mit Lizenzen aus der Karibik oder anderen Offshore-Gebieten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Strategie von Churchill Downs, sich von landbasierten Regionalcasinos zu trennen, unterstreicht einen globalen Trend: Effizienz schlägt Präsenz. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland arbeiten bereits unter extrem effizienten, wenn auch regulatorisch engen Bedingungen. Die hohen Hürden für Marketing und Spielgestaltung führen dazu, dass nur wirtschaftlich starke und seriöse Unternehmen langfristig bestehen können. Der Fokus auf Daten und Spielerschutz, wie er durch LUGAS und die Sperrdatei OASIS forciert wird, schafft eine Marktbarriere für unseriöse Anbieter. Für deutsche Lizenzbesitzer bedeutet die Entwicklung in den USA, dass die Konzentration auf Kernkompetenzen und profitable Nischen überlebenswichtig ist, da die operative Marge im regulierten deutschen Markt durch hohe Steuern und Compliance-Kosten ohnehin stark unter Druck steht.

Häufige Fragen

Welche Casinos will Churchill Downs verkaufen?

Das Unternehmen prüft den Verkauf von acht Standorten, darunter das Calder Casino in Florida, Del Lago in New York und Presque Isle Downs in Pennsylvania. Die populären Beteiligungen an Rivers Des Plaines und Miami Valley Gaming sind jedoch nicht Teil der Verkaufspläne.

Wie erfolgreich war das 152. Kentucky Derby für das Unternehmen?

Das Derby verzeichnete einen Rekordumsatz und eine Spitzenzuschauerzahl von 24,4 Millionen Menschen auf NBC. Es war maßgeblich am Rekordquartalsumsatz von 980 Millionen US-Dollar beteiligt, was ein Plus von 5 Prozent zum Vorjahr bedeutet.

Was sind historische Rennmaschinen (HRM)?

HRMs sind Wettterminals, die wie Spielautomaten aussehen, deren Ergebnisse aber auf anonymisierten Daten vergangener Pferderennen basieren. In den USA erzielt Churchill Downs mit diesen Geräten Margen von bis zu 55 Prozent.

Warum will sich Churchill Downs von regionalen Casinos trennen?

Regionale Casinos sind kapitalintensiv und haben mit 31 Prozent deutlich geringere Gewinnmargen als das Kerngeschäft mit Pferderennen. Durch einen Verkauf könnten Schulden abgebaut und rentablere Projekte wie das neue Rockingham Grand Casino finanziert werden.

Darf ich als deutscher Spieler bei Churchill Downs wetten?

Churchill Downs operiert primär in den USA und besitzt keine Lizenz der deutschen GGL für den Online-Betrieb in Deutschland. Deutsche Kunden müssen auf Anbieter der Whitelist zurückgreifen, die den Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 entsprechen.

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Churchill Downs Incorporated

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