Philippinische Behörden entlarven Millionen-Influencer für illegales Glücksspiel
KI-GENERIERTDie Cybercrime-Behörde CICC markiert 12 Facebook-Profile mit bis zu 6 Millionen Followern wegen Werbung für unregulierte Casinoseiten wie 777ny.com.
In den sozialen Netzwerken tobt ein Kampf, den Nutzer oft gar nicht als solchen wahrnehmen. Während wir durch unsere Feeds scrollen, mischen sich immer häufiger dubiose Werbeversprechen unter die Beiträge bekannter Influencer. Die philippinische Cybercrime-Behörde, das Cybercrime Investigation and Coordinating Center (CICC), hat nun Ernst gemacht und eine Liste von 12 Facebook-Seiten veröffentlicht, die massiv für illegale Glücksspielangebote werben. Es geht hier nicht um kleine Nischen-Profile, sondern um Schwergewichte der digitalen Welt, die Millionen von Menschen erreichen.
Die Tragweite dieser Veröffentlichungen ist enorm, da die Influencer ihr Vertrauensverhältnis zu den Followern ausnutzen, um sie auf unregulierte Plattformen zu locken. Die Behörde hat diesen Schritt als Teil ihrer siebten und letzten Charge einer umfassenden Untersuchung vollzogen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein in der Identifizierung von Akteuren erreicht, die sich durch die Vermittlung von Spielern an Plattformen ohne Lizenz bereichern. Dass dabei Namen mit Millionenreichweite fallen, zeigt, wie tief das Problem in der Social-Media-Kultur verwurzelt ist.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen der betroffenen Accounts sind beeindruckend und erschreckend zugleich. Das größte gelistete Konto trägt den Namen Never Grow Old 2.0 und weist laut CICC stolze 6 Millionen Follower auf. Dicht gefolgt wird dieses Profil von Kanene in Florida mit etwa 5,6 Millionen Anhängern. Auch Boss Nethjan und Brex TV 2.0 sind keine Unbekannten, sie bringen es auf jeweils 3,2 Millionen Follower. Magda folgt mit 1,9 Millionen, während weitere Konten wie Boss Owa 2.0, Parengtol 5.0, Madam Hannie, Randy Perez Calderon, Kavendor V.2, Daddy JC 4.0 und Leonardo Corpuz eine Reichweite zwischen 203.000 und 1,5 Millionen Followern abdecken.
Diese Konten haben aktiv für eine ganze Reihe von Webseiten geworben, die keine staatliche Zulassung besitzen. Das CICC nannte explizit Plattformen wie 777ny.com, leopardaga.com, sealjl.net, fbb89.com, alicornvip.com, worldcupph.ph, whalejl.fun, santollucky.ph, wolfkingx.com, 78go.com und jllws.com. Es ist ein regelrechtes Geflecht aus unregulierten Anbietern, die durch die Influencer eine Bühne erhalten haben, die ihnen rechtlich eigentlich verwehrt bleiben müsste.
Hintergrund
Die rechtliche Grundlage für das Vorgehen der Behörden bildet das Präsidialdekret Nr. 1602 in Verbindung mit dem Republic Act Nr. 9287. Zudem wird der Republic Act Nr. 10175 herangezogen, besser bekannt als der Cybercrime Prevention Act von 2012. Dieser kommt immer dann zum Tragen, wenn Straftaten über Informations- und Kommunikationstechnologien begangen werden. Die Behörden betonen jedoch, dass die Listung der Konten zunächst ein Warnhinweis ist und noch keine rechtskräftigen Verurteilungen der Inhaber vorliegen.
„Die Behörde forderte die Öffentlichkeit auf, Konten zu melden, die weiterhin für illegales Online-Glücksspiel werben. Meldungen können über die CICC-Hotline 1326 eingereicht werden." - Offizielle Mitteilung des Cybercrime Investigation and Coordinating Center
Interessanterweise ist dies nicht der erste Schlag gegen die Branche. In Indonesien wurden zeitgleich über 36.191 Bankkonten wegen Verbindungen zum illegalen Glücksspiel gesperrt. Dies zeigt einen konzertierten Versuch südostasiatischer Staaten, den Schwarzmarkt auszutrocknen. Die CICC arbeitet zudem eng mit Meta zusammen, um solche Seiten dauerhaft von der Plattform zu entfernen, was in der Vergangenheit bereits bei vier hochkarätigen Influencern erfolgreich war.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist dieser Fall eine wichtige Erinnerung daran, wie gefährlich Werbung auf sozialen Medien sein kann. In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), der extrem strenge Regeln für Werbung und Betrieb von Online-Casinos vorsieht. Wer auf Facebook oder Instagram über Influencer auf Seiten wie die oben genannten stößt, sollte sofort stutzig werden. Diese Anbieter stehen nicht auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und bieten keinerlei Spielerschutz.
In Deutschland sind Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System und Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin bei Slots verpflichtend. Unregulierte Seiten umgehen diese Regeln, was oft zu massivem finanziellem Schaden führt. Deutsche Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern mit deutscher Lizenz spielen, um rechtlich abgesichert zu sein. Ein Gewinn bei einem illegalen Anbieter kann im schlimmsten Fall nicht ausgezahlt werden, da es keine rechtliche Handhabe gegen Firmen mit Sitz in Übersee oder ohne Lizenz gibt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für legal operierende GGL-Casinos sind solche Nachrichten eigentlich eine gute Nachricht, da sie den Fokus auf die Wichtigkeit der Regulierung lenken. Während lizenzierte Anbieter hohe Steuern zahlen und strenge Auflagen zum Jugendschutz erfüllen müssen, greifen die illegalen Konkurrenten den Markt mit aggressiven und unlauteren Mitteln ab. Die Arbeit der CICC auf den Philippinen zeigt, dass die Behörden weltweit aufrüsten, um die Werbekanäle des Schwarzmarkts zu schließen. Dies stärkt langfristig die Position seriöser Anbieter, die sich dem deutschen Recht unterwerfen und faire Spielbedingungen garantieren.
Häufige Fragen
Welche Facebook-Konten wurden von der CICC markiert?
Es wurden 12 Konten identifiziert, darunter Schwergewichte wie Never Grow Old 2.0 mit 6 Millionen Followern und Kanene in Florida mit 5,6 Millionen Anhängern. Auch Boss Nethjan und Brex TV 2.0 gehören zu den genannten Profilen.
Für welche Glücksspielseiten wurde illegal geworben?
Die Liste umfasst unter anderem Webseiten wie 777ny.com, wolfkingx.com, leopardaga.com und whalejl.fun. Diese Plattformen verfügen über keine staatliche Regulierung und gelten als illegal.
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen den Influencern?
Die Verstöße könnten gegen den Cybercrime Prevention Act von 2012 und das Präsidialdekret Nr. 1602 verstoßen. Die Behörden haben die Konten gelistet, um weitere Schritte einzuleiten und die Öffentlichkeit zu warnen.
Wie können Bürger illegale Werbung melden?
Die philippinische Behörde CICC hat hierfür die Hotline 1326 eingerichtet. Bürger sind aufgerufen, dort Profile zu melden, die weiterhin für nicht lizenzierte Glücksspielseiten werben.
Was sollten deutsche Spieler bei Social-Media-Werbung beachten?
Spieler in Deutschland dürfen nur bei Anbietern spielen, die auf der GGL-Whitelist stehen. Angebote von Influencern für Seiten ohne deutsche Lizenz verstoßen gegen den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und bieten keinen Schutz durch LUGAS oder OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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